Veröffentlicht am 22. Januar 2018 In Projekte, Werke der Barmherzigkeit

Kinder und Jugendliche des Zentrums Catarina Kentenich zeigen, was Solidarität ist

BRASILIEN, Vitor H. Possetti

Kinder und Heranwachsende der Inobhutnahme-Einrichtung des Pädagogischen Zentrums Catarina Kentenich beim Heiligtum Jaragua/Sao Paulo haben zu Weihnachten und zum Jahreswechsel 2017/2018 mehrere solidarische Aktionen durchgeführt und so ein Beispiel solidarischen Tuns gegeben.

Hilfe für die am stärksten Bedürftigen

Angeregt durch die weihnachtliche Atmosphäre und das Jahresende beschlossen Kinder und Heranwachsende aus dem  Inobhutnahmedienst für Kinder und Jugendliche Catarina Kentenich verschiedene Solidarprojekte in der Stadt São Paulo durchzuführen. Viele der Kinder und Jugendlichen, die sich beteiligten, gehören zur Schönstattjugend.

Die Inobhutnahme-Häuser sind Teil des Erziehungszentrum Catarina Kentenich. Es liegt im Schatten des Schönstatt-Heiligtums von Jaraguá und bietet Zuflucht für mehr als 40 Kinder und Heranwachsende von Neugeborenen bis zu Achtzehnjährigen, die als Präventivmaßnahme vorübergehend aus ihren Herkunftsfamilien geholt werden mussten.

Zunächst gab es einige Zusammenkünfte mit Fachkräften der technischen Teams und dem Leiter der Pastoral gehalten, bei denen die Ideen besprochen und einige Aktionen beschlossen wurden, wobei die Aufgaben  und Verantwortlichkeiten unter den Bewohnern der Inobhutnahme-Häuser  verteilt wurden.

Solidarischen Handeln kann so einfach sein

Die erste solidarische Aktion war der Besuch eines Altenheims der Region, wo die Kinder selbstgemalte Bilder mit Weihnachtsmotiven verteilten, außerdem Panettones verteilten, ein paar Lieder und die Bewohner mit  viel Liebe und Freude drückten. Es war ein bewegender und unvergesslicher Tag für die acht Kinder, die alle anderen bei den alten Leuten des Hauses vertraten, ebenso für die Senioren, und die sich mit dem Gruß verabschiedeten “Kommt bald wieder!”

Ein weiteres Werk der Barmherzigkeit haben die Jugendlichen der Inobhutnahme durchgeführt, die eines Nachmittags auf die Hauptstraße São Paulos gingen, um mit Menschen, die auf der Straße leben, Panettones zu teilen. Diese Aktion wurde in der Abtei São Bento mit einem Gebet für alle Personen abgeschlossen, mit denen sie den Tag verbracht hatten.

Die dritte solidarische Aktion bestand im Hausbesuch der Nachbarn und einiger Familien der Gemeinde. Die Kinder hatten die Initiative ergriffen und – zur Überraschung und Freude – Karten und Süßigkeiten mitgenommen, um Frohe Weihnachten und ein Glückliches Neues Jahr zu  wünschen. Diese Aktion wurde an mehreren Tagen mit  anderen Gruppen wiederholt und besonders durch die Kinder mit ihrer typischen Spontaneität getragen.

Die Großherzigkeit der Kinder

Die letzte solidarische Aktion war vielleicht die überraschendste. Die Kinder aus der Inobhutnahme beschlossen, einige persönliche Spielsachen krebskranken Kindern zu schenken. Ihre Bereitschaft und Großzügigkeit war beeindruckend. Viele gaben mehr als nur ein Spielzeug,  schenkten Kleidung, Sandalen, sie wollten sogar ihre Haare schenken, weil die krebskranken Kinder doch keine hatten… Es gab Autos, Puppen, verschiedene Spiele, Bälle usw. Einige Sachen waren noch in den Verpackungen, neu, und alles in bestem Zustand. Die Aktion wurde im Haus des Kindes durchgeführt, das bedürftige Eltern mit ihren Kindern auch anderer Städte und Staaten Brasiliens zur Krebsbehandlung in einem der Krankenhäuser von São Paulo aufnimmt. Die Eltern und Kinder vom Haus des Kindes und die vier Kinder vom Haus Catarina, die alle anderen bei diesem Besuch vertraten, verbrachten einen wunderbaren Nachmittag. Die Kinder lernten das Haus kennen, aßen zusammen, malten und überreichten ihre  Geschenke. Es gab Spielzeug für jedes Kind des Hauses und es blieb noch einiges übrig. Das bleibt dann für diejenigen, die dort demnächst aufgenommen werden und für spätere Besuche im Haus der Jugendlichen, die dort als Krebspatienten aufgenommen und besucht werden. Alle waren dankbar und glücklich mit dieser Aktion und verabschiedeten sich ebenfalls mit einem: Kommt bald wieder!

Es war z.B. sehr interessant, die Äußerung eines der Kinder aufzunehmen, noch nie im Leben Spielzeug geschenkt bekommen zu haben. Sein erstes Spielzeug bekam er in der Inobhutnahme, was ihn nun angeregt hatte, sein Spielzeug mit denen zu teilen, die gar nichts haben.

Das Beispiel dieser Kinder und Jugendlichen, die selbst im Leben viel Schweres erlebt haben, ist eine echte Herausforderung für uns alle, die wir in den Komfortzonen des Lebens unterwegs sind. Sie sind eine starke Anregung zu einem solidarischeren Leben mit größerer Sensibilität für die, die mehr brauchen, weil sie so viel weniger haben. Die Kinder und Jugendlichen, die herausgingen um zu teilen, sind ein echtes Zeichen der Hoffnung.

 

 Fuente: www.jumasbrasil.com.br

 

Original: Portugiesisch. Übersetzung: Mechthild Jahn und Renate Dekker,  Biguaçu, na Grande Florianópolis, Brasilien

 

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