Veröffentlicht am 2016-10-09 In Projekte

Geglückter Start des „Fortalecimiento Matrimonial“ in Spanien

SPANIEN, Manuel de la Barreda Mingot •

whatsapp-image-2016-10-05-at-12-21-59Am Wochenende vom 30. September bis 2. Oktober 2016 fand das erste Fortalecimiento Matrimonial (Forta) statt, an dem ich zu meiner großen Freude mit Lourdes, meiner Frau, teilgenommen habe.

Aufgrund der inneren Dynamik des Fortalecimiento Matrimonial, wörtlich Ehe-Stärkung, kurz einfach Forta genannt, darf nichts darüber berichtet werden, was dort geschieht, um zukünftigen Teilnehmern nichts zu verraten, damit sie es voll und ganz genießen können, einschließlich der Herausforderung, sich einfach hineinzugeben und zu vertrauen. Es schließt ein, sich vor sich selbst entblößen, klein und demütig zu werden und sich dem zu öffnen, was kommt, um alles aufs Höchste genießen zu können.

Danke, Mexiko, danke, Costa Rica, danke Vorbereitungsteam …

Vom Innern des Forta kann ich also nicht sprechen, aber wohl vom Äußeren – und von dem, was es für mich bedeutet.

Zuerst aber mein Dank an das Organisationsteam (Natalia und Jörg, María und Iván, Inés und Alonso, Belén und Cayetano, María José und Huberto, Rosa und Eduardo, Rosa und Narcís, Ana und Rafael, Ana und Miguel, Macarena und Luis, Schwester Mónica-María und P. José María), an die Schönstattfamilie von Costa Rica (besonders an Coca und Felipe, die aus Costa Rica nach Spanien gekommen sind, um zu helfen und zu unterstützen) und die von Mexiko.

An die von Mexiko dafür, dass sie Urheber dieser wunderbaren Sache sind.

An die von Costa Rica dafür, weil die Spanier des Organisationsteams dorthin gefahren sind und so wie sie uns berichtet haben mit aller Herzlichkeit und Liebe empfangen wurden, wie es nur in einer Familie möglich ist.

Dem Organisationsteam dafür, wie sie sich in diese Aufgabe hineingegeben haben. Denn sie haben in Costa Rica gut gelernt, was es heißt, Menschen aufzunehmen und Liebe zu schenken.

Allen ein herzlicher Dank.

Und was bedeutet das Forta für mich?

Ich werde versuchen, dies auf der persönlichen Ebene, der Ebene der Ehe, der Ebene des Vorbereitungsteams und der Ebene Schönstatts zu beschreiben.

Auf persönlicher Ebene

Das Forta ist eine enorme Vertrauensübung. Du hast keine Ahnung, auf was du dich einlässt. Sie sagen dir nichts und erst nachher merkst du, dass genau das ein Teil des Zaubers ist, gerade auch weil in dem Leben, das wir führen, es absolut nicht üblich ist, nicht alles vorher bis ins letzte Detail zu planen. Damit wirst du gezwungen, aus deiner Komfortzone herauszugehen und aus diesem Grund können in dir Veränderungen geschehen. Wer sich in seiner Komfortzone festsetzt, verweigert immer jedwede Veränderung. Das alles schließt ein, wie ich bereits gesagt habe, sich zu entblößen, klein und demütig zu werden und sich der Überraschung zu öffnen. Kurz gesagt, wie ein Kind zu sein. Das hat uns Pater Kentenich schon gesagt (Kindsein vor Gott), und Christus selbst in Mt 18, 4.

Auf der Ebene der Ehe

Forta ist etwas Großartiges, da es beim Ehepaar eine innere Reflexion verursacht, ein Zurückerobern der ersten Sehnsucht, ein Wachwerden von Gefühlen, die du vergessen geglaubt hast, ein Abstauben von Haltungen und Handlungen, die im Laufe der Zeit Routine und damit schal geworden waren. Ich erinnere mich an einen Vortrag über das Gebet von P. Lorenzo Luetjens, in dem er sagte, Gebet sei Zeit verlieren mit Gott. Wie wahr und wie wichtig ist es, dass wir das in dieser Welt der Hetze und Effizienz, die uns umgibt, wissen. Ehe ist ein Zeit verlieren mit deinem Partner. Schließlich und endlich sind Gebet und Ehe beide auf der Liebe gegründet, und diese kennt kein Maß, keine Effizienz und keine Zeit. Wer fähig ist, mit jemandem Zeit zu verlieren, der liebt ihn wirklich. Und wenn dann an unserer Seite ein Mensch ist, mit dem wir das Sakrament der Ehe geschlossen haben, das heißt, dass wir als Ehepartner Christus füreinander sind, dann müssen wir bereit sein, um dieser Liebe willen und in ihr, alle Zeit der Welt mit ihr, mit ihm zu verlieren. Beim Forta erobern wir uns diese Sehnsucht zurück, die wir als Verliebte, Verlobte und frisch Verheiratete hatten, einfach nur beim anderen zu sein. Aber nicht nur das. Pater José María García Sepúlveda sagte uns beim Forta, dass nur die Liebe, die sich mitteilt, die sich kommuniziert, eine fruchtbare Liebe ist, eine Liebe, die bereichert und die heilt. Und das geschieht in der Ehe nur durch den Dialog. Nicht reden, sondern in Dialog treten. Deine „nackte“ Seele dem anderen mitteilen.

Organisationsteam

Auf der Ebene des Organisationsteams

All die Arbeit, die sie geleistet haben, sei es in der Vorbereitung über mehrere Monate hinweg wie in der Gestaltung des Forta-Wochenendes selbst, ist ein andauernder Akt der Liebe. Liebe zu Christus und Maria als Quelle und Liebe zu den Teilnehmern des Forta als Empfänger in den unzähligen Details und einem ständigen Herausgehen aus sich selbst auf uns, die Teilnehmer, hin. Es ist Gnadenkapital pur. Ich hatte das riesige Glück, dass unter den Mitgliedern des Organisationsteams meine Schwester und mein Schwager waren sowie mehrere befreundete Ehepaare aus unserer Gruppe und dem Mitgliederkreis. Nach einem ganzen Leben mit meiner Schwester, nach 17 Jahren in der Gruppe, kennt man die Stärken und Schwächen von jedem Einzelnen. Zu sehen, wie sie diese Schwächen hinter sich lassen und in ihren Stärken wachsen, schlicht und einfach aus Liebe, aus Einsatz und um umsonst das weiterzugeben, was sie umsonst in Costa Rica empfangen haben, das ergreift einen tief. Es ergreift einen, weil sie es für mich tun. Für meine Frau und mich, für unsere Ehe und für die jedes Einzelnen der Teilnehmer, persönlich und voll und ganz. Und nicht nur die Freunde. Unter den Ehepaaren des Organisationsteams waren Ehepaare, die wir nicht kannten oder die sogar, wie ich schon sagte, aus Costa Rica gekommen waren, um zu helfen, und die wir auch nicht kannten. Es spielte keine Rolle, der hochherzige Einsatz war von allen und für alle. Es war eine Frage der Liebe. Danke nochmals.

Auf der Ebene Schönstatts

Das Forta bedeutet eine feste, klare Antwort auf Papst Franziskus, in dem Sinne, dass wir tun, was er von uns erbeten hat. Beim Jubiläum in Rom hat er uns gebeten, aus uns selbst herauszugehen. Von daher kam das Motto Schönstatt im Herausgehen. Und er hat alle Christen im Apostolischen Schreiben Amoris Laetita, in der Nummer 52, ausdrücklich gefragt: „Wer kümmert sich heute darum, die Ehen zu stärken?“. Nun, nach dem Erleben dieses Forta ist mir klar, dass Schönstatt sich darum kümmert, die christlichen Ehen zu stärken. Es kümmert sich seit 1985 darum, als das Forta in der mexikanischen Schönstattfamilie entstanden ist. Und von dort aus ging es weiter in anderen Schönstattfamilien (wobei die Reihenfolge hier jetzt keine Rolle spielt): Costa Rica, Ecuador, USA, Argentinien, Chile, Paraguay, Italien, Deutschland und jetzt auch Spanien. Und dass das Fortalecimiento Matrimonial ein echtes Schönstatt im Herausgehen ist als Geschenk an Kirche und Gesellschaft von heute, zur Verteidigung von Ehe und Familie, die von der Genderideologie so sehr angegriffen wird.

Eine klare Botschaft ohne Verwirrungen und Störungen

Eine letzte Frage. Es ist manchmal in der Kirche geschehen, dass je nach Thema und wen man fragt, jeder eine andere Antwort gibt, was nicht wenig Verwirrung unter den Gläubigen hervorruft. Ich habe das Glück, gerade im Päpstlichen Institut Johannes Paul II. den Masterstudiengang in Wissenschaften von Ehe und Familie zu machen, einer Einrichtung, die von dem großen Verteidiger von Ehe und Familie gegründet wurde, um Ehe und Familie zu verteidigen. Alles, was beim Forta gelebt wurde, ist absolut kohärent mit dem, was dieser Studiengang lehrt. Und es hat nichts damit zu tun, dass eines der beiden wichtiger ist als das andere. Es bedeutet Ruhe für die Gläubigen, wenn die Botschaft, die man erhält, klar und prägnant ist, ohne Verwirrungen und Störungen. Es ist eine Garantie und ein Glück, das sagen zu können. Zur Kirche und zu Schönstatt gehören zu können und dieses Forta erlebt zu haben.

Das Fortalecimiento Matrimonial ist ein Geschenk Gottes an Schönstatt und muss darum auch ein Geschenk Schönstatts an die Kirche sein.

FORTALECIMIENTO MATRIMONIAL. SCHÖNSTATT IM HERAUSGEHEN.

Foto oben: Organisationsteam Zwei Männer fehlen – sie waren im Dienst!

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer/schoenstatt.org

 

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