Veröffentlicht am 23. Oktober 2016 In Projekte

18. Oktober 2016 – Zehn Jahre Monte Tabor-Schule in Madrid

SPANIEN, Carlos Sainz de los Terreros •

Mit einem Festgottesdienst wurde am 18. Oktober in Madrid der 10. Jahrestag der Monte Tabor-Schule, eines von und für Familien geschaffenen Schulzentrums gefeiert. Es bietet Ausbildung für Kinder und Jugendliche von zwei bis achtzehn Jahren. Die Schule ist von der Pädagogik Pater Kentenichs inspiriert und entfaltet eine eigene Art und Weise der Erziehung.

Hauptzelebrant der Heiligen Messe war Pater Juan Barbudo, Konzelebranten die Patres Jaime Vivancos,  Carlos Padilla, José María García aus der Gemeinschaft der Schönstatt-Patres sowie der Obere der Schönstatt-Patres in Spanien und Portugal, P. Diogo Barata; auch Pfarrer Pablo Salvatierra aus der Pfarrei, in der die Schule liegt, konzelebrierte. Die gesamte Schulleitung, Vertreter der Stadt Pozuelo de Alarcón, das Kuratorium, die früheren Direktoren und stellvertretenden Direktoren und Schwester Mónica María in Vertretung der Marienschwestern feierten dieses Jubiläum zusammen mit vielen Menschen, die im Laufe dieser Jahre Teil der großen Monte Tabor-Familie geworden sind.

An diesem Tag erhielt die Schule zwei große Geschenke: eines ist das Bild, das zusammen mit dem der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und der Gottesmutter von Schönstatt die Stirnwand der Kapelle schmückt. Es stellt das Liebesbündnis dar, das Pater Kentenich am 18. Oktober 1914 mit Maria geschlossen hat und ist ein Geschenk der Gemeinschaft der Schönstatt-Patres an die Schule. Das andere ist ein Olivenbaum im Schulhof, der das Leben darstellt, das hier in dieser Schule erzeugt wird. Er steht dort, wo am Ende des Schuljahres eine Skulptur der Heiligen Familie aufgestellt wird, die während des Jahres mit Beiträgen zum Gnadenkapital erarbeitet wird.

Am Schluss der Messe überreichte der Leitungsausschuss die Álvaro-Ussia-Preise für Werte und wissenschaftliche Arbeit. Und ganz zum Schluss sangen alle ein kräftiges Geburtstagsständchen, bliesen die Kerzen der Geburtstagstorte aus und stimmten kraftvoll und begeistert die Schul-Hymne an.

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Carlos Sainz de los Terreros, einer der Gründer des Projektes, berichtet auf Einladung eines Mitglieds unserer Redaktion aus Anlass des Jahrestags über den in diesen zehn Jahren zurückgelegten Weg.

Heute, am 18. Oktober 2016, sind es zehn Jahre seit der Einweihung der Schule „Monte Tabor Schoenstatt“ in Madrid. Das ist ein idealer Zeitpunkt, um zurückzublicken und daran zu erinnern, wie dieses Projekt entstanden ist und an die wichtigsten Momente seiner Entfaltung bis hin zu der Wirklichkeit, in die sich der Traum von damals verwandelt hat: fast 1000 Jungen und Mädchen, siebenhundert Familien, über 500 ehemalige Schüler und fast 100 Mitarbeiter in der Schule sind nur ein Teil des tiefen Einflusses, den die Schule in der Schönstatt-Bewegung von Madrid und in der Gesellschaft insgesamt hatte und weiter hat. Unmöglich, einen umfassenden Bericht über all die Menschen zu machen, die selbstlos daran gearbeitet haben, darum bitte ich schon im Vorab, mir die Auslassungen nicht zum Vorwurf zu machen; Sie sind alle in unseren Herzen und seid oder ward entscheidend dafür, dass unsere Schule, unser aller Schule, das wurde und immer neu wird, was sie heute ist und für so viele Menschen bedeutet.

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Der Impuls des Anfangs

Die Monte Tabor-Schule ist aus dem gemeinsamen Antrieb von Schönstatt-Patres und Ehepaaren aus dem Familienbund entstanden, die sich mit einigen anderen Ehepaaren aus Liga und Verband in der Bürgervereinigung MTA als Rechtsträger zusammengetan haben. Ich erinnere mich deutlich an den 18. Oktober 2001, als wir mit Ambrosio und  Pater Patricio nach Valdepeñas fuhren, um im Notariat von Álvaro Obando die Statuten der Fundación Tiempos Más Nuevos unterzeichneten. Uns bewegte der Wunsch, in der spanischen Gesellschaft so weit wie nur eben möglich Botschaft und Pädagogik unseres Vaters und Gründers bekannt zu machen und zu verbreiten – wie, das war uns allerdings recht wenig klar. Schließlich und endlich waren wir alle hochprofessionell in unseren eigenen Berufen, aber doch recht ahnungslos in Themen von Schule und Pädagogik.

Wir rechneten mit der Hilfe der Gottesmutter und legten unser Projekt in ihre Hand im Vertrauen, dass sie uns den Weg führen würde. Es war der Anfang einer Etappe von fünf Jahren voller Ideen, Versuche, Erfolge und Misserfolge und schließlich und endlich der Suche nach dem konkreten Projekt und seiner Konsolidierung. Irgendwo vermisse ich sie noch heute, diese Arbeitsfrühstücke des Kuratoriums, dem sich noch ein Carlos (Cremades) zugesellt hatte, dort in unserem „Büro“, das nichts anderes war als eine Cafeteria in der Nähe des Hauses der Schönstatt-Patres in Serrano, bevor jeder von uns zu seinem Arbeitsplatz aufbrach. Bei diesen besprachen wir die verschiedenen Initiativen, nicht alle erfolgreich, doch die Gott sei Dank in diesem ersten Schultag im September 2006 gipfelten, als die ersten Schüler die Monte-Tabor-Schule betraten, die noch nach frischer Farbe roch …

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Es ist ein Projekt von Maria

Ohne zu ausführlich zu werden in Blick auf die Schritte, die getan wurden und die Schwierigkeiten, die auf dem Weg entstanden: Eins hatten wir von Anfang an klar – es war ein Projekt unserer Mutter und wir waren ihre Werkzeuge, um es zu verwirklichen. Wir sind Zeugen ihres Wirkens im Laufe dieser Jahre, eines Wirkens, das sich nur aus dem festen Glauben an die Vorsehung Gottes erklärt.

Hier nur einige wichtige Meilensteine:

  1. Die Entscheidung zu einer konzertierten Schule, heißt, eine Schule mit öffentlicher Beteiligung anstelle einer reinen Privatschule. Was uns einerseits deutliche Grenzen setzte bezüglich des Bildungsprogramms und Lehrplans und in der Auswahl der Familien, uns andererseits aber mehr in der Gesellschaft verankerte und die apostolische Reichweite signifikant erhöhte.
  2. Die kritischen Momente bei der Finanzierung und dann die Auflage, binnen zehn Monaten die Schule aus dem Nichts aufbauen zu müssen, da der Betrieb im September 2006 oder nie starten musste.
  3. Die administrativen Schwierigkeiten, von denen einige sich auf eine Weise lösten, die ich nur als Wunder bezeichnen kann, etwa die Tatsache, dass die Wahlen zum Parlament von Madrid im Jahr 2006 wiederholt werden mussten, was entscheidend dafür war, die öffentliche Anerkennung zu erhalten.
  4. Ganz zu schweigen von der medialen und politischen Verfolgung in den Monaten vor der Eröffnung, die trotz der Härte und Tendenziösiät oder genau deshalb den positiven Effekt hatte, uns bekannt zu machen und unsere pädagogische Linie als konzertierte katholische Schule klar und deutlich zu machen. Ich habe keinen Zweifel, dass genau das viele Familien für die Schule gewinnen half.
  5. Keiner wird auch jemals diese Arbeitsbaracke vergessen, in denen es Bárbara, Sonsoles, Marta, Mónica, Ana … gelang, ihre Begeisterung zu vermitteln und 600 Familien eine Schule zu „verkaufen“, von der man damals nur ein Grundstück und zwei Baukräne sah… Und so viele andere Momente, die hier nicht hineinpassen, uns aber dazu dienten zu zeigen, dass ohne eine „Schulaufsicht“ wie die, die wir im Himmel haben, wir sicherlich nicht über den halben Weg hinausgekommen wären…
  6. Die schwierigen Anfangsjahre, die dadurch geprägt waren, Schüler aller Altersstufen aus verschiedenen Schulen anzunehmen, da die Schule vom ersten Moment an in allen Jahrgängen laufen musste, um rentabel zu sein. Das hat uns eine andere Seite unserer Mission erkennen lassen, indem wir so viele Kinder sahen, denen wir helfen konnten, ihren Weg im Leben zu finden.

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Momente, die wir nie vergessen werden

Immer haben wir die Unterstützung der Schönstatt-Patres und der Bewegung insgesamt erfahren, und wir haben auch wertvolle Lektionen von denen gelernt, die uns bekämpft haben. Doch nur aus einer vorsehungsgläubigen Überzeugung kann man verstehen, dass und wie wir zu dieser Zehnjahresfeier gekommen sind, mit einer konsolidierten, voll funktionsfähigen Schule, die von den Eltern gefordert wird und in der die Pädagogik Pater Kentenichs sich Tag für Tag in der Erziehung widerspiegelt. Wir sind uns jedoch bewusst, dass Letzteres ein ständiger Wachstums- und Lernprozess ist, bei dem wir uns nie auf unseren Lorbeeren ausruhen können werden.

Nur zwei Jahre nach dem Start war die geschlossene Reaktion der Schule gegenüber der Ermordung eines Schülers, Álvaro Ussia, ein Beispiel der Integrität, Vergebung und christlicher Haltung gegenüber dem Leid. Und in der tiefen Trauer, die wir fühlten, waren wir auch so unendlich stolz auf unsere Schüler, Eltern und Lehrer.

Nach acht Jahren Anfangszeit haben wir Maria am 31. Mai 2014 zur Königin der Schule gekrönt; dem ging eine Erarbeitung während des ganzen Schuljahres voraus, an der Schüler, Eltern, Lehrpersonal und Kuratorium teilgenommen haben. Wir sind zuversichtlich, dass wir auf sie zählen können und dass sie ihr Werk weiterhin beschützt.

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Verpflichtung

Als Sonsoles und ich neulich über unser Leben gesprochen haben, über das, was uns wichtig ist und was nicht, über die Arbeit, die Kinder, usw., da waren wir beide uns einig, dass unsere Familie und unsere Schule ganz ohne Frage unsere beiden Lebensmissionen sind, die es wert waren, ihnen unsere besten Bemühungen zu schenken, auch wenn das Ergebnis von beiden wie bei allem in den Händen Gottes liegt.

Ich möchte nicht schließen, ohne unseren Dank auszusprechen an das gesamte Lehrpersonal, von denen viele vom ersten Tag an dabei sind und andere, die nicht mehr dort arbeiten, und die mit Begeisterung, Professionalität und Engagement die wunderbare Wirklichkeit möglich gemacht haben, die wir heute Monte Tabor nennen. Dank auch an alle Menschen, die an dieses Projekt geglaubt haben, als es noch nicht viel mehr war als ein Traum, die ihre Zeit, ihr Geld und andere Hilfen hineingesteckt haben, damit es vorangehen und alle Hindernisse überwinden konnte. Ganz besonders den Familien, die uns das Kostbarste anvertraut haben: die Erziehung ihrer Kinder, das einzige und wahre Ziel unserer Schule, und die wir hoffen, niemals zu enttäuschen.

161022-colegio-monte-tabor-07Mit Material von der Homepage der Monte Tabor-Schule

Fotos: Carlos Sainz de los Terreros, P. José María García

Offizielle Webseite des Colegio Monte Tabor, Madrid: colegiomontetabor.es

Colegio Monte Tabor in „Projekten der Bündniskultur“

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Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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