Veröffentlicht am 2016-09-17 In Haus Madre de Tuparenda, Projekte

Kohlkopf und Fotofinish für ein Werk der Barmherzigkeit

PARAGUAY, Haus Madre de Tupãrenda, Ana María Acha •

Auf den Fotos von der Einweihung des Hauses Madre de Tuparenda am 22. August sieht man Ana Maria Acha, Präsidentin von FundaProva [Verein zur Förderung von Werten und Gewaltprävention]mit einem dicken Kohlkopf aus dem Bio-Garten in der Hand. „Sieht aus, als hättest du etwas anfassen müssen, um zu glauben, dass es wirklich Wirklichkeit ist, was du am 22. August erlebt hast“, schreibe ich ihr – und als Antwort darauf schickte sie mir dieses Zeugnis vom „Vorspiel“ zur Einweihung – einem unvergesslichen Fotofinish, das einen Teil der unglaublichen Geschichte des Hauses ‚Madre de Tuparenda‘ bildet.

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Es war im ersten Halbjahr 2015, als das Justizministerium eine Vereinbarung unterzeichnete zur Bewilligung einer großen Summe, die sowohl für den Bau des Hauses ‚Madre de Tuparenda‘ als auch für die Finanzierung der Betriebskosten für zwei Monate dienen sollte.

Seit der Unterschrift der Justizministerin, meiner und der von P. Pedro Kühlcke als Vorsitzende und stellvertretender Vorsitzender von FundaProva (schleunigst als Rechtsträger gegründet) warteten wir sehnsüchtig auf die Überweisung.

Warten …

In der Zwischenzeit erfüllten wir alle an uns gestellten Anforderungen, die natürlich nicht wenige und immer dringend waren. Unter anderem verlangten sie, wir müssten sofort ein Girokonto bei einer Bank vor Ort einrichten, und das machten wir.

Die Tage, Wochen und Monate vergingen ohne eine Einzahlung, und dann, Anfang Dezember 2015, wurden wir darüber informiert, dass das Finanzministerium die Zahlung nun doch nicht leisten könne, da im Haushaltsplan andere Projekte, wichtiger als das unsere, vorgezogen worden seien.

Wir wurden informiert, das Finanzministerium könne die Zahlung nicht machen, weil es mehrere Haushaltsposten gab, die in dem nationalen General-Budget Priorität hätten, und die dringender seien als unser Projekt.

Angesichts dieser neuen Sachlage empfahl die Bank uns, das Konto aufzulösen, da sie wegen der Dringlichkeit Monate zuvor auf die Erfüllung verschiedener Forderungen für gemeinnützige Vereine bezüglich Geldwäsche verzichtet hatten und weil ein Girokonto hier Geld kostet …

So erbaten wir traurig die Schließung des Kontos und die Abhebung des Betrags, mit dem wir es eröffnet hatten – einer hochherzigen Spende aus Deutschland, die aufgrund eines Artikels in schoenstatt.org eingegangen war. Dann gab es ein langes Schweigen.

Wir dachten, wir sollten mehr beten, und dass alles wohl so der Wille der Gottesmutter sei; schwer zu verstehen, aber  Realität.

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Einweihung am 22. August 2016

Notfall-Telefonat

Wir hatten geplant, als Familie am 14. Januar 2016 in Urlaub zu fahren; gerade, als wir mit gepackten Koffern  aus dem Haus gingen, um zum Flughafen zu fahren, rief meine Schwiegertochter an, die auch ehrenamtlich bei Fundaprova arbeitet, und sagte, der Finanzdirektor des Justizministeriums wolle mich dringend sprechen.

Als ich ihn anrief, sagte er mir mit aufgeregter Stimme, dass er genau in diesem Augenblick den Gesamtbetrag der Mittel (etwa 170.000 Dollar) auf unser Girokonto überweisen würde. Ich sagte ihm, das sei nicht möglich, weil wir es aufgelöst hätten. Er erklärte noch aufgeregter, dann würde der Betrag verloren gehen, denn es sei ein Haushaltsposten des Jahres 2015 und müsse vor dem 15. Januar überwiesen sein! Ich rief Pater Kühlcke an, damit er in irgendeiner Bank im Schnellverfahren ein Konto eröffne. Nein, hieß es dann wieder beim Finanzministerium, es müsse exakt das Konto sein, das wir vor Monaten angegeben hätten!

Das Geld ist da

Schon im Auto rief ich bei der Bank, wo wir das Konto hatten, an, um mit dem Direktor zu sprechen … doch weder er noch unser zuständiger Berater noch der Bereichsleiter waren da, alle im Urlaub! In Paraguay sind im Hochsommer, sprich Januar, eigentlich immer alle im Urlaub. Ich fragte, wer denn jetzt die wichtigen Entscheidungen treffen würde, und sie gaben mir einen Namen. Hurra! Den kannte ich persönlich, da wir seiner Abteilung von unserem Notariat aus schon einmal professionelle Dienste getan hatten.

Ich rief ihn also an und erklärte ihm, was da passierte und wie wichtig es sei, dieses Geld zu bekommen. Ich bat, unser aufgelöstes Konto wieder zu eröffnen. Sofort!  Antwort: „Ich habe kein einziges amtliches Dokument, das mir die Befugnis geben würde.“ Ich erwiderte: „Ich weiß, aber P. Pedro Kühlcke wird Sie in Kürze anrufen, und er kann beschaffen, was Sie brauchen, außerdem liegt alles noch bei der Bank. Nur ist der Direktor eben in Urlaub.“

Ich saß schon im Flugzeug und hatte bereits die Aufforderung bekommen, mein Handy auf Flugmodus zu schalten, da bekam ich einen Anruf  mit der Information, dass das Geld soeben überwiesen und schon verbucht worden sei, und das ohne jegliches Dokument…

Noch total gehetzt und aufgeregt lehnte ich mich in den Sitz und dachte: „Nur sie kann sich so etwas leisten …“

Und ich begriff, dass die Gottesmutter sagte: „Das ist meine Arbeit. Keine Sorge, ich mache schon, dass die Dinge sich fügen. Macht ihr eure Sache, ich sorge für den Rest.“

In diesem Geist haben wir am 22. August das Haus eröffnet und 20 jungen Menschen eine Chance gegeben…

Frei nach Angelus Silesius: Der Glaube, senfkorngroß, versetzt den Berg ins Meer, denk was er könnte tun, wenn er ein KOHLKOPF wär…

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Wenn sie Gebetspate werden möchten: Ani Souberlich [email protected] oder P. Pedro Kühlcke v[email protected]

Wenn Sie mit einer Spende beitragen möchten (jeder Beitrag zählt):

Konto in Paraguay:

Banco GNB
Cta Nro. 001-065259-003
BIC BGNBPYPX
Congregación Padres de Schoenstatt
VWZ: Casa Madre de Tuparenda

Konto in der SEPAzone

Schönstatt-Patres International e. V.
IBAN DE91 4006 0265 0003 1616 26
BIC/SWIFT GENODEM1DKM
VWZ: P. Pedro Kuehlcke, Casa Madre de Tuparenda

In Deutschland steuerabzugsfähig, bitte Adresse angeben!

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Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

 

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