Veröffentlicht am 2016-07-09 In Projekte

Alégrate mujer! Frauen machen Wirbel in Chile

CHILE, von Verónica Ciudad Pap •

Betroffen von den Ereignissen in Chile und der Welt und in Treue zu dem Geschenk, das sie Pater Kentenich zum 100. Jahrestag des Liebesbündnisses gemacht haben, reist das Leitungsteam des Projekts Alégrate mujer (Freue dich, Frau!) durch ganz Chile, um Mitarbeiterinnen zu schulen und zu evaluieren, damit die Fruchtbarkeit dieses Apostolates jeden Winkel ihres Landes erreichen kann.

Equipo gestor

Leitungsteam: Carola Gerstle, Paulina Respaldiza, María de la Luz Ferrada, Margarita Popelka, Alejandra Tike, Marcela Bustos, Verónica Ciudad. Beratung: Schw. M. Yerthy

Geschichte

Über die Entstehung dieses Projektes wurde schon in früheren Artikeln berichtet, auch bei Leiterrunden und Treffen der Gliederungen in Chile und in Medien außerhalb Schönstatt. Wie auch immer, hier eine kurze Erinnerung:

Seit 2011 haben wir beobachtet, wie die Gesellschaft auf verschiedene gesellschaftliche Probleme reagiert,  eine Reaktion, die  jenseits von Recht oder Unrecht eine Zerstörung der Werte verursacht und nach und nach alles in Relativität und Verwirrung abgleiten lässt. Die Menschen haben zunehmend den Sinn für Transzendenz verloren, der uns von Gott gegeben ist, und damit ein Denken und Handeln, das auf die Ordnung der Schöpfung ausgerichtet ist. Eine Gruppe der Schönstattbewegung Frauen und Mütter vom Heiligtum Cenáculo de Fundación in Agua Santa überlegte, was sie dem Pater Kentenich zum 100. Jahrestag des  Liebesbündnisses schenken sollten. Sie dachten über die Bedeutung dieser Ereignisse nach, und nach viel Überlegungen entdeckten sie, dass Pater Kentenich selbst die Antwort gibt mit seiner eindeutigen Vision von der Sendung der Frau in der Familie, im Beruf oder wo auch immer. Während des ersten offiziellen Treffens mit der Standesleiterin schlossen sich zwei Frauen aus Valle de María und eine aus dem Mütterbund der Gruppe an.

Der erste Workshop Alégrate Mujer, toda alma [Freue dich, Frau – ganz Seele], begann im März 2013, es folgte Alégrate Mujer, toda entrega[Freue dich, Frau – ganz Hingabe] im März 2015. Annähernd 6.500 Frauen haben an diesen Workshops teilgenommen, und in diesem Jahr 2016 soll der dritte Workshop starten.

Während des gesamten Projektes hatte die Gruppe das Glück, dass die in der Mütterbewegungen tätigen Marienschwestern sie begleiteten und ihnen den Weg gewiesen haben.  Wie können wir das Vertrauen vergessen, das Sr. María Beatriz, die Standesleiterin, in uns gesetzt hat, als wir mit dem Projekt begonnen haben? Oder die Begeisterung, die Sr. Luz María als diözesane Standesleiterin uns beim Beginn des Projekts ins Herz gelegt hdatte? Dann war da während der vergangenen Jahre der große Einsatz, die Begeisterung und die Ausdauer von Sr. María Paz bei der Entstehung und Entwicklung des zweiten Workshops, und natürlich die Freude und Freundlichkeit der jetzigen Standesleiterin, Sr. M. Yerthy.

Alegretón Norte chico(La Serena)

Es ist der Wille Gottes

In jedem einzelnen der vielen Schritte, die wir gemacht haben, um die Inhalte durchzuführen und das große Vermächtnis unseres Vaters in echter Art und Weise zu übermitteln, haben wir gespürt, dass dies ein Weg ist, den Gott für uns geplant hat. Wir hatten Probleme, besonders wirtschaftliche. Deshalb arbeiten wir zur Zeit daran, wie wir eine dauerhafte Finanzierung sichern können, die ein Wachstum der Initiativen im Bereich der Frauenfragen möglich machen, um weiterhin das Ziel des Projektes zu erreichen.

Wie organisieren wir uns?

Um uns zu organisieren und auch eine gewisse Erfolgskontrolle zu etablieren,  haben wir im Jahr 2014 ein Patenschaftsmodell entwickelt. Jedem Mitglied aus dem Leitungs-Team wurden Städte in Chile zugewiesen, die es als Patin übernahm. So kümmern wir uns um die Mitarbeiterinnen, die eine von ihnen koordiniert,  und halten so einen engen, persönlichen Kontakt. Wir besuchen sie auch ein- bis zweimal im Jahr, um die Beziehung zu stärken und die Situation in dem Bereich zu einzuschätzen.

Daher wuchs im September 2015 das Anliegen, Chile zu besuchen und die verschiedenen Städte in Zonen zu sammeln: Zona Norte Grande, Norte Chico, Centro Sur und Sur [Große Nordzone, Kleine Nordzone, Zentrale Südzone und Südzone], und  damit war ‚Alegretón‘ geboren.

Wir wurden dabei  inspiriert von einem 27-Stunden-Kreuzzug der Liebe namens Teletón, und um der Initiative eine Identität zu geben, wurden die Besuche unter dem Namen ‚Alegretón‘ eingeführt. Der erste größere Termin mit den Mitarbeiterinnen und Koordinatorinnen der Zentralen Südzone war im November des letzten Jahres.

Alegretón Sur (P Montt)

¡Alegretón!

An dem Tag beteiligten sich rund fünfundzwanzig Mitarbeiterinnen an einem motivierenden Treffen am Heiligtum Valle de María in Buin. Die meisten von ihnen hatten schon einige Erfahrung aus früheren Workshops, dadurch wurde der Austausch von Erfahrungen, Strategien und Beratungen sehr bereichernd im Blick auf die unterschiedlichen Szenarien, die sich ihnen gezeigt hatten.

Im April reisten sechs Frauen aus unserem Team (es sind acht einschließlich Sr. M. Yerthy, der Standesleiterin) nach Puerto Montt, um sich mit den zukünftigen Mitarbeiterinnen aus Temuco, Caldivia, Osorno, Puerto Montt, Coihaique und Punta Arenas zu treffen. In drei Tagen harter Arbeit trainierten sie mit Begeisterung, aber auch einigen Schwierigkeiten, eine Gruppe von Frauen, die sich für das Projekt verpflichtet haben. Um ihren Besuch im Süden abzuschließen, führten sie zusammen mit einigen der zukünftigen Mitarbeiterinnen den Workshop Alégrate Mujer, toda entraga durch, an dem 42 Frauen – Verwaltungsangestellte, Grundschullehrerinnen, Erzieherinnen und einige Lehrerinnen aus einer angesehenen weiterführenden Schule dieser Gegend teilnahmen.

Im Mai ging es nach La Serena, um sich mit Frauen aus Ovalle, Copiapó, Vallenar und La Serena zu treffen. Sie hatten eine anstrengende Trainingseinheit, damit die Frauen lernten, beide Workshops durchzuführen wie auch die anschließende Evaluierung zu machen. Diese letzte Einheit, die von der Psychologin des Teams ausgearbeitet und angewandt wird, ist von grundlegender Bedeutung für die spätere Finanzierung.

Vom 8. bis zum 11. Juni waren fünf Frauen aus dem Team in Iquique; auch Sr. M. Yerthy begleitete sie. Frauen aus Calama, Arica, Antofagasta und Iquique trafen sich, und der Empfang dort war wunderbar. Alles war vorbereitet, um sicherzustellen, dass das Treffen ein Erfolg würde. Die Arbeit war intensiv, aber sehr fruchtbar. Die ganze Familie empfing die Gruppe und die sorgte für alles.

Achtzig Frauen aus verschiedenen Orten, sozialem Status, Arbeitsverhältnissen und religiösen Überzeugungen  haben unseren Schatz empfangen. Am Ende der geplanten Aktivitäten zeigten mehrere von ihnen ihr Interesse, die Bindung an das Heiligtum aufrecht zu erhalten um sich von der Spiritualität Pater Kentenichs bereichern zu lassen.

Alegretón Norte Grande (Iquique)

Die Kirche im Herausgehen – Schönstatt im Herausgehen

„Aber ich will, dass ihr auch in den Diözesen Wirbel macht, ich will, dass man hinausgeht, ich will, dass die Kirche auf die Straßen hinausgeht, ich will, dass wir standhalten gegen alle Weltlichkeit, Unbeweglichkeit, Bequemlichkeit, gegen den Klerikalismus und alles In-sich-verschlossen-sein. Die Pfarreien, die Schulen, die verschiedenen Einrichtungen sind da, um hinauszugehen …, wenn sie es nicht tun, werden sie eine NGO, und die Kirche darf nie eine NGO sein.“ (25.7.13 beim WJT in Rio)

Indem wir die Worte von Papst Franziskus ins Leben umsetzen, können wir sagen, dass der „Wirbel“, den wir gemacht haben, uns richtig glücklich macht.

Wir  sind erfüllt von einem Gefühl, eine Pflicht erfüllt zu haben und Werkzeuge zu sein, die Gott und die Gottesmutter für diese Aufgabe gerufen haben. Für jede aus dem Leitungsteam und auch für viele der Mitarbeiterinnen des Projektes Alégrate Mujer darf ich sagen, dass mit diesem Projekt Schönstatt wirklich herausgegangen ist, um diesen Schatz der Welt zu geben. Die Tatsache, den Schwerpunkt mehr auf das Wesen der Frau gelegt zu haben als auf das nur Religiöse hat uns einen sehr viel weiteren Fächer an Möglichkeiten gegeben.

Als Frauen dieser Zeit haben wir das Privileg, dieses wertvolle Erbe Pater Kentenichs erhalten zu haben. Wir haben den Lauf schon begonnen; wir sind – wie es die Schönstattfamilie fordert – im „Herausgehen“, mit einigen sehr zügigen Abschnitten, mit anderen eher etwas holprigen, aber mit der Gewissheit, das ist es, was Gott will. Allerdings steckt darin die große Herausforderung, dass viele Frauen diese Aufgabe in effektiver und verantwortungsvoller Weise übernehmen sollten, denn nur so können wir Nachhaltigkeit sichern und beitragen zu dieser „neuen Frau“ nach dem Bild von Maria, dieser Frau, die unser Vater und Gründer gewünscht hat, diese Frau, die Gestalterin der Kirche am Neuen Ufer wird.

Frauensäule Schönstatts! Wir gehen heraus! Lasst uns weiter „Wirbel machen“!“

Alegretón Norte Grande (Iquique) (2)

Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

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