Veröffentlicht am 2015-10-16 In Projekte

Die Wallfahrt der Städte und Dörfer beginnt…

ARGENTINIEN, Maria Fischer •

Afiche2015Alles ist bereit. Am heutigen 16. Oktober verbinden die Schritte der Pilger zum 33. Mal den Bildstock in Hasenkamp mit dem Heiligtum in La Loma. Die Wallfahrt der Städte und Dörfer, die größte Glaubensdemonstration des Erzbistums Paraná, startet um 17.00 Uhr Ortszeit einem neuen Sonnenuntergang entgegen, einer neuen Begegnung mit Maria entgegen.

Pfarrer Alfonso Dittler, Pfarrer der Pfarrei San José von Hasenkamp, zelebrierte die traditionelle Pilgermesse, die Aussendungsmesse, die immer am Donnerstag vor der Wallfahrt gefeiert wird. In seiner Predigt betonte er die Hingabe und Schlichtheit, mit der Maria in der Heiligen Schrift gezeichnet wird.

„Es ist dieser Geist, der jeden von uns jeweils in seinem Arbeitsfeld auf diesem Weg erfüllen und leiten muss“, sagte Pfarrer Dittler, wobei er sich jeden einzelnen der vielen Helfer wandte, die für diese Wallfahrt arbeiten.

In der Pfarrei konnte man bis zum späten Abend viele Teams noch bei der Arbeit sehen. Der „Zentrallastwagen“, eine Mischung von Bühne und Kommandozentrale, steht schon vor der Kirche, mit Kabeln und technischem Gerät bestückt und bereit für die Aufgabe. Die Helfer aus dem Team „Sicherheitswesten“ waren mit den letzten Details zugange.

Früh am Freitagmorgen schon schmückt sich der Bildstock zum Fest, da Tausende von Pilgern sich hier versammeln werden, um den Aufbruch zu erwarten. Die Wettervorhersage verspricht ungewöhnlich gutes Wetter und vertreibt damit die Sorge vor sintflutartigem Regen, der immer befürchtet wird, manchmal schon den Abbruch der Wallfahrt erzwungen hat und letztes Jahr die Ankunft am Heiligtum im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen ließ.

„Mutter, hilf uns die Schöpfung bewahren“ – so lautet das Motto, das die gut 26 Stunden Fußmarsch leitet. Die Botschaft von Papst Franziskus in Laudato Si‘ ist die Mitte der Impulse und Anregungen auf dem Weg, und Maria ist die Brücke zum Vater, die jeden Pilger auf seinem Weg nach La Loma inspiriert.

Ein unbeschreiblich schlichter Anfang

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Am Anfang waren genau zwei Personen, die den Willen Gottes hörten und ihre Liebe zu Maria deshalb durch diesen Pilgerweg zeigen wollten. Es waren zwei Jugendliche aus der Schönstattjugend von Paraná:  Amelio Rodríguez und Jorge Quiroz. Im Jahr 1983 bereiteten sie sich darauf vor, ihr Liebesbündnis mit der Gottesmutter zu schließen, und beschlossen, sie im Heiligtum von La Loma in Paraná zu besuchen, aber anders! Sie verzichteten auf die Bequemlichkeiten und machten aus ihrem Wunsch eine seltene Odyssee. Denn sie nahmen sich vor, die 90 Kilometer zwischen Hasenkamp und Paraná zu Fuß zu gehen.

Wasser war seit diesem Anfang ein Zeichen dieser Wallfahrt. Ein heftiges Unwetter zwang sie, die Wallfahrt auf halber Strecke abzubrechen, doch am Wochenende darauf machten Amelio und Jorge sich erneut auf den Weg, um zum ersten Mal als echte Pilger der „Patronin“, wie sie die Gottesmutter nannten, in ihrem Haus in La Loma zu begegnen.

„Eines Tages werden die Leute vom Feld kommen und sich dieser Wallfahrt anschließen!“ Halb im Scherz und halb im Ernst sagte einer der Jugendlichen diesen Gedanken, der nach reiner Utopie klang. Doch es verging nicht viel Zeit, bis dieser Traum Realität wurde. Und nicht nur die Leute von den Feldern kamen dazu, sondern ein Ort nach dem anderen aus der Diözese und darüber hinaus schloss sich an …

Tausend Lichter für Maria

12115619_510242925817271_140881284421904244_nDie Zeit verging, und jetzt arbeiten die Organisatoren in der Vorbereitung auf die 33. Wallfahrt der Städte und Dörfer, laden ein, sich anzuschließen, die Herzen zu bereiten für die Wallfahrt, zum Beten der Tausend Ave Maria. In einer Nacht versammeln sich Gläubige aus Hasenkamp in der Pfarrkirche San José, um 20 Rosenkränze für die Wallfahrt zu beten. Jedes Jahr.

Bald entschied man sich, diese Gebetsnacht zu weiten und dazu auf die Plaza San Martín in Hasenkamp einzuladen, von wo aus jeder ein Ave Maria beten würde, in der Hand eine Kerze, um die Gegenwart Christi anzuzeigen und so die Tausend Gebete zu feiern wie einen riesigen Lichterrosenkranz.  Und so entstand die Initiative „Tausend Lichter für Maria“.

Dieses Jahr wurde die Einladung auf alle Gemeinschaften und Gruppen, die sich anschließen wollten, ausgeweitet. Am Sonntag, 11. Oktober um 21.00 Uhr, waren alle eingeladen, wo immer sie auch waren, eine Kerze zu entzünden und ein Ave Maria zu beten. So entstand eine geistliche Verbindung im Gebet. In Paraná wurde zum gemeinsamen Gebet auf dem Platz vor der Kathedrale eingeladen. Selbst weit entfernt von der eigentlichen Pilgerstrecke schlossen sich Menschen dem Gebet an.

Dienst

Was die Wallfahrt neben der Vorbereitung im Gebet von anderen unterscheidet, ist die Dienstbereitschaft, die so viele Menschen bewegt, auf dem Weg etwas für die Pilger zu tun. So sorgt eine geistliche Bewegung für Essen und Trinken an einer der Stationen in der Nacht – kostenlos für alle. Bei dieser Wallfahrt gibt es 13 Teams für konkrete Arbeiten, alle verbunden durch ein Band, das die Gottesmutter und Gott unter ihnen webt.

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Mit Material aus www.materperegrina.org und Pressemeldungen des Bistums.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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