ermita Bariloche

Veröffentlicht am 2021-02-05 In Misiones

Zurück zu dem Ort, an dem ich meine missionarische Berufung gefunden habe

ARGENTINIEN, Juan Eduardo Villarraza •

Im Januar 2021, nach einem harten Jahr für alle, in dem das Reisen von einem Ort zum anderen, der Besuch von Verwandten oder die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten fast zur Science-Fiction wurde, beschloss ich, dass ich genug davon hatte, zu Hause zu bleiben, und dass der Januar der Monat des Urlaubs sein würde, im Vertrauen darauf, dass es das Beste sein würde, Gottes Schöpfung besser schätzen zu können und nebenher auszuspannen.—

Patagonien: Laudato si’

Endlich war es soweit, und nach einer Fahrt von einigen Stunden war ich endlich wieder in San Carlos de Bariloche. Als ich ein wenig nachdachte, stellte ich fest, dass ich schon zum vierten Mal in dieser schönen Stadt im Süden Argentiniens war. Ein wunderschönes Land, von Gott gesegnet mit einer wirklich überwältigenden Landschaft. Überwältigend wegen der Schönheit seiner Farben, dem Blau des Himmels, dem Weiß der Wolken, dem grünlichen Blau des Nahuel Huapi-Sees, den erdigen Farben der mit Schnee und Gletschern gekrönten Berge… All das weckte ein Loblied auf den Schöpfer, weil er uns so viel geschenkt hat, und erinnerte uns gleichzeitig an die Notwendigkeit, dieses Geschenk des dreifaltigen Gottes zu pflegen, dieses Zeichen seiner Liebe in dieser Welt.

Aber es war nicht nur die Stadt San Carlos de Bariloche, die mich zu so großer Dankbarkeit brachte und ja, Gottesfurcht in dem Sinne, dass wir wissen, dass wir klein sind und die Transzendenz gleichzeitig eine liebenswerte Nähe ist, der es darum geht, uns Freude zu schenken und Gottes-Gegenwart näher zu bringen. Die Victoria-Insel, der Berg Tronador, der Myrtenwald, das Segeln auf dem Nahuel Huapi… all das hat das Gefühl der Dankbarkeit noch verstärkt und vergrößert.

Patagonien: Land der Mission und Wiege der Heiligkeit

Blick auf den Nahuel Huapi-See und die Kathedrale Unserer Lieben Frau von Nahuel Huapi, Sitz des Bischofs von Bariloche.

Aber es ist nicht nur das natürliche Leben, das uns dazu bringt, Gott Ehre zu geben und sein Werk zu bewundern. Das übernatürliche Leben ist auch an diesem Ort gegenwärtig, es bringt seine Früchte hervor und bittet um noch größere Hingabe, um die Türen für Christus öffnen zu können, wie der heilige Johannes Paul II. in der Predigt zu Beginn seines Pontifikats vor mehr als 30 Jahren forderte.

Gewöhnlich identifizieren wir den heiligen Johannes Bosco, Don Bosco, wie wir ihn volkstümlicher nennen, mit der Evangelisierung dieser Gegend, aber die missionarische Aufgabe hatte schon vorher begonnen.

Wenn wir in der Geschichte zurückgehen, wissen wir, dass die Spanier in diese südlichen Länder kamen, die von verschiedenen indigenen Völkern wie den Tehuelches, den Patagoniern und den Mapuches, unter anderem, bewohnt waren. Obwohl es Missbräuche von Seiten der Eroberer gab, gab es auch andere Evangelisierer, die unter Einsatz ihres Lebens, unter Verlassen ihrer Familien und unter Verzicht auf ihre Adelstitel beschlossen, diese Orte zu erreichen und nicht nur Christus bekannt zu machen, sondern auch das Leben dieser Menschen zu verbessern, indem sie ihnen auf verschiedene Weise halfen. Die ersten, die ankamen, waren die Jesuiten, vor allem die Italiener. Mit einer für die damalige Zeit sehr fortschrittlichen Vision versuchten sie, mit den Bewohnern Araukaniens Frieden zu schließen, und während einer Zeit im 17. Jahrhundert gelang ihnen eine erste Evangelisierung. Nicolás Mascardi, ein Ligurer aus Genua, ließ sich in der Gegend des Nahuel Huapi Sees nieder und diente von dort aus den Menschen. Der Höhepunkt seines Wirkens war sein Märtyrertod, der zweifellos die Saat für neue Christen gelegt hat. Ihm ist es zu verdanken, dass Maria in diese südlichen Länder kam, denn sie vertraute die Mission der Muttergottes von Nahuel Huapi an.

Später, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, hatte der heilige Johannes Bosco einen prophetischen Traum, in dem ihm offenbart wurde, dass er seine Salesianer aussenden sollte, um diese Länder zu evangelisieren. Schließlich kamen zehn Missionare in Buenos Aires an, und nach vielen Wechselfällen gelang es ihnen, ihr Ziel zu erreichen, und nach und nach, nicht ohne Mühen und Rückschläge, widmeten sie sich der Missionsarbeit, um allen ein Leben in Würde zu ermöglichen und Zugang zur Bildung zu geben, sowohl den Einheimischen, die dezimiert und verarmt waren, als auch den Einwanderern, die zu kommen begannen.

Die Früchte der Heiligkeit werden sichtbar, und heute können wir sie in zwei jungen Seligen sehen, einer ein Nachkomme eines Kaziken, der selige Ceferino Namuncurá und die seligen Laura Vicuña, er ein Argentinier, sie Chilenin, beide jung und mit einer sehr tiefen Spiritualität und großem Sendungsbewusstsein.

Das MTA-Bildstöckchen, Ort meiner missionarischen Berufung

Die Evangelisierung ist nie abgeschlossen, und in jeder Epoche erhebt Gott auch neue Wege, um alle Menschen zu erreichen, damit sie organisch denken, lieben und leben, d.h. durch die Kirche Christus zur Welt bringen.

Vor vielen Jahren kam die Gottesmutter von Schönstatt auch nach Bariloche, und sie beschloss, dort einen Gnadenort zu errichten, in diesem Fall ein Bildstock im Stadtteil Nahuel Malal. Dieser Gnadenort reiht sich ein in die „Geographie der Schönstatterfahrungen“, die Gott mir in diesen Lebensjahren geschenkt hat, seit ich am 20. Januar 1992 im Heiligtum von Florencio Varela sehr deutlich den Ruf erlebt habe, Teil der Schönstattfamilie zu sein. Genauer gesagt, während des Sommerlagers der Mannesjugend 1994 war eine der Aktivitäten, die wir hatten, vom Bildstock aus mit einigen Bildern der Pilgernden Gottesmutter hinauszugehen, um Familien in der Umgebung zu besuchen, und ich erinnere mich mit besonderer Zuneigung, wie ich mit einigen Kindern aus dem Ort und anderen Freunden aus dem Lager mich aufmachte, um mit ihnen zur MTA zu beten.

Zwei Jahre später, ebenfalls im Sommer, begann mein erster Einsatz bei den Studenten-Misiones. Obwohl die Missionare in einem anderen Teil der Stadt untergebracht waren und wir in verschiedenen Stadtteilen missionierten (ich erinnere mich, dass viele von uns den Bus nehmen mussten, um dorthin zu gelangen), war das Bildstöckchen der Gnadenort, der für den Abschluss der Misiones ausgewählt wurde und diesen Gnadenort noch mehr bekannt zu machen. Es gefiel mir so gut, auf Misiones zu gehen, dass ich ein Jahrzehnt lang jeden Sommer mit der Bewegung und sogar mit den Hijas de María Santísima del Huerto, den Ordensschwestern der Schule, in der ich arbeite, und später in den Familien-Misiones weitergemacht habe.

Dadurch entdeckte ich, dass der Ruf zur missionarischen Evangelisation nicht etwas ist, das nur in den Sommern passiert oder etwas für die Zeit der Jugend ist und dann nie wieder. Es ist wirklich eine Lebensweise, eine Art, unser Bündnis zu verstehen, und es betrifft unser ganzes Leben, auch wenn wir nicht physisch „herausgehen“ auf Mission, wie unsere Patronin, die heilige Therese, zeigt.

Aus all diesen Gründen habe ich mich in diesem Jahr entschieden, zum Bildstock der Gottesmutter von Schönstatt in Bariloche zu pilgern. Es war ein schöner Spaziergang, bei dem ich mich noch einmal dankbar an all das Gute erinnern konnte, das ich in dieser Zeit erhalten habe, und es war auch ein Beitrag zum „Gnadenkapital“ für Schönstatt in Bariloche und für den Schönstatt-Männerbund in Argentinien.

Das Bildstöckchen der MTA in Bariloche

Das Bildstöckchen der MTA in Bariloche

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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