Veröffentlicht am 28. März 2019 In Misiones

Eine Kleinstadt mit Volksglauben und viel Zuneigung

ARGENTINA, Carlos y Lilita Riccardi •

Wieder einmal ging es bei den Familien-Misiones der Schönstattfamilie von La Plata (die 21. Mission in 21 Jahren, ohne eine einzige Unterbrechung) auf Mission, diesmal nach General Alvear in der Provinz Buenos Aires. Eine Stadt, 228 km von der Hauptstadt entfernt, die in der Zeit stehengeblieben zu sein scheint, typisch für das Innere der Provinz, mit ihrer Pfarrkirche auf dem Hauptplatz, neben dem Bürgermeisteramt und anderen Verwaltungseinrichtungen. Eine kleine Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern, in dem die Mehrheit der jungen Menschen im Alter von 17/18 Jahren wegzieht, um zu studieren oder neue Horizonte zu entdecken. Es gibt hier zwei Strafvollzugsanstalten, die mehreren Familien der Stadt Arbeit geben und die Stadt nach der letzten Volkszählung sogar haben wachsen lassen.—

Dies war das erste Jahr  der Misiones dort,  so dass die Erwartungen entsprechend hoch waren. Auch wenn unter den Missionaren, begleitet von Pater José María Iturrería, Gabriela und Gastón Zurita sowie Alicia und Eduardo Monguillot, Mitbegründer der Familienmissionen in Argentinien, waren, die bei allen bisher 21 Familienmissionen dabei gewesen sind, ist da immer diese gewisse Sorge:  Wie werden die Menschen sein, wie werden wir empfangen, welche Sorgen werden sie haben? Dabei weiß man doch: Die Anwesenheit der Gottesmutter wird die Türen der Häuser öffnen und eine gute Mission ermöglichen.

Eine kleine Stadt, verbunden mit Unserer Lieben Frau von Luján, der Patronin Argentiniens

Nachdem sie von Pfarrer Juan Angel empfangen und in der Schule untergebracht worden waren, gingen die Familien auf Mission und besuchten die Häuser, und sie wurden sehr gut aufgenommen. Sie fanden ein Volk mit viel Glauben, aber sehr seltener Teilnahme an der Messe oder irgendwelchen kirchlichen Aktivitäten. Die Mehrheit der Leute nahm den Besuch der Missionare, die von den Bildern der Gottesmutter von Luján und der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt begleitet wurden, gerne an.  Alvear ist eine Stadt, in der Unsere Liebe Frau von Luján sehr verehrt wird, so sehr, dass die Gauchos und Landwirte der Zone jedes Jahr zu Pferd zur Basilika von Luján, zur Schutzpatronin der Argentinier, pilgern.

Siebzig Jahre nach der ersten und letzten Kommunion

Bei diesen Besuchen trafen sie Ehepaare von über 80 Jahren, die als Kinder zur Erstkommunion gegangen waren, seitdem aber nie mehr die Kommunion  empfangen oder eine Kirche betreten hatten. Nach dem Besuch  waren sie einverstanden, dass Pater José María sie am nächsten Tag besuchen würde, sie beichteten und empfingen nach 70 Jahren erstmals wieder die heilige Kommunion.  Viele solcher Erfahrungen wurden in dieser Woche der Mission wiederholt. Wir besuchten auch Krankenhäuser, Altenheime, mit dabei immer die Pilgernde Gottesmutter,  die Türen öffnete und eine Atmosphäre der Offenheit in den Menschen schuf, und das immer mit einem Klima der Freude, die das dominante Merkmal dieser Mission war.

Für die Kinder der Stadt gaben die jungen Missionare beim Bildstock von San Cayetano, etwa 20 Blocks vom Zentrum entfernt, Katechese und spielten mit ihnen, um eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Dort wurde auch eine Messe gefeiert und die Missionare arbeiteten am Bau einer Halle mit, die sich neben dem Bildstock befindet und in Zukunft als Versammlungsraum für die Leute in dieser Gegend dienen soll. Es ist geplant, dass die Missionare diesen Raum beim nächsten Mal überdachen.

Missionare der Kampagne

Die Mission endete, wie jedes Jahr, mit der Sendungsmesse und einem Gitarrenfestival, das im Handelsraum der Stadt stattfand. Am Tag zuvor hatten die Gaucho-Pilger die Missionare mit 5 gebratenen Lämmern, die sehr reich und schmackhaft waren, geehrt.

In diesem ersten Jahr der Mission wurden die Türen geöffnet, damit die Gottesmutter in die Häuser der Stadt eintreten und Missionare gewinnen konnte, damit im nächsten Jahr die Pilgernde Gottesmutter in ihrer Verantwortung in General Alvear bleiben kann.

Was ist von den Misiones geblieben?

Wenn eine Mission endet, fragen sich die Missionare: „Was hat mir diese Mission gebracht?“ Die Antwort hat im Laufe der Jahre  einen gemeinsamen Nenner gefunden: „Die Missionare, die auf Mission gehen…. werden am Ende missioniert… durch einfachen Glauben, durch die Zuneigung und Großzügigkeit des Volkes.“ Diese einfachen Menschen mit ihrem Volksglauben, die, obwohl sie nicht zur Messe gehen, an Gott und an die Gottesmutter glauben, die sie verehren und respektieren.

Die jüngsten Missionare erleben in der Mission ein Wachstum in der Liebe, wenn sie den Familiengeist sehen, der in den Familien-Misiones existiert und sie im Glauben wachsen lässt. Für alle Missionare ist es, als ob diese Woche ein offener geistlicher Rückzugsort wäre, wo man in einer Atmosphäre des Familiengeistes, des Teilens von Aufgaben, der Missionierung, des Nachdenkens, der Meditation, des Betens…. in die Tiefe eines jeden gelangt, im Geiste und in der Gemeinschaft, wo Erfahrungen geteilt werden und andere Realitäten kennengelernt, die es ihnen ermöglichen, ihre Batterien aufzuladen, wenn sie ins Alltagsleben zurückkehren.

Abschließend möchten wir der kleinen Stadt  General Alvear danken, die die Missionare mit viel Liebe aufgenommen und sie mit viel Zuneigung betreut hat. Wir machen uns die Botschaft der Dankbarkeit von Pfr. Pater Juan Ángel an die Menschen von General Alvear zu eigen und danken für all die Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit, die den Missionaren entgegengebracht wurde. Im Namen der Missionare sind wir der Gottesmutter besonders dankbar, denn sie ist es, die Wege und Türen öffnet.

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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