Veröffentlicht am 2015-10-22 In Misiones

Meine Begegnung bei den Misiones

PARAGUAY, Rolando José Benítez Velázquez •

Vor zwei Jahren habe ich meine Mutter verloren; es war eine allzu starke Erfahrung für mich, weil ich so stark an ihr gehangen habe. Ich glaubte, das sei etwas, das ich nicht überwinden könnte. Ich distanzierte mich von der Religion, ich distanzierte mich von Gott, und ich fühlte mich leer, bis mir ein ganz besonderer Mensch in meinem Leben einen Weg zeigte, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich ihn gehen würde: Er lud mich zu den „Misiones“ ein.

Mit vielen Zweifeln und wenig Lust habe ich diese Einladung angenommen, ohne zu wissen, was mich erwartete. Ich bin zu den Treffen gegangen und fragte mich, ob es sich lohne, ob dies mir wirklich helfen würde. Manchmal fragte ich mich: Was tue ich hier? Ich habe den Anruf nicht verstanden, den ich erhalten hatte, und das ging so bis zum Tag der Abreise. Merkwürdigerweise spürte ich ein Gefühl, als wir in der Stadt ankamen. Ich spürte, dass ich viel Lust hatte und bemerkte ein seltsames Gefühl, das uns alle vereinte. Am ersten Tag gingen wir nicht auf Mission, aber ich spürte, dass etwas passieren würde. Am zweiten Tag, als ich an der Reihe war, auf Mission zu gehen, verstand ich nicht, worum es ging, aber ich fühlte eine gewisse Hoffnung.

Zwei Jahre

Interessanterweise nahm meine Gruppe die schwierigste und unangenehmste Straße unter denen, wo wir auf Mission gehen konnten, und ich glaube, das war eine der besten Entscheidungen, die wir getroffen haben. Wir kamen im ersten Haus an; ich sprach kaum. Ich hörte nur zu und versuchte zu verstehen, was ich zu tun hatte. Das war für mich das erste Mal, das ich missionierte, und ich wusste nicht, was ich sagen sollte!

Bis ich an der Reihe war, in einem Haus zu sprechen, einem Haus, klein, etwas entfernt, wo eine Frau allein lebte. Ich begann mein Gespräch mit ihr und zeigte ihr die Gottesmutter. Unter Tränen sagte sie mir, dass ihre Mutter gestorben sei, und dass sie den Verlust nicht überwinden könne, weil sie sehr eng verbunden waren. Das überraschte mich wirklich sehr, und als ich sie fragte, wann sie gestorben sei, erzählte sie mir: vor zwei Jahren, zwei Jahre ist es schon her!

Konnte das wahr sein?? Es war derselbe Zeitraum, in dem meine Mutter im Himmel war. Ich hatte einen Kloß im Hals, bis mir diese Worte kamen: „Wissen Sie, das Leben ist manchmal nicht fair, aber Gott hat immer etwas für uns. Manchmal verstehen wir seine Fügungen nicht, aber wir müssen vorwärts gehen, vorwärts im Gedenken an unsere Mütter, die das sicherlich von uns erwarten, statt zu weinen, weil sie in den Himmel gegangen sind.“

Ich glaube fest, dass diese Erfahrung mein Leben verändert hat; es hat mir geholfen, über mich hinauszuwachsen und zu verstehen, dass man mit kleinen Dingen enorm Großes tun kann. Wenn man alles, was einem schwer ist, der Gottesmutter, der Mutter Maria, übergibt, kann sie einem eine Menge geben. Und ich, ein junger Mann, vielleicht nicht so viel wert, vielleicht nicht das beste Vorbild, – das ist nicht das beste Beispiel -, kann mit etwas gutem Willen so viel Gutes für jemand anderes tun. Und wenn man dann dieses Licht der Hoffnung in den Augen des anderen sieht, kann man es auf sich übertragen, sich damit anfüllen und die feste Überzeugung haben, dass sie wirklich Wunder wirkt.

Quelle: Zeitschrift Tuparenda, September 2015
Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

 

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