Veröffentlicht am 2015-03-08 In Misiones

Misión País 2015: Katholisch, glücklich, engagiert

von Elisa Menéndez-Pidal Zabía, Spanien

Ich soll in wenigen Worten sagen, was Misión País für mich bedeutet hat… schwierig, aber ich will es gerne versuchen. Wie unsere letztjährige Leiterin der Mission, Beatriz Cornejo, sagte, ist Misión País ein Traum, ein Projekt, eine verrückte Idee, die vor Jahren in Chile entstanden und in Portugal und anderen Ländern verbreitet ist, und seit 2014 auch in Spanien. Ich nehme an, die meisten wissen schon, worin sie besteht, aber für alle Fälle schreibe ich eine kurze Zusammenfassung.

 

Während einer Woche gehen einige Studenten in ein Dorf in Spanien – lassen dafür unsere Aufgaben und Routine hinter uns – und stellen uns dem Pfarrer, seiner Pfarrei (in unserem Fall Villanueva del Duque, in Córdoba) zur Verfügung, um bei allem zu helfen, was ansteht. Dieses Jahr haben wir beispielsweise im Altenheim, in der Schule und beim Radioprogramm mitgearbeitet, den Kirchturm gereinigt, ein Festival und ein Fußballturnier für die Jugend des Dorfes und viele andere Aktivitäten sowohl spielerischer wie auch religiöser Art (Messen, Vigilien, Anbetungen…) organisiert.

Gott und die Pilgernde Gottesmutter zu den Menschen bringen – darum geht es

Misión País (Mission Land) besteht nicht nur darin, ein paar Tage lang einen ehrenamtlichen Dienst zu verrichten, es geht darum, Gott und die Pilgernde Gottesmutter – die eigentliche große Gestalterin dieser Mission – zu den Menschen zu bringen, wodurch alle Aktivitäten irgendwie mit dem Religiösen verbunden sind.

Was für mich am wichtigsten ist und was mir am besten gefallen hat, war die Tür-zu-Tür-Mission; da geht man mit der Pilgernden Gottesmutter von Haus zu Haus, erklärt, wer sie ist, was man im Dorf macht und lädt die Leute ein, mit uns zu beten. Aber was mir am allermeisten dabei gefällt, ist ihre Geschichten zu hören, zu sehen, wie sie sich über die Gottesmutter freuen, ihre Religiosität und wie sie uns gar nicht mehr aus dem Haus lassen wollen, uns mit allen möglichen Keksen und Kuchen einladen… Villanueva del Duque war großartig zu uns, wieder einmal, und bewirtete uns köstlich, bis wir sagen mussten: Mehr geht nicht, ihr wart wunderbare Gastgeber, und wir werden ihnen für alles, was wir selbst erhalten haben, für immer dankbar sein.

Brennt dein Herz?

Jedes Jahr wird Misión País von einem Wort aus dem Evangelium inspiriert, das zum Motto wird und die geistige Linie der Mission prägt, zu dem wird, was wir dem Dorf, in das wir gehen, mitgeben möchten. Dieses Jahr haben wir uns auf den Satz aus dem Bericht von den Emmausjüngern konzentriert: Brennt dein Herz?

Die Erklärung ist diese: Als die Jünger nach Emmaus gehen, traurig und weit weg, begegnen sie Jesus, der ihnen erscheint und sich ihnen anschließt. Sie fangen an, von allen Propheten zu reden und allem, was über IHN in den Alten Schriften steht. Als sie an ihrem Ziel ankommen, bitten sie ihn, zum Essen bei ihnen zu bleiben, und es ist beim Brotbrechen, als sie ihn endlich erkennen und wissen, dass es der Auferstandene ist, ganz so, wie es die Apostel gesagt hatten. Und sie merken, wir ihr Herz gebrannt hatte, als er mit ihnen auf dem Weg war, und sie möchten, dass dieses Brennen nicht in ihnen bleibt, sondern wissen, dass sie es in alle Welt tragen müssen.

Ich habe Gott überall gesehen

Wir möchten wie die Emmausjünger sein, wir möchten, dass unser Herz vor Liebe zu Christus brennt, und dass dieses Feuer nicht bei uns allein bleibt, sondern dass wir verstehen, es überall hinzubringen und durch unser Zeugnis bewirken, dass viele Menschen Gott und Maria kennen lernen.

Ob mein Herz gebrannt hat? Nein. Diese Misiones haben mein Herz regelrecht explodieren lassen, nicht nur wegen all dem, was wir in Villanueva del Duque gemacht haben, sondern weil ich Gott überall gesehen habe, in den kleinsten Kleinigkeiten, vom Tanzen und Springen auf dem Kirchplatz mit dem ganzen Dorf bis zum Lächeln der Alten im Altenheim. Bei der Mission nach innen ist es einfach das Erleben, wie diese Gruppe von dreiundvierzig Menschen sich jetzt als Familie fühlt. Unter uns sind manche sehr starken Bindungen gewachsen, die nur aus der Liebe Gottes zu verstehen sind. Wie sagte einer der Missionare: „Jeder von euch hat mein Herz zum Überfließen gebracht.“ Und es stimmt, wenn du so unbeschreiblich glücklich bist, wenn du so viel geschenkte und schenkende Liebe erlebst, dann hat das alles nur einen Namen: Gott – und die besondere Sorge von Maria.

Und nicht fehlen darf der Dank an ganz Villanueva del Duque, an Don Ignacio, die Bürgermeisterin und alle Einwohner, die bewirkt haben, dass unser Herz immer mehr brannte für uns als Missionare und den Rest der Welt, um dieses Feuer in die letzten Ecken des Planeten zu bringen mit Jesus und Maria als unseren großen Erziehern und Beispielen, denen wir folgen.

Die Entstehung von Misión País

„Misión País“ ist ein missionarisches Projekt, das von einer Gruppe katholischer Studenten aus Madrid begonnen wurde, bei dem es darum geht, die Jugend in den Dienst der Menschen zu stellen und eine Erfahrung von Engagement, Gebet und selbstlosem Dienst an den Nächsten zu vermitteln.

Die Mission als solche dauert eine Woche, wobei eine doppelte Aufgabe erfüllt wird. Einerseits ein soziales Tun durch Aktivitäten wie Besuche bei Alten und Kranken, soziale Arbeiten jeder Art, und andererseits das Zeugnis des Glaubens durch apostolisches und evangelisierendes Tun in Katechese, Liturgie, Theater usw.

Dieses Projekt ist inspiriert von einem ähnlichen, das bereits längere Zeit in Chile, Portugal und einigen anderen Ländern läuft. Allein in Lissabon nehmen daran über 800 Studenten aus 32 verschiedenen Fakultäten teil, mit Misiones in 35 Dörfern.

Mission ist konstituierendes Element der Identität der Kirche, die vom Herrn gerufen ist, allen Völkern das Evangelium zu bringen. Das schließt ein, dass alle christlichen Gemeinschaften sich in den Stand permanenter Mission versetzen. Das aber ist nicht möglich ohne persönliche, pastorale und kirchliche Bekehrung hin zur Heiligkeit und dem Apostolat der Getauften, um diejenigen anzuziehen, die die Kirche verlassen haben, die fern vom Einfluss des Evangeliums leben und die das Geschenk des Glaubens überhaupt noch nie erfahren haben.

In unserem Land, Spanien, gibt es Jugendliche, die von einer lebendigen, dynamischen Kirche träumen, die Antwort gibt auf die Fragen ihres Lebens. Es ist auch wahr, dass sie mehr und mehr Initiative ergreifen; aber es stimmt auch, dass es dringend notwendig ist, unser kirchliches Engagement als Jugendliche zu erneuern, um darauf zu antworten und Christus ohne Angst den Entferntesten zu künden, aus der Kraft einer Begegnung mit Jesus, in der er uns erneuert und rettet – Tag für Tag.

„Misión País“ will in den Studenten den christlichen missionarischen Geist wecken, der ihr künftiges Berufsleben antreiben soll, und Jesus Christus aus einer anderen als der alltäglichen Wirklichkeit neu zu entdecken, und dabei zugleich das soziale Gewissen zu festigen.

„Misión país“ hinterlässt Spuren

Die Webseite der Diözese Córdoba wie auch die der Pfarrei spiegeln die Wirkung der Misión País in zahlreichen Fotos und Texten voller Dankbarkeit und Stolz – ein starkes, echtes Zeugnis.

„Misión País ist ein missionarisches Projekt, das gut 40 Studenten und mehrere Priester und Ordensleute aus Madrid durchgeführt haben; es besteht im Angebot einer Erfahrung von ehrenamtlichem Engagement, Gebet und Dienst am Nächsten in Zusammenarbeit mit einer Pfarrei. Im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr hat diese Initiative in der Pfarrei San Mateo in Villanueva del Duque stattgefunden, der ersten Pfarrei Spaniens, die diese Bewegung aufgenommen hat, die in anderen Ländern wie Chile und Portugal weit verbreitet ist.

Vom 3. bis 8. Februar haben die jungen Leute die Alten und Kranken der Pfarrei besucht, soziale Arbeiten verrichtet und Glaubenszeugnis gegeben durch Initiativen der Evangelisierung, Verlebendigung der Katechese, Theater und sogar einen Film (http://proyecto3mr.com/). Am 5. Februar besuchten sie den Bischof, schenkten ihm ein Kreuz und dieser erteilte ihnen den Segen“, heißt es auf der Webseite der Diözese Córdoba, und weiter: „In diesen Tagen ist das Dorf von den Studenten aus Madrid auf den Kopf gestellt worden, von diesen jungen Leuten, die ihre Erfahrung der Evangelisierung mit dem Dorf geteilt und selbstlos im Altenheim „Sagrada Familia“ sowie bei der Instandsetzung der Kapelle der Muttergottes von Guía gearbeitet haben. Auch haben sie Kranke besucht, ein missionarisches Festival organisiert, bei dem das Gleichnis vom Barmherzigen Samaritaner auf unsere Zeit hin angepasst dargestellt wurde.“

Auf der Webseite der Pfarrei finden sich unzählige Fotos, mehrere Videos und auch die Interviews, die Radio Guía mit den Jugendlichen der Misión País durchgeführt hat.

Dieser Artikel wurde vom internationalen katholischen Nachrichtenportal Aleteia.org übernommen.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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