Guatemala

Veröffentlicht am 2022-05-31 In Kampagne

Die „deutsche Madonna“, die sich in der Pandemie um uns kümmerte

GUATEMALA, Ana Beatriz Rodríguez •

Als Pater José Luis Correa im April Guatemala besuchte, segnete er das Bild der Gottesmutter von Schönstatt in dem von Ana Beatriz Rodríguez und ihrer Cousine Paola geführten Kindergarten. Ana Beatriz ist Missionarin der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt, die sie während der COVID-Zeit als „deutsche Madonna“ kennengelernt hat… Hier ist ihr Zeugnis. —

Wir sind zwei befreundete Paare, wir haben uns an der Uni kennengelernt und sind super Freunde geworden.

Wir haben viel miteinander geteilt. Als Alejandro, mein Mann, und ich erfuhren, dass wir unsere erste Tochter, Marinés, bekommen würden, haben wir uns nicht dreimal überlegt, dass wir Javier und Carolina, unsere unzertrennlichen Freunde, zu ihren Paten machen wollten. Auch wenn wir so unterschiedlich sind, haben wir viel gemeinsam, auch unsere Religion. Wir sind Paten ihres jüngsten Sohnes und wir haben einen Chat auf WhatsApp, den wir „Zweifache Paten“ nennen, wo wir alles teilen und immer auf die beiden Familien und unsere Lieben aufpassen.

Dann ist COVID in unserem Land angekommen, die Krankenhäuser zusammengebrochen….

Als die Pandemie begann, haben wir uns über Zoom und Videoanrufe getroffen, damit wir uns sehen konnten, denn auch unsere Kinder, obwohl sie unterschiedlichen Geschlechts sind, stehen sich sehr nahe. Meine Töchter sagen, dass Juani und Martin im Herzen ihre Cousins sind.

Das Jahr 2020 hat eine Menge Dinge verändert. COVID kam in unser Land, die Krankenhäuser brachen zusammen, die Regierung verhängte einen strikten Lockdown, und wir gerieten in Panik.

Mauricio Lemus, Alejandros Onkel, wurde am 26. Juni positiv getestet, er war der erste aus meiner engen Familie, der positiv getestet wurde. Am Anfang fühlte er sich sehr müde, hatte viel Husten und sehr hohes Fieber. Es schien zuerst alles unter Kontrolle zu sein, aber am zweiten Tag begann seine Sauerstoffversorgung zu sinken und die Ärzte teilten uns mit, dass wir ihn dringend in ein Krankenhaus verlegen müssten. Die Krankenhäuser in Guatemala brachen zusammen und zu allem Überfluss hatten sie auch noch keine Krankenversicherung. Claudia, seine Frau, schaffte es, einen Platz im Los Cedros Krankenhaus zu bekommen und er wurde sofort aufgenommen.

Von da an, und ohne dass wir unsere „Madonna“ schon kannten, begannen die Wunder und viele Engel ohne Flügel erschienen und begleiteten uns in diesen Momenten.

Die Person, die Mauricio im Krankenhaus empfing, war Dr. Pamech, einer der Mitarbeiter meiner Schwägerin Rebeca während ihrer Arbeit im Krankenhaus von San Juan De Dios. Sie hatten ein sehr gutes Verhältnis zueinander, und das hat uns geholfen, besser über Mauricios Zustand informiert zu sein. Er war nur einen Tag lang im Zimmer, weil alles kompliziert wurde und er auf die Intensivstation eingeliefert werden musste, wo die Kommunikation mit ihm immer schwieriger wurde.

Die Familien, deren Angehörige mit COVID ins Krankenhaus eingeliefert wurden, litten sehr, denn zusätzlich zu der Ungewissheit einer noch unbekannten Krankheit und den wenigen verfügbaren Informationen und vielen Spekulationen, wollten sie vor allem auch bei ihren Lieben sein – und das war nicht möglich. Die Kommunikation mit ihnen war minimal, in vielen Fällen gar nicht vorhanden, und die Krankenhäuser waren so zusammengebrochen, dass auch die Kommunikation mit den Ärzten sehr schwierig und spärlich war.

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Besuch von Pater José Luis Correa

„Ich habe eine hübsche kleine Madonna, die mir überlassen wurde“

Vom ersten Tag auf der Intensivstation an begannen wir um 18 Uhr einen Rosenkranz via Zoom, bei dem Familie und Freunde zugeschaltet wurden, darunter auch meine Freunde. Um 15 Uhr beteten wir den Rosenkranz der Göttlichen Barmherzigkeit. Der Rosenkranz, der im Juni 2020 begann, wird immer noch jeden Tag um 18 Uhr gebetet.

Mauricio kam aus seiner Krise heraus und wurde wieder in ein normales Zimmer verlegt. Dort gelang es uns, ihn per Videoanruf zu sehen, er schickte uns ein Foto von sich beim Essen und alles sah gut aus, aber das Glück hielt keine 48 Stunden an, denn sie riefen uns erneut an, dass er wieder auf die Intensivstation eingeliefert werden müsse und die Wahrscheinlichkeit einer Intubation bei fast 99 % liege. Mein Mann wurde sehr, sehr traurig und nervös.

Im Gespräch mit Carolina sagte diese zu mir: „Tish, weißt du, ich habe eine kleine Madonna, die wunderschön und sehr wundersam ist. Ich habe sie zu mehreren Menschen gebracht und sie hat sie nicht nur in ihrer Traurigkeit begleitet, sondern auch viele Wunder bewirkt. Die Madonna gehört meinen Schwägern Pablo und Roxi, die, als sie aus beruflichen Gründen nach Ecuador versetzt wurden, mir die Verantwortung für sie überlassen haben.“

Wir haben die Madonna erhalten und sie direkt zu meinen Schwiegereltern geschickt. Wegen der Pandemie konnten wir uns nicht treffen, also haben wir uns nach dem 18-Uhr-Rosenkranz wieder getroffen und die Novene begonnen. Was für eine besondere Novene, es war großartig! Jeden Tag sagte sie uns, was wir zu hören hatten, und jeden Tag bekamen wir verschiedene Übungen, die uns im Alltag halfen.

Und ausgerechnet Costa Rica

Von den vier Paten ist mein Mann der am wenigsten religiöse, und jeden Tag, den wir die Novene lasen, war er mehr und mehr beeindruckt, so sehr, dass er anfing, darüber zu recherchieren. Mir läuft es immer noch kalt den Rücken herunter, wenn ich mich daran erinnere, wie er eines Abends zu mir sagte: „Tish, du wirst nicht glauben, dass sie 2017 das erste Heiligtum in Mittelamerika gebaut haben, und weißt du, wo es ist? In Costa Rica, wo Mauricio geboren wurde, der sein Land wahnsinnig liebt“. Wir dachten, das sei ein schöner Zufall. Ich schätze, dass wir die Novene etwa drei Mal gebetet haben.

Am 10. August hat unsere liebe, wunderbare Mutter unser großes Wunder gewirkt: Derjenige, für den wir so sehr gebetet haben, wurde aus dem Krankenhaus entlassen. Mauricio ging in einem sehr schlechten Zustand, ohne Kraft, unfähig zu gehen und sich zu bewegen. Wir wussten, dass wir noch einen langen und komplizierten Weg für seine Genesung vor uns hatten. An dem Tag, an dem er nach Hause kam, ließen wir das Bild der Gottesmutter Maria in seinem Zimmer stehen und er sagte, dass sie seine beste Begleiterin sei, dass er sich sehr gelassen und ruhig fühle und dass sie in seinen Ängsten die einzige sei, die ihn beruhige.

Am 17. November rief mich Carolina an, um mir mitzuteilen, dass ihre Eltern und unser Freundinfiziert seien. Ihre Mutter hatte leichte Symptome, ihr Mann hatte starken Husten und war sehr müde, und ihr Vater, Martín, hatte keine Symptome. An diesen Tagen begannen seine Verwandten um 18 Uhr einen Rosenkranz. Es waren schwierige Tage, aber allen ging es allmählich besser. Am 14. Tag von Martins Krankheit, als sie erwarteten, dass er negativ getestet werden würde, fiel der Sauerstoffgehalt ab und sie brachten ihn direkt auf die Intensivstation. Carolina war am Boden zerstört, müde und besorgt. Sie fühlte sich auch sehr einsam, weil Javier noch nicht negativ war und um den Rest der Familie nicht anzustecken, allein in einem Zimmer blieb. Wir vier und Carolinas Mutter begannen unsere wundersame Novene. Das Beten der Novene war die einzige Möglichkeit, wie wir sie begleiten konnten.

Ein Besuch, der unseren Weg bestätigte

Unser zweites Wunder geschah: Martin erholte sich nach mehreren Tagen auf der Intensivstation. Er wurde am 26. November, dem „Thanksgiving Day“, freigelassen. Wir sind der Muttergottes immer sehr dankbar. Sie begleitete danach auch einen anderen Onkel von mir, der schwer an COVID erkrankt war.

Am 15. November 2021 erhielt ich von einer Person, die ich sehr gern habe, eine Einladung auf WhatsApp: „An das Herz des Heiligen Josefs binden“, ein Vortrag von Pater José Luis Correa, und die Einladung enthielt ein Bild der Gottesmutter von Schönstatt. Als ich die Einladung sah, war ich wie vom Donner gerührt: das war unsere Madonna! Ich fand es sehr merkwürdig, dass dieses Bild darauf war, da ich nie gehört hatte, dass sie von anderen Leuten in Guatemala erwähnt wurde, nur meine und Carolinas Familie kannten sie, dachte ich.

Ich bin Lehrerin und habe eine Vorschule. Cori Verduga de Schutt hat ihre vier Kinder bei uns angemeldet und sie war diejenige, die mir die Einladung geschickt hat. Als ich das Bild sah, fragte ich sie sofort: „Cori, ist das die deutsche Madonna?“ und sie antwortete schnell: „Kennst du sie?“ Ich sagte ihr, dass ich sie nicht nur kenne, sondern auch ihr größter Fan bin und begann ihr unsere Geschichte zu erzählen. Sie sagte zu mir: „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich höre, dass jemand sie kennt und dass sie ihm so sehr geholfen hat, denn wir machen die Schönstatt-Bewegung in Guatemala bekannt.“

Meine Kameraden und ihre Familie hatten eine Reise nach Costa Rica organisiert, um zum Heiligtum zu fahren und der Gottesmutter für das Wunder ihres Vaters zu danken. Ich erzählte auch Cori davon und sie antwortete, dass der Priester, der den Vortrag halten wollte, für das Heiligtum in Costa Rica zuständig ist. Wir waren beide sehr berührt und hatten eine Gänsehaut, wir waren sehr emotional.

Cori erzählte Pater José Luis die Geschichte und er wollte sich mit uns allen treffen. Es gelang uns, die beiden Familien zusammenzubringen und wir hatten ein kleines Treffen in meinem Haus. Es war ein schöner und emotionaler Abend. Pater Correa erzählte uns mehr über die Bewegung der Gottesmutter. In der darauffolgenden Woche reiste die Familie meiner Freunde zum Heiligtum in Costa Rica und Pater José Luis empfing sie.

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Besuch des Heiligtums in San José, Costa Rica

Wer sie kennt, verpflichtet sich, jemand anderem zu helfen

Heute bin ich eine Missionarin der Pilgernden Gottesmutter für Familien und Paola, meine Mitarbeiterin, ist die erste Missionarin der Pilgernden Gottesmutter für Kinder. Es war wirklich schön und aufregend zu sehen, wie die Kinder die Madonna freudig mitnehmen und sie zurückbringen, um sie mit anderen Familien zu teilen.

Ich finde es beeindruckend, dass an jedem 18. des Monats, wenn wir zu unserer Bündniserneuerung gehen und die Pilgernde Gottesmutter mitnehmen, immer jemand kommt, um uns nach der Pilgernden Gottesmutter zu fragen und uns zu erzählen, wie er sie kennengelernt hat, sodass wir an jedem 18. mehr Leute für die Bewegung gewinnen.

Es gibt noch viele andere wie Mauricio und Martín. Jedes Mal, wenn wir jemanden sehen, der etwas Kompliziertes durchmacht, beten wir die Novene und begleiten ihn mindestens 9 Tage lang. Wir haben den Fall der Mutter einer unserer Schulfreundinnen, die hier in Guatemala eine schreckliche Krebsdiagnose erhielt, bei der es keinerlei Hoffnung gab. Wir begannen die Novene mit ihr, ihren Kindern und meinen lebenslangen Freunden aus der Schule. Wir haben drei Novenen gebetet und sie haben es geschafft, alle Prozesse zu beschleunigen, damit sie in die Vereinigten Staaten überführt werden kann und eine andere Meinung hört. Dank unserer Pilgernden Gottesmutter war die Diagnose viel ermutigender und die Behandlung viel einfacher.

Ich danke Gott, dass er unsere Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt auf meinen Weg gestellt hat. Das Schöne an diesem Bündnis ist, dass man, wann immer möglich, jemanden begleitet, der eine schlimme Zeit durchmacht. Das Besondere ist, dass jedes Mal, wenn die Gottesmutter in jemandem wirkt, diese Person sich verpflichtet, jemand anderem zu helfen, und auf diese Weise entsteht diese wunderbare Kette.

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Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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