Veröffentlicht am 2016-09-06 In Kampagne

Ein weiteres Jahr, meine Mutter!

ARGENTINIEN, von Silvia Sibay •

Ein ungewöhnlich warmer Sonntag für den Monat August in Tucumán. Es ist Winter in der südlichen Hemisphäre … Wer sich vorbereitet hatte, Mäntel und Schals zu tragen, um sich vor der Kälte zu schützen, wurde überrascht von einem Morgen mit schönem klaren Himmel und strahlender Sonne.

Seit dem Tag vor diesem lange erwarteten 14. August hatten die Missionare hart gearbeitet, um das Gelände des Heiligtums zu schmücken und damit die Teilnehmer des großen Festes willkommen zu heißen.

Und dann war es soweit!

Alle, die gekommen waren, um die Prozession im Gedenken an Joao Pozzobon, den Initiator der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter zu beginnen, sammelten sich am Eingang des Geländes.

Voraus getragen wurden das Prozessionskreuz, die Auxiliares aus der Nachbarprovinz und aus Tucumán, ein Bild von Pater Kentenich und eines von Joao Pozzobon, Bilder der Pilgernden Gottesmutter, Fahnen und Banner, die die verschiedenen Pfarrgemeinden und Bereiche aus dem Inneren der Provinz bezeichneten.

Der Prozessionsweg begann, begleitet von Geigen, Trommeln und Gitarren und dem Rosenkranzgebet, vom einladenden Heiligtum in der Ferne erwartet.

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Im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

Auf den Stufen des Heiligtums begrüßte P. Guillermo Cassone alle Teilnehmer,  segnete die religiösen Gegenstände, Autos und Hausschlüssel. Er erklärte auch die Bedingungen, um den vollkommenen Ablass zu erhalten, den der Bischof für diesen besonderen Tag mit einer so großen Besucherzahl für das Heiligtum gewährt hatte. Heilige Pforte der Barmherzigkeit für einen Tag!

„Mit Blumen zu Maria“

Wie sollte man ein solches Treffen beginnen, ohne zuerst Maria zu ehren! Zuerst betrat P. Guillermo das Heiligtum und danach die Diözesanleiter der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter aus jeder Provinz, um rote Rosen auf dem Altar darzubringen als Symbol für die bedingungslose Liebe zur Gottesmutter und für ein weiteres Jahr als Missionare.

Die Wallfahrt wurde fortgesetzt bis zur Mehrzweckhalle, wo es verschiedene Angebote gab, bis es Zeit war für die heilige Messe.

Die Halle füllte sich mit Missionaren und Pilgern. Brüder und Schwestern aus Santiago del Estero, Catamarca und Salta nahmen teil. Es gab Begrüßungen, Begegnungen, und gemeinsam erlebte man einen weiteren Tag mit Austausch von Erfahrungen und Zuneigung.

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Die Freude an der Kampagne

Pater Cassone erinnerte die Missionare an die Sendung, die Joao Pozzobon erhalten hat, und die Bedeutung der Erneuerung der missionarischen Verpflichtung, wenn man sich innerlich frei dafür entschieden hat.

Dann begann das Mittagessen unter Gesprächen, Gelächter, Teilen des Essens und Begrüßungen.

Trommeln, Gitarren und Sänger kündigten den Start des geselligen Teils an. In einer Region, in der es eine Fülle von guten Musikern gibt, machten gleich mehrere Folklore-Gruppen Vorführungen und verschönerten das Treffen mit ihren Liedern und Tänzen. Die Missionare und die Pilger begleiteten den Tanz so gut sie konnten.

Es herrschte ein buntes, fröhliches Treiben – wie jedes Jahr!

Beim Anblick des riesigen Geländes schlägt das Herz höher. Dazu die Halle voller Leute; Hunderte von Menschen betrachteten die Schönheit der Landschaft im Schatten von Limonen, Zypressen und anderen Bäumen.

Mehr als 1000 Pilger haben an diesem Sonntag teilgenommen, mit dem Geschenk von angenehmem Wetter.

Die neuen Leiter der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter von Tucumán, zusammen mit ihrem Team, arbeiteten unermüdlich um alles vorzubereiten, und mit großer Zufriedenheit haben sie die Frucht ihrer Mühen gesehen.

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Ein weiteres Jahr, meine Mutter!

Der Zeitpunkt, auf den alle gewartet hatten, näherte sich: die Heilige Messe und die Erneuerung der Verpflichtung als Missionare.

Die Missionare versammelten sich rund um das Heiligtum und hielten dabei die Bilder der Pilgernden Gottesmutter eng an ihrem Herzen.

Nach dem Erneuerungsgebet, mit hoch erhobenen Bildern, mit großer Bewegung, gab es einen einhelligen Ruf: „Sie ist der Große Missionar, sie wird Wunder wirken!“ Tränen und Umarmungen gaben Zeugnis davon, was jeder im Inneren fühlte.

Einige Zeugnisse

Mehrere Personen, die zum ersten Mal zum Heiligtum kamen, gaben ihre Eindrücke wieder.

Eine Frau aus Catamarca, die zum ersten Mal kam, sagte, als sie das Gelände des Heiligtums betreten habe, habe sie innerlich etwas ganz Eigenes gespürt, wie sie es noch nie erlebt habe. Sie verstand sofort, dass sie auf heiligem Boden war.

Eine andere sehr marianische Frau aus Tucuman ist gekommen, weil sie von dem Fest gehört hatte. Sie kannte das Heiligtum nicht. Sie ist keine Missionarin, und sie bekommt das Bild der Pilgernden Gottesmutter nicht, aber sie fühlte sich gerufen und nahm den ganzen Tag teil. Sie sagte, sie erlebe sich gerade als Marias Lieblingskind, wie noch nie zuvor!

Viele Menschen kamen heran um zu fragen, wie man ein Missionar wird, und wann die Vorbereitung beginnen würde, denn sie fühlten sich angesprochen.

Im Lauf des Jahres der Barmherzigkeit und nach dem Gewinnen des Ablasses verstanden viele seine Bedeutung und das Geschenk, das sie erhalten haben; eine große Zahl empfing das Sakrament der Versöhnung.

Barmherzig wie der Vater, lasst uns herausgehen zur Begegnung

Das Jahr der Barmherzigkeit geht weiter, aber für die Missionare und für alle Getauften sollte es nicht nur für ein Jahr sein.

Vergebung, Versöhnung, Christus im Bruder sehen, das ist eine lebenslange Aufgabe.

Oft geht es um die Frage: Was tut Schönstatt für andere? Oft ist es etwas, das still und ungesehen geschieht, dann aber wieder auch etwas, das wahrgenommen und öffentlich wird. Wichtig ist, dass es geschieht.

Der Missionar der Gottesmutter wurde in diesem Jahr gestärkt in seiner Mission und Vision. Er verstand, dass er neben seiner täglichen Aufgabe herausgehen muss, wie Papst Franziskus bittet, um zu trösten, zu helfen, in einer Welt, in der es so viel Leid und Not gibt.

So hat es Joao Pozzobon verstanden:

„Das aktuelle Ziel … ein  Spiegelbild der christlichen Gerechtigkeit zu sein: einer für den anderen, für eine neue Eroberung von Würde und Respekt für die menschliche Person, die Begegnung der Bedürftigsten mit ihren Werten.“

„Fühlen, was der andere fühlt, und ihm geben, was ihm fehlt. Geistig und materiell.“

IMG-20160815-WA0028Missionare, lasst uns herausgehen zur Begegnung!

Original. Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

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