Veröffentlicht am 2015-06-04 In Kampagne

Zehntes Treffen der sizilianischen Schönstatt-Familie

Italien, Sizilien, von Patricia Carollo, Journalistin •

Die Familie – das ist nicht immer und nicht nur unsere Herkunft. Jesus hat gesagt: „Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten…“ (Mt. 19,29). Nun, es gibt auch die Schönstattfamilie, geliebt und erdacht von ihrem Gründer, Pater Josef Kentenich, der sich 1914 in Deutschland zusammen mit einer Gruppe von Seminaristen Maria weihte, in einer Kapelle, die später umgewandelt wurde in das Schönstatt-Heiligtum der Dreimal Wunderbaren Mutter. Diese Weihe wurde „Liebesbündnis“ genannt und wurde der Kern der gesamten Bewegung, die zurzeit in der ganzen Welt verbreitet ist mit nahezu 200 Filialheiligtümern des Urheiligtums. 1950 begann in Südbrasilien von einem dieser Filialheiligtümer aus der Diener Gottes, Joao Pozzobon, das Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt in Familien zu tragen, in Gefängnisse, Krankenhäuser und Schulen, und das wurde die Mission seines Lebens mit dem Ziel, Maria zu helfen, Jesus an alle „Peripherien“ zu bringen. Diese Mission erreichte Italien im Jahr 1997, und zurzeit sind Pater Joan José Riba und Schwester Ivonne Zenovello die Leiter.

Es gibt mehr und mehr Pfarrgemeinden und Diözesen, die sich beteiligen, mit Tausenden von Familien, die das Bild der „Dreimal Wunderbaren Mutter“ monatlich erhalten. Sie mögen fragen: Warum dreimal? Weil SIE die Tochter des Vatergottes ist, die Mutter Jesu und die Braut des Heiligen Geistes.

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Mindestens 1.500 Missionare aus vielen Diözesen Siziliens

Am 19. April versammelte sich die Schönstattfamilie am Hotel Saracen in Sizilien zu ihrem üblichen regionalen Treffen (in diesem Jahr war es das zehnte), damit die Menschen mit dem gemeinsamen Ideal für einen Tag zusammen sein können. Schließlich waren beinahe 1.500 Personen anwesend, die aus vielen Diözesen kamen mit dem Ziel, zu beten und die Sendung zu teilen, die Papst Franziskus während der Feier des 100jährigen Jubiläums der Bewegung 2015 und die folgenden Jahre aufgetragen hat:

„Indem ich Ihnen den Segen gebe, sende ich Sie als Missionare in die kommenden Jahre. Ich sende Sie, nicht in meinem Namen, sondern im Namen Jesu. Ich sende Sie, nicht allein, sondern an der Hand unserer Mutter, Maria, und im Schoß unserer Mutter, der heiligen Kirche. Ich sende Sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ (Papst Franziskus, 25.10.2014).

Wer immer sich der Evangelisierung mit der Pilgernden Gottesmutter widmet, tut es nicht zur Andacht oder als eine ausschließlich pastorale Strategie, sondern er hat gespürt, dass er eine Gnade empfangen hat. „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“ (Mt 10,8), und er möchte „sich revanchieren“, indem er sich in den Dienst der Umwandlung der Gewissen und der Familien stellt. Wie Pater Benigno, ein Franziskanerpater, in der Versammlung erinnerte: „Die Jungfrau Maria war immer eine Mutter und Erzieherin. Jesus lernte von ihr zu essen, zu sprechen und zu beten. Und vom Himmel aus ist die Jungfrau weiterhin eine Mutter und Erzieherin.“ Das Schönstatt-Motto lautet: ‚Nichts ohne dich, nichts ohne uns.‘ Was sagt uns das? Wir werden ihre Ohren, ihre Augen, ihre Hände. Wir haben die Verpflichtung, Menschen dahin zu führen, an das zukünftige Leben zu glauben, an Jesus zu glauben. Deshalb ist die Einladung klar, sagte Pater Benigno: „Es ist notwendig, unseren eigenen Glauben wieder anzufachen und uns zu bekehren, damit jeder wie Joao Pozzobon wird, der Maria von Familie zu Familie brachte. Aber um das durchzuführen ist es notwendig, zuerst zu verstehen, was der Glaube ist.“

Und dieser franziskanische Exorzist der Diözese Palermo gibt uns den Rat: „Glaube verwandelt Leben, weil uns bewusst wird, dass wir einen Vatergott haben, der uns liebt, und in der gleichen Weise, wie ER seinen eigenen Sohn liebt. Wir verstehen diese Realität nicht allein, sondern immer durch Jesus. Das ist die „Eroberung der Erlösung“, das Licht Jesu ist gestorben und auferstanden.“ Er erklärte, was Glaube nicht ist: „Glaube ist nicht, einfach die Wahrheit des Glaubens zu kennen, die heiligen Texte auswendig zu können. Es ist nicht nur zur Sonntagsmesse gehen oder zu heiraten oder unser Kind in der Kirche zu taufen. Glaube ist nicht gerade mal Unterhaltung, Folklore, Fanatismus oder Magie.“ Er schloss: „Glaube ist Vertrauen auf Gott, auf sein Wort, gleichgültig, was in unserem Leben passieren kann. Zu glauben, dass Gott dich liebt, obwohl dein Kind stirbt. Denn wenn Gott nicht eingreift, dann nicht, weil er uns nicht liebt, sondern weil er einen Liebesplan für uns hat. Wenn nicht, wie könnte er zulassen, dass sein Sohn stirbt?“

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Meine Tochter kehrte im September 2014 im Alter von sieben Jahren in den Himmel zurück

Beim Hören dieser Worte während des Treffens, sagte Antonela Vernengo aus Misilmeri, hatte sie den Eindruck, dass Pater Benigno direkt zu ihr sprach. Wir fragten sie, ob sie uns ihr Zeugnis auch schriftlich geben könnte (eigentlich ein ganzes Exerzitienthema ), und die Antwort war positiv. So ist es hier: „Mein Name ist Antonela, Ehefrau von Tony, Mutter von Gaia und Jorgelina, meinem Engel, durch den ich die Schönstatt-MTA kennengelernt habe. Meine Tochter, ein wundervolles, sehr intelligentes Kind erkrankte im Alter von 6 Jahren (September 2013) an Leukämie. Ihre Behandlung begann, aber im März 2014 wirkte sie nicht mehr. Die Ärzte entschiede,n ihr eine neue Chemo zu geben, und wenn sie nicht darauf reagierte, würde ich sie verlieren. Es war April, als die Pilgernde Gottesmutter von Schönstatt in meiner Pfarrgemeinde ankam: Sie boten mir an, die Muttergottes in mein Haus aufzunehmen, aber ich lehnte ab. Am 25. April verstand ich, dass Jorgelinas Krankheit nicht auf die neue Chemo angesprochen hatte.“

Wir vermieden es, sie anzusehen, um sie nicht zu unterbrechen. Antonela lebt unbemerkt vielleicht sogar von ihr selbst das Ideal der Gottesmutter Maria. „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“

Wir hören und lesen weiter: „Zerstört durch den Schmerz über den Verlust meiner Tochter, hielt ich mich an allem fest, ich begann zu Gott zu beten und zur Gottesmutter: Ich hoffte auf ein Wunder. Ein zweites Mal wurde ich gefragt, ob ich die Pilgernde Gottesmutter in meinem Haus empfangen wollte, und ich nahm an. Sie ist nun bei mir, mitten in meinem Haushalt, ich sehe sie, ich gehe an ihr vorbei, aber ich kann immer noch nicht zu ihr gehen. Erfüllt von dem Leid, meine Tochter so leiden zu sehen, denke ich, wenn Jesus und die Gottesmutter existieren, müssten sie ihr mit allen Mitteln helfen.“ Sie hält inne, Tränen fließen, und sie schließt: „Meine Tochter flog im September 2014 in den Himmel, im Alter von sieben Jahren. Atheistin war ich geworden, dann habe ich Jesus am Kreuz gesehen in Jorgelina. Sie ist diejenige, die mich nahe zu Gott und der Gottesmutter gebracht hat. Zum dritten Mal kam die Gottesmutter zu mir nach Hause, einen Monat nachdem meine Tochter in den Himmel gegangen war. Jetzt, sieben Monate nach ihrem Tod, gehöre ich zur „Familie der Pilgernden Gottesmutter“. Wenn sie in mein Haus kommt, stelle ich sie nahe zum Foto meiner Tochter, und aus der Tiefe meines Herzens vertraue ich auf sie, die Mutter von uns allen.“ Antonela versucht mit aller Kraft vorwärts zu gehen, obwohl sie in der größten Trauer ist, die es gibt, die um den Verlust eines Kindes. Und wie die Jungfrau Maria, wie die „Pilgernde Schönstattmutter“, wird sie eine Mutter und Erzieherin für andere Mütter. Und sie begann zu beten, Glauben zu haben und ihre Mentalität zu ändern. Wenn Sie nur sehen könnten, wie schön sie war, als sie zu den Rhythmen der Lieder in der Kirche klatschte.

 


Pater Ludovico Tedeschi begann die Kampagne in Sizilien im Jahr 2003, in Marineo (Diözese Palermo), in Marsala (Diözese Mazara del Vallo), dann in Carini (Diözese Monreale) im Jahr 2009, in Barvellona Pozzo di Gotto (Diözese Mesina) im Jahr 2011, in Esparchia di Piana degli Albanesi und in der Diözese Agrigento und in Piazza Armerina, und im Jahr 2014 in der Diözese Ragusa.

Weil Sizilien ein Land ist, das Maria sehr zugetan ist, breitet sich die Kampagne beachtlich aus. Es gibt schon 650 Bilder der Pilgernden Gottesmutter in siebenundfünfzig Gemeinden, und mehr als 7.000 Familien erhalten das Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt.

Fotos

Original: Italienisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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