Cena navideña

Veröffentlicht am 2021-12-29 In Gefängnispastoral, Werke der Barmherzigkeit

Weihnachten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

PARAGUAY, Roberto M. González •

Der Besuch des Jugendgefängnisses in Itauguá zum Weihnachtsessen, nach fast zwei Jahren Pandemie, ist nicht leicht in diesen Zeilen auszudrücken, denn er ruft in mir eine Vielzahl von Gefühlen hervor. Heute, ein paar Tage nach Weihnachten, habe ich es in meinem Herzen schon ein bisschen mehr ausgearbeitet.

Während des Nachmittags des 24. Dezembers, als ich hinter den Gittern und in den Zellen, in denen die Jugendlichen untergebracht sind, war, hatte ich unzählige Begegnungen und „Flashbacks“ der Vergangenheit, denn in vielen von ihnen sah ich dieselben Blicke der jungen Menschen aus dem Jahr 2015, mit denen ich das Privileg hatte, sie zu teilen. Ja, ich wiederhole, es ist ein Privileg, wenn ein junger Mensch einem Fremden sein Herz öffnet und seine Erfahrungen mit ihm teilt und wir offen über sein und mein Leben sprechen können, das ist unbezahlbar.

Cena de Navidad

Wo sind diese jungen Menschen von 2015 heute, und: Geht es ihnen gut?

Pan dulce

Pan dulce, Weihnachtsbrot

In diesen Tagen nach dem Weihnachtsessen, bei dem wir ihnen das Weihnachtsbrot (Pan dulce) aus der Casa Madre Tupãrenda gegeben haben, kam ich zu dem Schluss, einen bescheidenen Vergleich mit Charles Dickens‘ Roman „A Christmas Carol“ anzustellen, in dem ich sehen und mir einfach vorstellen konnte, wo die jungen Leute von 2015 heute sind, ob es ihnen gut geht, ob sie weiterkommen konnten…

Was können wir den heutigen Jugendlichen noch anbieten, um sie in dieser heiklen und schwierigen Phase zu begleiten, wenn sie im Alter von 14 bis 18 Jahren im Gefängnis sind, weit weg von ihren Familien? Es ist auch wahr, dass sie irgendetwas verbrochen haben müssen, um dort zu sein. Aber was bringen wir als Gesellschaft diesen jungen Menschen mit einer so harten Repression bei, die viele von ihnen als traumatisch empfinden könnten? Als Jurist, der das System von innen kennt, frage ich mich: Ist das der richtige Weg, um eine gerechtere, ausgewogenere und friedlichere Gesellschaft zu schaffen?

Von daher beschäftigt mich das Gespenst zukünftiger Weihnachten und die Frage, was werden wir tun oder besser gesagt, wie werden wir als Gesellschaft auf die neuen „Pepitos“ reagieren, die ein Delikt begehen, das oft notwendig ist, um einmal am was zu essen.

Dank an die vielen Unterstützer und Mitwirkenden

Um auf meinen Vergleich mit Dickens‘ Roman zurückzukommen: Ich will nicht sagen, dass wir Ebenezer Scrooge sind, ganz im Gegenteil, wir haben die Unterstützung vieler Menschen bei der Begleitung des Weihnachtsessens sowie die Hilfe für Casa Madre de Tupãrenda gespürt und spüren sie auch weiterhin.

Und Großzügigkeit zeigt sich nicht nur in dem Geld, das für diese Zwecke gespendet wird, sondern auch in der Zeit und Zuneigung, die viele Menschen im Laufe der Jahre und insbesondere während der Pandemie geschenkt haben, damit diese jungen Menschen nicht nur einen Snack, sondern auch Zuneigung und manchmal ein etwas anderes Gespräch erhalten.

Kurz gesagt, was ich mit diesen Überlegungen sagen möchte, ist DANKE an all die Menschen, die diese Projekte unterstützen und ihren Beitrag geben, und andere, die ich nicht nennen kann, weil ich nichts von ihnen weiß. Und Dank auch denjenigen, die nicht in der Lage sind, etwas Materielles beizusteuern, sondern uns etwas noch Größeres geben, nämlich die Ermutigung, weiterhin die am wenigsten geschützten Menschen zu begleiten und uns immer neu fragen, wie es den Jungs geht und wie man ihnen helfen kann.

Diese Fragen helfen uns immer wieder, diesen Weg des selbstlosen Engagements zu reflektieren und zu erneuern, in der Hoffnung auf eine innere Veränderung dieser jungen Menschen.

Cena navideña


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Original: Spanisch, 28.12.2021. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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