Casa del Niño Villa Ballester

Veröffentlicht am 2021-12-10 In Casa del Niño, Werke der Barmherzigkeit

Casa de Niño in Villa Ballester oder: Wo lebendige Erfolgsgeschichten herumlaufen

ARGENTINIEN, Maria Fischer •

Sie erwarten uns an diesem regnerischen Tag Ende November an der Tür der Casa del Niño „Maria de Nazareth“: Tita Rodríguez, Karin Gyukits vom Vorstand, Diana Zdrojewski, Sozialarbeiterin und seit kurzem Leiterin der Casa, die uns alle sehr bereitwillig zeigen, wie die Casa heute funktioniert und welche Verbesserungen seit meinem ersten und bisher letzten Besuch im Jahr 2015 erzielt worden sind. Wir gehen in die Küche, begrüßen die Köchinnen und Köche, gehen in den Montessori-Raum, und plötzlich stehen wir vor lebenden Erfolgsgeschichten. Eine der Köchinnen und Nazareth Rodríguez‘ Mitarbeiterin in der Sala Montessori ist „Ex-Casa del Niño“.

Casa del Niño Villa Ballester

Köchinnen

Die „Casa del Niño María de Nazaret“ in Villa Ballester, im Großraum Buenos Aires, ist ein Tagesheim, das täglich etwa 90 Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahren aufnimmt und ihnen einen Ort bietet, an dem sie ihr volles Potenzial in Würde entdecken können.

Die Kinder stammen aus Familien, die in dem an das Heim angrenzenden Problemviertel 9 de Julio leben. Im wahrsten Sinne des Wortes: Von den Fenstern aus kann man diese typischen Häuser des Elendsviertels sehen, und wenn man die Hintertür der Kapelle öffnet, in der Woche für Woche Katechese gehalten wird, gelangt man sofort mitten in die Villa 9 de julio, wo die Lebensbedingungen der Kinder von Armut und Ausgrenzung, von verschiedenen Süchten und Gewalt in der Familie und in der Nachbarschaft geprägt sind. Ein Haus an der Peripherie, das den Kindern und ihren Familien offensteht, um sie in ihrem Willen zu bestärken, weiterzukommen. Wie die Köchin, die als Kind in diesem Haus jahrelang schulische Unterstützung, Essen, medizinische Versorgung und vor allem Liebe erhielt. Wie die junge Frau, die bereits eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert hat und die, wenn es die Spendengelder erlauben, bald ihren Montessori-Kurs absolvieren wird, unterstützt von den Menschen der Casa del Niño, die sich für Kinder wie sie einsetzen…

Sala Montessori

Montessori-Raum. Die Erzieherin im Vordergrund war selbst jahrelang als Kind in der Casa del Niño

Was macht die Pandemie mit Kindern aus diesem Viertel?

Die Zeit der Pandemie war schwierig – erst vor ein paar Wochen konnten sie das Haus wieder vollständig öffnen und alle Kinder gleichzeitig aufnehmen. Sie hielten über all die Monate den Kontakt aufrecht – mit Tüten mit Lebensmitteln für die Familien, Telefonanrufen und Hilfe während der langen Zeit der Schulschließungen. Nach fast zwei Jahren bieten sie jetzt wieder Frühstück, Mittagessen und einen pädagogischen und spielerischen Raum, der von einem interdisziplinären Team aus Lehrern, einer Sozialarbeiterin, einer Sozialpädagogin und einer Psychologin geleitet wird, die individuell mit jedem Kind und seiner Familie arbeiten.

Bei strömendem Regen gingen wir von der Küche in den Montessori-Raum, ein Paradies. Vor mehr als 10 Jahren wurde auf Anregung einer deutschen Ehrenamtlichen, die Expertin für Montessori-Pädagogik ist, die Montessori-Methode in der Casa del Niño eingeführt. Der Raum, der mit Unterstützung der argentinischen Maria-Montessori-Stiftung eingerichtet und ausgestattet wurde, ist sauber, hell und die Ecken sind mit Materialien gefüllt, die die Kinder zum Suchen, Entdecken und spielerischen Lernen motivieren und anregen. Voller Stolz zeigen sie, was sie gemalt und zusammengebaut haben. Gesichter voller Glück, mit einem Lächeln, das erobert.

Diese Kinder haben einen Ort wie diesen verdient. Sie verdienen Menschen wie die, die hier arbeiten. Sie verdienen ein würdiges Leben, eine behütete Kindheit, eine Zukunft…

Casa del Niño Villa Ballester

Mit ein paar Fetzen und einem ganzen Berg voller Zärtlichkeit

Maria versteht es in der Tat, mit ein paar Fetzen und einem ganzen Berg voller Zärtlichkeit einen Viehstall in das Haus Jesu zu verwandeln. Sie ist auch fähig, ein Kind im Schoß seiner Mutter aufhüpfen zu lassen, wie wir es im Evangelium hören. Sie ist fähig, uns die Freude Jesu zu schenken. Maria ist vor allem Mutter. Ja gut, man könnte sagen, Mutter ist nicht so viel, oder? Maria ist Königin, ist Herrin. Nein, halten wir einen Moment inne: Maria ist Mutter. Warum? Weil sie Jesus gebracht hat.

Worte von Papst Franziskus bei der Sonderaudienz für Schönstatt im Jahr 2014. Hier in der Casa del Niño mit ihrem renovierten Bildstock, der am 18. Dezember wieder eingeweiht werden soll, ist Maria zu Hause. Nicht nur in den Bildstöcken, nicht nur in den Bildern an den Wänden. Sie ist in den Erziehern, den Köchinnen, den Freiwilligen, den Mitarbeitern…

Wir setzen unseren Rundgang durch die Räume fort, in denen Schulkinder ihre Hausaufgaben machen, spielen und lachen. Ein besonderer Moment: In einem der Zimmer treffe ich die Frau des missionarischen Taxifahrers Javier! Sie ist eine pensionierte Lehrerin und hat hier eine neue Lebensaufgabe gefunden.

Diana zeigt uns alles, was es gibt, ohne die Mängel in den sanitären Anlagen, den Vorratsräumen oder den Wänden mit ihrem abblätternden Putz zu verbergen…

Casa del Niño Villa Ballester

Bildstock


Die Schreinerei und der Computerraum

Sie zeigt uns nicht nur, wo ein neuer Anstrich gebraucht wird, mehr Licht und all die Dinge, die immer wieder repariert werden müssen. Sie spricht über den Unterschied zwischen den Toiletten, die bereits repariert wurden, und denen, die noch darauf warten, oder über die Tür des kleinen Büros der Direktorin, die sich nicht schließen lässt.

Die größte Sorge bereiten ihr jedoch zwei Räume, die nicht mehr genutzt werden. Mit einer gewissen Traurigkeit zeigt sie uns im ersten Stock, hinter der großen Sporthalle, die nicht mehr genutzte Schreinerei. Der Schreiner, der sich früher darum kümmerte, konnte nicht mehr weitermachen und starb in der Zwischenzeit. Es gibt Werkzeuge, Maschinen – „Aber das können Freiwillige nicht machen, man braucht ein Zertifikat, aus Sicherheitsgründen“. Hier wurden in früheren Zeiten Bänke und Stühle des Hauses repariert und neu gefertigt, auch die Bilder der Pilgernden Gottesmutter der Kampagne in der Diözese wurden hier hergerichtet. Es war auch ein Ort, an dem vor allem die Väter eine Möglichkeit fanden, einen Beitrag zu dem Haus zu leisten, das ihren Kindern so viel gibt. Und ganz verrückt denke ich, vielleicht gibt es Schreiner, die ihre Dienste anbieten möchten?

Außerdem gibt es einen Raum mit Computern. Es wäre so wichtig, den Kindern mit Computern zu helfen, aber die Computer müssten auf Vordermann gebracht und jemand gefunden werden, der Kurse anbieten könnte.


Manche Leute suchen nach einem schöneren Ort. Andere schaffen ihn

Manche suchen nach einem schöneren Ort. Andere schaffen ihn. So steht es auf einer Tafel im Eingangsbereich. Hier schaffen sie einen.

Während wir unsere Tour durch das Haus machten und mit Tita, Karin und Diana darüber sprachen, wie wir mit echten Geschichten aus der Casa del Niño weitermachen und wie wir von schoenstatt.org beim Fundraising helfen können, haben die Kinder bereits ihr Mittagessen gegessen und sind bereit, nach Hause zu gehen – wie jeden Donnerstag, mit Essen für ihre Familien.

Eine Tüte, und eine halbe Orange….

Und ein Lächeln, das ich nie vergessen werde.

Casa del Niño Villa Ballester

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BIC: GENODEM1DKM
Verwendungszweck: Casa del Niño Villa Ballester

Offizielle Website

Casa del Niño Villa Ballester

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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