Veröffentlicht am 21. März 2018 In Haus Madre de Tuparenda, Werke der Barmherzigkeit

„Mit ihrer Engelsgeduld hat sie es geschafft, dass Nähen mir am Ende doch Spaß gemacht hat!“

PARAGUAY, Ani Souberlich und Maria Fischer •

„Ehrlich, ich möchte unserer Lehrerin Natividad danken, der ich viele Kopfschmerzen bereitet habe, denn ich hatte echt keinen Bock auf Nähen …“ O je. Meine Handarbeitsleherin damals auf dem Gymnasium hieß Anneliese, der Rest des Satzes könnte von mir sein, nur dass sie mich nach mehreren vergeblichen Versuchen, mich fürs Nähen zu begeistern und zwei reparaturreifen Nähmaschinen als „völlig unbegabt“ vom Unterricht freistellte. Hoffnungsloser Fall. Doch in Haus Madre de Tupãrenda hielt am 8. März selbst dieser Junge „ohne Lust“ stolz sein Zertifikat in Industrienäherei in Händen. —

Er berichtet:

„Unsere Lehrerin hat es mit ihrer Engelsgeduld geschafft, dass Nähen mir am Ende doch Spaß gemacht hat, und so habe ich für meine kleine Tochter zwei Kleidchen genäht.

Ich bin sehr dankbar für das, was ich gelernt habe; heute habe ich mir auf der Arbeit frei genommen, um mein Zertifikat abzuholen, denn ich bin schon aus dem Programm von Haus Madre de Tupãrenda entlassen. Mein Praktikum habe ich schon hinter mir und habe jetzt eine feste Anstellung, die es mir ermöglicht, einen guten Unterhalt für meine beiden kleinen Töchter zu zahlen, so dass sie in Würde leben können. Ich danke Haus Madre de Tupãrenda für das, was sie für mich und meine Familie getan haben.“

Neue Hoffnung auf gute Arbeitsplätze

Am Donnerstag, 8. März, besuchte Maria Victoria Diesel, Leiterin des SINAFOCAL (Nationales Berufsbildungs- und Berufsförderungssystem des Ministeriums für Arbeit und Soziales von Paraguay) Haus Madre de Tuparenda, um die Zertifikate des Kurses in Industrienäherei zu überreichen.

Die Ausbildung erfolgt im Rahmen der Vereinbarung zwischen SINAFOCAL und FUNDAPROVA (Rechtsträger von Haus Madre de Tuparenda) im Sinne des sozialpädagogischen Programms der Wiedereingliederung und Entwicklung im Bund mit dem Justizministerium. Dank dieser entscheidenden Unterstützung war der Kurs ein voller Erfolg.

Beginn des Kurses im September 2017

Mit den Jugendlichen von Haus Madre de Tupãrenda profitieren auch die Leute aus der Umgebung von diesem Angebot

Der theoretisch-praktische Kurs begann im September letzten Jahres und umfasst insgesamt 145 Stunden, die von Montag bis Freitag zwischen 8.00 Uhr und 11.00 Uhr stattfanden. Die schon erwähnte Natividad Morínigo war dafür verantwortlich. Neben den jungen Männern von Haus Madre de Tuparenda nahmen auch Leute aus der Umgebung teil, was vielen eine neue würdige Arbeitsstelle ermöglicht und zugleich geholfen hat, die Beziehungen zwischen Haus Madre de Tupãrenda und den Nachbarn zu vertiefen.

 

In diesen Monaten lernten die Teilnehmer, verschiedene Kleidungsstücke zu schneiden und zu fertigen, Stoffe und Modelle zu wählen, Maß zu nehmen, Schnittmuster zu zeichnen und Industriemaschinen zu verwenden, immer unter dem Gesichtspunkt von Qualität, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

SINFOCAL stellte die Ausrüstung bestehend aus 2 mechanischen Kragenmaschinen, 2 Geradstich-Industrienähmaschinen, 2 Overlockmaschinen, 1 Stickmaschine, 2 Rundschneidemaschinen für Stoffe, 2 elektrischen Dampfbügeleisen für schwere Stoffe, 1 Dampfdruckplatte, 2 professionelle Bügeltische, zusätzlich zu Materialien für die Herstellung von Kleidungsstücken.

Neben den Ausbildungsbereichen Bäckerei und Gartenbau, in denen es schon eine beträchtliche Anzahl von Absolventen gibt, öffnet sich nun eine Tür für junge Menschen, die vorher keine Chance auf eine Berufstätigkeit hatten, eine gute Ausbildung zu machen, mit der sie danach einen Arbeitsplatz finden oder ihr eigenes Geschäft eröffnen können.

 

 

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