Dequeni jugar

Veröffentlicht am 2022-04-03 In Dequeni, Schönstatt im Herausgehen, Werke der Barmherzigkeit

Können wir uns ein Leben ohne Spielen vorstellen?

PARAGUAY / Dequeni, Maria Fischer •

Erinnern wir uns an das letzte Mal, als wir gespielt haben? Unter Geschwistern, Freunden, mit Kindern… alles vergessen, in das Spiel eintauchen… in diese Leichtigkeit, Lebensfreude, Freiheit. Ein Joseph Kentenich spricht vom Bündnis mit dem Vatergott als einem Spiel der Liebe, das der geistlichen Kindheit nach dem Vorbild des Herrn, des göttlichen Kindes, entspricht. Können wir uns eine Kindheit ohne Spiel vorstellen? In den Gemeinden und Randbezirken Paraguays gibt es Hunderte von Kindern, die nicht wissen, was es heißt zu spielen… – sie wissen es nicht, weil ihre Eltern und ihre Familien auch nicht wissen, was es heißt, zu spielen. —

Sie wissen es nicht, weil ihre Eltern und Großeltern nicht wussten, wie man spielt, weil mit vier, fünf Jahren schon auf der Straße gearbeitet haben, weil ihnen niemand jemals das Spielen beigebracht hat und weil sie keine Ahnung haben, wie sie mit ihren Kindern spielen sollen… und noch weniger wissen sie, dass die Kleinsten durch Spielen lernen, mit Kraft, Freiheit und Initiative zu leben…

Hier setzt Dequeni mit seinem Programm der Frühförderung für Kinder im Alter von ein bis vier Jahren an.

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„Alfombrita viajera“ , der Reisende Teppich

„Alfombrita viajera“ ist Teil des Programms „Guata Ñepyrû“ – „Erste Schritte“, das die frühe Förderung von Kindern im Alter von 1 bis 4 Jahren zum Ziel hat, um sie zu schützen und ihre Fähigkeiten zu denken, zu sprechen und zu lernen zu entwickeln. Die gleichzeitig angeleiteten Familien begleiten liebevoll, respektvoll, stabil und beschützend diese gemeinsame Reise.

Die Botschaft an die Familien ist klar: Spielzeit ist ein privilegierter Raum, den wir haben, nicht nur um mit unseren Kindern Spaß zu haben. Es gibt uns die Möglichkeit, unsere Bindung zu ihnen zu stärken und ihnen unsere ganze Zuneigung, unseren Schutz und unsere Liebe zu geben. Die kleinen Momente, die wir mit unseren Kindern teilen, hinterlassen einen wichtigen Eindruck in ihrem Leben.

„Nehmen wir uns jeden Tag Zeit für sie, spielen und schaffen wir gemeinsam“.

„Ich freue mich immer, meinen Enkel spielen zu sehen“, sagt Mónika López. „Sein erster Kurs der Frühförderung …. Meine jüngste Tochter hat 4 Jahre mit Alfombrita Viajera verbracht und es war das Beste…Sie hat gelernt und ich auch…Ein Segen“.

Nach zwei durch die Pandemie erschwerten Jahren hat Dequeni am 23. März mit dem Projekt Alfombrita Viajera die Workshops für Angehörige begonnen. „Wir haben mit den Familien darüber gesprochen, wie wichtig eine rechtzeitige Stimulation ist und wie sie die Entwicklung ihrer Kinder beeinflusst“, erzählten sie. „Die rechtzeitige Stimulation von Kindern im Alter von 1 bis 4 Jahren ist eine ständige Aufgabe für jede Familie, die wir in diesem Prozess voller Abenteuer und Entdeckungen begleiten.

Wir erreichen derzeit die Gemeinden Nueva Italia, Ypané, San Antonio und Luque.“

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Bis in die entlegensten Häuser

Mit viel Freude begannen im März die Aktivitäten der Frühförderung mit dem Projekt Alfombrita Viajera. Die Idee ist so einfach wie effizient: Die Erzieherinnen tragen einen Rucksack voller Unterhaltung, Lernen und Spiele bei sich!

Sie erreichen die am weitesten entfernten Haushalte und begleiten Familien bei der Entwicklung ihrer Kinder.

Santinos Geschichte

Dequeni jugarGilda lernte den Reisenden Teppich von Dequeni kennen, als ihr Sohn Santino erst 11 Monate alt war. Sie sagt, dass sie sehr überrascht war, als sie die Kindergärtnerinnen auf dem kleinen Platz in ihrer Nachbarschaft sah und zu den Müttern in der Gegend ging, um zu fragen, worüber sie sprachen.

„Ehrlich gesagt war ich sehr überrascht, als sie mir von dem kleinen Teppich erzählten. Ich hatte noch nie von dieser Art von Projekt für Kinder gehört, für ihr Lernen und ihre Entwicklung…“, sagt Gilda.

Ohne zu zögern meldete sie Santino an. Sie hatte keine Ahnung, was sie von diesem Moment an gemeinsam erleben würden. Was sie vom ersten Tag an am meisten freute, war die Nachricht, dass das Projekt vor ihrer Haustür stattfinden würde.

Santino ist ein sehr geselliges Kind. Seine Mutter beschreibt ihn als jemanden, der es versteht, anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, selbst an den schwierigsten Tagen.

Die Veränderungen, die dank des Reisenden Teppichs bei Santino eintraten, waren bemerkenswert. Er lernte, besser mit anderen Kindern umzugehen, respektvoll zu sein, zu zählen und Tiere zu identifizieren. Sein Lieblingsspiel auf dem kleinen Teppich ist „Die kleine Eisenbahn“.

Auf diesem vier Jahre dauernden Weg, auf dem sie Santino begleitete und anleitete, lernte Gilda in Workshops für Eltern auch etwas über positive Erziehung. Diese Begegnungen gaben ihr eine neue Vision, wie sie den Entwicklungsprozess ihres Sohnes mit Werkzeugen und Wissen verfolgen konnte, die sie vorher nicht hatte.

„La Alfombrita bedeutete für mich von Anfang an, wieder eine Mutter zu sein. Ich habe viel darüber gelernt, wie ich meinen Sohn behandeln und ihm zuhören sollte, was ich tun und was ich nicht tun sollte. Vielleicht wusste ich das alles bei meinem vorherigen Kind nicht. Mit Santino haben wir neue Dinge entdeckt, vor allem darüber, wie wir Zeit mit ihm verbringen können“, sagt Gilda.

Dieses zweite Jahr der Pandemie brachte größere Herausforderungen für die Familien mit sich, von denen eine darin bestand, trotz der vielfältigen Einschränkungen weiterzumachen. Allerdings wurde keine Familie zurückgelassen. Dank der Unterstützung ihrer Wohltäter konnte Dequení weiterhin die Schritte von Kindern wie Santino begleiten, die wissbegierig und entdeckungsfreudig waren.

„Im Laufe der Jahre gab es viele Veränderungen, aber was sich nicht geändert hat, ist die Unterstützung von Dequeni. Sie haben uns Bildungspakete gegeben und auch Hygiene- und Reinigungsprodukte; dafür bin ich sehr dankbar. Was die Treffen anbelangt, so sahen wir die Erzieherin seltener, aber sie ließ uns nicht allein, sie leitete uns bei den Aufgaben an und ich sah, dass Santino immer enthusiastisch war und das motivierte mich, in der Begleitung fest zu bleiben“, erzählt Gilda.

Gildas größter Wunsch für Santino ist es, dass ihr Sohn bei allem, was er sich vornimmt, Erfolg hat, dass er andere respektiert und einmal in seinem Beruf erfolgreich ist und vor allem, dass er ein Mensch mit einem guten Herzen ist.

Seit ein paar Wochen ist Santino bereits in der Schule. Gut vorbereitet und sehr glücklich.

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Mit Material von www.dequeni.org.py

Institutionelle Seite: www.dequeni.org.py

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Original: Spanisch, 03.04.2022. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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