Madre ven

Veröffentlicht am 2021-02-22 In Dilexit ecclesiam, Schönstatt im Herausgehen

Madre ven. Dilexit Ecclesiam auf den Straßen Spaniens

SPANIEN, Interview mit Ambrosio Arizu, Familienbund, Initiator von “Madre ven” •

„Wenn etwas von Gott ist, dann kann ein einziger Mensch die Welt bewegen“ – wer das gesagt hat, Joao Luiz Pozzobon, dieser einfache Brasilianer, hat mit seiner Kampagne der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt tatsächlich die Welt bewegt und bewegt sie weiter. Der Mann, an den ich denke, wenn ich diesen Satz zitiere, ist Ambrosio Arizu, ein Argentinier, der in Spanien lebt, ein Familienvater, ein Schönstätter, ein Ingenieur und Initiator von „Madre ven“, Mutter komm, der Menschen aus mehreren sehr aktiven Bewegungen zur Mitarbeit gewonnen hat hat … und Spanien bewegt. —

Eine Wallfahrt der anderen Art wird ein Bild der Jungfrau Maria, das aus Ephesus kommt, durch ganz Spanien tragen. „Madre ven„, eine von Laien und Priestern gebildete Initiative, die bereits von mehreren Bischöfen begrüßt wurde, ruft alle Spanier auf, sich der Wallfahrt anzuschließen, wenn sie durch ihre Diözesen geht. Von Mai bis Oktober werden die Pilger die wichtigsten Marienheiligtümer aufsuchen, wobei sie in Pilar starten und am 12. Oktober am Cerro de los Angeles enden und im Jubiläumsjahr von Compostela an der Kathedrale von Santiago de Compostela vorbeikommen. Auf ihrem Weg wird die Wallfahrt von verschiedenen Bischöfen empfangen, die ihre Teilnahme bereits zugesagt haben.

„Wir wollen an den Besuch der Jungfrau Maria beim Apostel Jakobus erinnern, indem wir eine Wallfahrt mit einem Bild der Unbefleckten Empfängnis von Zaragoza nach Compostela und durch die bedeutendsten Orte der marianischen Spiritualität in Spanien machen“, erklärt Jaime Bertodano, Vikar der Diözese Getafe (Madrid) für das Weltapostolat. Dort begann das Projekt Gestalt anzunehmen: „Wir sind eine Gruppe von Laien und Priestern, die die Gottesmutter zu unseren Brüdern und Schwestern bringen wollen, um sie um Trost und Hoffnung in Christus zu bitten. Und auch um die Erneuerung dieser Heiligtümer als Orte der Gnade und Spaniens als Land Mariens zu erbitten.“ So zu lesen in einem der vielen Artikel, die in diesen Tagen in der katholischen Presse in Spanien erschienen sind.

Wie ist Ambrosio Arizu auf diese Initiative gekommen? Wie hat er es geschafft, so viele Laien, Organisationen, Heiligtümer, Bischöfe, Journalisten damit zu verknüpfen? Gibt es etwas an Schönstatt, das ihn besonders angetrieben hat, dieses Projekt zu initiieren? Gibt es etwas von „Bündnis“ in dieser Wallfahrt? Was ist in diesen Zeiten, in denen alles virtuell geworden ist, der Sinn einer so langen physischen Pilgerreise? Ist die Wallfahrt nicht einfach eine mediale Demonstration? Ist sie wirklich ein Weg, das Evangelium zu verbreiten? Oder ist sie einfach ein frommer Akt? Was erhoffen sich die Initiatoren für die Menschen in Spanien? Und was kommt nach der Wallfahrt? Mit einem dicken Bündel an Fragen, gesammelt im Team von schoenstatt.org,  wende ich mich an Ambrosio Arizu – genau an seinem Geburtstag, dem 11. Februar. Und Ambrosio antwortet …

Madre ven

Ambrosio Arizu inmitten seiner großen Familie

Wer ist Ambrosio Arizu? Wie kam dieser Argentinier nach Madrid und zum Familienbund Spaniens?

Ich bin ein argentinischer Familienvater, seit 40 Jahren verheiratet. Ich habe neun Kinder und elf Enkelkinder. Wir gehören zum ersten Kurs des Familienbundes in Spanien. Wir leben in Madrid, wo wir 1988 angekommen sind. Wir verließen Argentinien im Jahr 1982. Danach haben wir an verschiedenen Orten gelebt, bis die MTA uns zeigte, dass sie uns hier in Madrid ansiedeln wollte.

Und nun zu Madre ven. Eine Wallfahrt, der Weg eines Bildes der Gottesmutter quer durch Spanien, geplant, während wir noch mitten in der Pandemie sind… Was steckt dahinter?

Madre ven logotipo„Madre ven“ hat mehrere Dimensionen. Um dieses Interview nicht zu lang werden zu lassen, möchte ich auf drei wichtige Dimensionen eingehen: eine ist die Volksfrömmigkeit, eine andere Ekklesialität oder Kirchlichkeit und die dritte ist die apostolische Gemeinschaft.

Die marianische Volksfrömmigkeit, die Papst Franziskus so am Herzen liegt, was bedeutet sie jetzt, im Jahr 2021, in Spanien?

Um über Volksfrömmigkeit zu sprechen und darüber, wie diese Idee entstanden ist, muss ich in erster Linie zu dem zurückgehen, der den Samen dieser Art und Weise, Schönstatt in die Welt zu tragen, in unsere Herzen gelegt hat. Es war ein argentinischer Priester, den ich sehr verehre, Pater Esteban Uriburu, aus dem Institut der Schönstatt-Patres, der nach Jahren einer schmerzhaften Krankheit jung verstorben ist, der unseren Blick auf das außergewöhnliche Werk der Internationalen Kampagne der Pilgernden Gottesmutter gelenkt hat und auf die einfache, ausdauernde Gestalt von Joao Pozzobon, diesem brasilianischen Familienvater, der Kilometer um Kilometer ging und alle Städte in seiner Umgebung besuchte und das begann, was wir heute als Internationale Kampagne der Pilgernden Gottesmutter kennen. Aber vor allem achtete er auf etwas, das im Denken Pater Kentenichs immer sehr präsent war, nämlich Schönstatt zu einer Volksbewegung zu machen. Um Millionen und Abermillionen von Menschen zu erreichen.

Das, was er marianische Volksfrömmigkeit nannte, ist in unseren Tagen verbunden mit Stimmen Gottes, die uns heute erreichen, wie das, wozu Papst Franziskus uns einlädt. Gerade wenn er uns sagt, dass wir an die Peripherien gehen sollen, wenn er uns sagt, dass wir aufhören sollen, Schafe zu kämmen, dann ruft er uns auf, zu den Bedürftigsten zu gehen, zu den Ärmsten der Armen, aber vor allem ruft er uns auf, hinauszugehen, um auf den Straßen zu evangelisieren, außerhalb des Gewächshauses. Hinauszugehen, zu versuchen, Christus dorthin zu bringen, wo man seinen Namen vielleicht noch nie gehört hat, um ihn bekannt zu machen.

Ein zweiter Moment in dieser Dimension der Volksfrömmigkeit, die ich gerne einflechte, ereignete sich Jahre später, als ich in Portugal lebte, und dank eines sehr lieben Freundes, Pater Gonzalo Castro, Chilene und ebenfalls aus dem Institut der Patres. Er machte uns mit der Zuneigung, Freundschaft und Bewunderung von Pater Nicolás Schwizer aus der Schweiz bekannt, als dessen Schüler er sich betrachtete und den er sehr liebte und bewunderte. Und es war Pater Nicolas, der nun unseren Blick darauf lenkte, wie wir diesen Wunsch, Schönstatt in die Welt zu tragen, in Schönstatt leben können. Er war es, der uns auf den Familienbund hinwies, zu dessen erstem Kurs in Spanien wir dann gehörten.

piedad popular

Volksfrömmigkeit rund um das Schönstatt-Heiligtum in Tuparenda, Paraguay

Ekklesialität, was ist das? Was bedeutet das für Schönstatt in Spanien?

Eine zweite Dimension von „Madre ven“ ist die Ecclesialität, oder einfach Kirchlichkeit. „Er liebte die Kirche“ ist ein Satz, mit dem wir alle aufgewachsen sind. Er steht in Stein gemeißelt auf dem Grab von Pater Kentenich. Und herauszugehen, um zu evangelisieren, muss notwendigerweise Hand in Hand mit unseren Seelsorgern sein, im Dienst unserer Seelsorger, um zu überlegen, wie wir die pastoralen Pläne unserer Seelsorger ergänzen können. Und hier müssen wir noch ein wenig weiter zurückgehen.

Für uns hat „Madre ven“ im Heiligtum von Querétaro, Mexiko, angefangen, einem Heiligtum, das wir vor einigen Jahren besucht haben und das uns wegen seiner familiären Atmosphäre geprägt hat. Später erfuhren wir, dass es noch andere Heiligtümer gibt wie das in Queretaro, in Paraguay, in Afrika, aber was unser Herz am meisten berührte, war, all die Menschen auf den Wiesen rund um das Heiligtum zu sehen, mit ihrem Picknick, mit ihrem Imbiss, Menschen, die dort den Tag mit ihren Kindern verbrachten, einige feierten die Messe mit, andere baten den Priester, ihre Autos zu segnen, andere gingen zur Beichte, aber alle, absolut alle waren sie gekommen, um ihre Mutter zu grüßen. Sie waren alle einmal im Heiligtum gewesen an diesem Tag. Wir sahen, wie sie die Schlangen, die Stille und die Besinnung organisieren mussten, und wie jeder sein Papier und seinen Stift nahm, um das Gnadenkapital zu schreiben, das er dort für die Gottesmutter hinterlassen wollte. Und es berührte unsere Herzen sehr stark, sich vorzustellen, wie in dieser Gesellschaft, in der die Familie zerbrochen, entwaffnet und unstrukturiert ist, Maria diejenige ist, die in ihren Heiligtümern Familie macht.

Wir fragen uns, und warum kann das nicht auch in Europa sein? Auch in Europa gibt es Tausende und Millionen von Menschen, die ein Zuhause brauchen, einen Ort, an den sie gehen können, um ihre Mutter zu besuchen. Und dieser kleine Same, den die Gottesmutter in unsere Herzen gelegt hat, begann zu keimen, nach und nach zu wachsen. Wir haben angefangen, die Bischöfe in der Stadt, in der wir leben, zu besuchen und ihnen diesen Wunsch, diesen Traum anzubieten und ihnen zu erklären, dass die Schönstatt-Heiligtümer nicht eine Sache von Architekten sind, die es bauen und dann steht es da. Das Heiligtum ist eine Errungenschaft und durch diese Errungenschaft und das Leben, das dort sprießt, wird der Wille der Gottesmutter, sich an diesem Ort niederzulassen, manifestiert oder nicht.

Wir erzählten es jedem, der uns zuhören wollte, und es war der Bischof von Getafe, der von unserem Wunsch hörte und uns zu sich rief. Er war sehr berührt von diesem Vorschlag und sagte: „Kommt, macht, und für was immer ihr braucht, sind wir euch zu Diensten.“ Getafe ist eine der größten Diözesen Spaniens, sie liegt im Süden von Madrid und erstreckt sich von Ost nach West und umfasst sehr normale, sehr industrielle, sehr dicht besiedelte Gegenden, sie empfängt viele Migranten, und genau dort arbeiten wir und dort entsteht dieses Projekt.

Kirchlichkeit hat auch mit den Bischöfen zu tun, mit der Amtskirche. Wie haben Sie die Bischöfe erreicht?

Als diese Verrücktheit, die Gottesmutter auf alle Straßen, zu allen Marienheiligtümern zu bringen, in unseren Herzen zu wachsen begann, war das erste, was wir vorschlugen: wir werden es prüfen, wir werden versuchen zu bestätigen, dass sie nach Spanien kommen will, dass es nicht einfach eine fixe Idee von uns ist. Aus diesem Grund trafen wir uns mit dem bischöflichen Vikar von Getafe und zwei weiteren Laien. In dem Versuch, Türen zu öffnen, in denen der Wille der Gottesmutter sich manifestieren würde, beschlossen wir, zu gehen und es den Bischöfen vorzuschlagen, nicht um die Kirche zu bitten, es anzunehmen, sondern um zu fragen: Bischof, glaubst du, dass das gut für deine Diözese ist?

Und so gingen wir zuerst zum Primas von Spanien, in Toledo; dann natürlich zu D. Ginés, in Getafe; zum Erzbischof von Zaragoza; zum Sekretär der Bischofskonferenz. Wir haben bis zu zehn oder elf Bischöfe besucht und ihnen von diesem Projekt erzählt, und sie waren begeistert. Sie kannten uns überhaupt nicht, mit Ausnahme von Don Ginés, der uns ja schon lange kannte. Sie waren sehr vorsichtig: Wer sind diese Leute, woher kommen sie? Und am Ende der Gespräche funkelten ihre Augen, sie bedankten sich, sie begleiteten uns zur Tür und dankten uns, dass wir uns in den Dienst der Diözese gestellt haben, dass wir dieses Projekt, diese Idee mitgebracht haben.

So war die Begegnung mit den Bischöfen die Bestätigung, neben anderen Zeichen, die wir betrachtet haben, dass diese Idee von Maria kam. Denn wenn es von Maria ist, dann nicht in Unterordnung oder in falschen Hierarchien. Es ist in Einheit und Harmonie, mit Respekt vor der Freiheit. Und so haben heute, am 11. Februar,  alle Bischöfe Spaniens von der Bischofskonferenz die Einladung erhalten, sich so zu beteiligen, wie sie es für richtig halten, und wir hören nicht auf, Bitten aus vielen Orten in Diözesen zu erhalten, in denen der Besuch der Gottesmutter ursprünglich gar nicht vorgesehen war.

Casa de María en Efeso

Haus der Gottesmutter Maria in Ephesus- Foto: Wikimedia Casalmaggiore_Provincia

Und schließlich: Was bedeutet apostolische Gemeinschaft, und warum ist sie so wichtig?

Dies ist die dritte Dimension, über die ich sprechen möchte. Vom ersten Moment an wollten wir, dass es die Aufgabe eines jeden ist. Die Gottesmutter ist die Mutter von allen, und am Anfang waren wir vier Personen: ein Priester aus der Diözese Getafe, ein Laie aus einer anderen Diözese, ein Laie aus der Regnum-Christi-Bewegung und ich, aus Schönstatt. Das erste, was wir uns fragten, war: welches Bild der Gottesmutter wird pilgern? Es muss ein Bild sein, das uns alle vereint, in dem wir alle unsere Mutter sehen, über unsere Titel, über unsere Bewegungen hinaus. Und so entstand in den Herzen aller die Idee, dass es die Unbefleckte Empfängnis sein würde, die auch die Patronin Spaniens ist und die eine so große historische, spirituelle und affektive Verbindung zu Spanien hat. So war die erste Gruppe, die wir eingeladen haben, um das vorzuschlagen, eine große, breite Gruppe, in der ein Dutzend Bewegungen vertreten waren: Opus Dei, Priester der Prälatur, Priester der Legionäre Christi, Regnum Christi, Schönstatt, Communione e Liberazione, alle, die sich anschließen wollten, die vom ersten Moment an versuchten, ihre Kräfte zu bündeln, um zu versuchen, etwas Großes zu tun.

Alles, was die Gottesmutter tut, ist groß, egal welche menschliche oder irdische Dimension es hat, es ist nur deshalb groß, weil es von ihr ist. Diese Liebe zur Gottesmutter einte uns. Diese ist auf diese Weise weiter gewachsen. Wir haben den offiziellen Start am 11. Februar, dem Fest der Jungfrau von Lourdes, gemacht und wir haben mehr als hundert Freiwillige in ganz Spanien, die bereits in der Organisation dieses wunderbaren Festes des Besuches unserer Mutter arbeiten.

Um auf den Anfang von all dem zurückzukommen… wie ist es in Ihrem Herzen entstanden?

Die Gottesmutter benutzt kleine Zeichen. In unserem Fall erhielten wir im Monat August ein kleines Video von einer Wallfahrt, die gerade in Frankreich stattgefunden hatte, bei der die Gottesmutter zu fünf Marienheiligtümern in Frankreich kam und ein schönes „M“ über die Geographie Frankreichs zeichnete. An einer Stelle in diesem Video, als die Gottesmutter Paris betritt, umgeben von einer Menge, die ihr folgt, ihr zujubelt und sie begleitet, bleibt unser Blick an einem Bild der Pilgernden Gottesmutter hängen, das jemand inmitten der Menge in den Himmel hebt – ein Bild der Gottesmutter von Schönstatt. Es war ein sehr schönes Geschenk, das wir mit dem Pfarrer von Getafe geteilt haben, wo wir, wie ich Ihnen schon sagte, die Schönstattfamilie gründen und davon träumen, dort eines Tages ein Heiligtum zu haben. Ich fragte ihn: Glauben Sie nicht, dass die Gottesmutter uns ein Augenzwinkern schenkt? Er hatte bereits das gleiche Video bekommen und die Gottesmutter hatte es auch ihm ins Herz gelegt. Wir trafen uns Anfang September und fingen an, uns zu ergänzen: zuerst diese beiden sehr engagierten Laien und dann kamen immer mehr Leute dazu. Es ist ein schönes Detail, wie man im Laufe der Jahre lernt, dass es nicht so ist, dass die Gottesmutter oder Gott oder Jesus nicht zu uns sprechen, sondern dass wir manchmal zu viel Lärm um uns herum haben und wir diese Welle, diese Frequenz, in der sie permanent zu uns sprechen, nicht einfangen können.

 

Es wird viel vom „Schönstatt im Herausgehen“ geredet. Was Sie mit dieser Wallfahrt machen, ist das Schönstatt im Herausgehen? Gibt es Liebesbündnis in „Madre ven„?

Seit der Papst alle Katholiken eingeladen hat, herauszugehen, ist es leider so etwas wie ein Schlagwort geworden? Was immer wir tun, ist Schönstatt im Herausgehen. Aber gehen wirklich heraus aus Schönstatt, aus unserem Eigenen?
Ein Satz, der mir seit den ersten Zeiten des Papsttums von Franziskus sehr stark aufgefallen ist, war der vom „Schafe kämmen“, und ich sah mich selbst dabei, wir sahen uns dabei, und ich sah mein Schönstatt, das viele Dinge tut und auch viele Schafe kämmt. Ich glaube, dass wir einen Schatz haben,  den wir sehr oft wieder und wieder und mit Hingabe auf Hochglanz polieren, anstatt exponentiell die Zahl derer zu vermehren, die von diesem Schatz profitieren können.

Das Liebesbündnis, die Begegnung mit der Gottesmutter im Heiligtum ist unser Werkzeug der Evangelisierung, zugleich unser Geheimnis, der Zaubertrank von Asterix. Das ist es, was die Welt von uns braucht. „Im Schatten des Heiligtums“ kann auf viele Arten betrachtet werden. Ein Bild ist, dass sich alle um das Heiligtum versammeln und viele mitbringen, um auch etwas von diesem Schatten abzukriegen. Ein anderes Bild: diese großen spanischen Ebenen, im Monat Juli mit einer Hitze, die die Steine bricht, einer Sonne, die brennt und was man dafür geben würde, einen Baum zu haben, an den man sich für Schatten heranwagen kann. Und das dritte Bild ist diese Wüste voller Heiligtümer, voller Bäume, die all denen Schatten spenden, die ihn brauchen. Zu einigen pilgern Menschenmassen von weither, zu anderen die Einheimischen. Aber nie nur wir selbst. Das müssen wir meinen, wenn wir von Schönstatt im Herausgehen reden: Wir müssen die Welt verändern, Maria ist gekommen, um die Welt zu verändern, um Wege zu öffnen. Es sind Zeiten tiefgreifender marianischer Erneuerung, und wir haben das unermessliche Privileg, eine sehr einfache Möglichkeit zu haben, ihr zu helfen, die Welt zu verändern, nämlich das Liebesbündnis zu schließen und ihr Heiligtum in die Welt zu tragen.

Mit anderen Worten, es ist ein PIlgern im Bündnis…

Der Name der Wallfahrt ist durch das Gebet im Heiligtum entstanden, es ist eine Anrufung, eine Litanei. „Mutter, komm“, „Mutter, komm“. Komm zu deinem Kind, das sich mit dir verbünden muss, das sein Herz erneuern muss, das dein Willkommen braucht. Die Wallfahrt soll die Gnaden des Heiligtums zu all jenen Spaniern bringen, die Maria vorbeiziehen sehen, die sie willkommen heißen wollen, die sie auf ihrem Weg begleiten wollen. Wir müssen zurück zu den Wurzeln, zu den Dingen, die die Herzen der Menschen berühren. Zugleich müssen wir uns daran erinnern, dass unser eigener Gründer ein Pilger war. Als er aus Dachau zurückkam, stieg er in ein Flugzeug und flog hin und her, bis es Zeit für Milwaukee war, aber er ging so weit, wie er konnte. Er hätte es auch per Brief tun können, damals gab es noch keine Videokonferenz. Ich bezweifle nicht, dass er die ganze Technologie genutzt hätte, denn er war ein Prophet, jemand, der seiner Zeit voraus ist. Das eine schließt das andere nicht aus.

Warum eine Wallfahrt? Nun, weil wir beim Gehen auf den Straßen unseren Brüdern und Schwestern, unseren Nachbarn, den Bedürftigen begegnen. Es ist der Ort, an dem wir die Gottesmutter zu denen bringen, die nicht zu ihr kommen.

Offizielle Webseite  „Madre ven“

Madre ven itinerarioMitarbeit an diesem Artikel: P. José María García, Paz Leiva, Claudia Echenique

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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