Veröffentlicht am 3. Mai 2019 In Projekte, Schönstatt im Herausgehen

Herzen verwandeln, Kultur verwandeln: 9. Karfreitagswallfahrt in Austin

USA, Zachary Larson •

Kaum zu glauben, dass über 600 Pilger in Austin jedes Jahr an einem Tag 18 Kilometer laufen. Und doch:  Jeden Karfreitag gehen die Katholiken aus Austin vom Mariendom zum Schönstatt-Heiligtum und ehren so den Tod Christi am Kreuz. Als mein Freund Cody und ich bei der 9. jährlichen Karfreitagswallfahrt diese große Schar entlang des Capital of Texas Highway lenkten, überlegte ich, welche Auswirkungen dieses Ereignis auf meine Heimatstadt hat. —

Am Freitag, den 19. April, wurden die Straßen von Austin zur Bühne für eine Gruppe von sechzehn Schönstättern, alle Studenten der University of Texas. Nach einem feierlichen Segen von Bischof Joe Vasquez führten sie die Pilger in eine Nachstellung des Kreuzweges und interpretierten das Leiden und den Tod Christi. Diese  jungen Männer und Frauen wollten denjenigen, die Christus begleiten, ein Zeichen des Glaubens sein. Pilger, die mit dem Kreuz Christi verbunden sind, indem sie ein echtes Kreuz tragen, die den Rosenkranz der Göttlichen Barmherzigkeit beten und singen. „Das ist absolut schön, und ich komme jedes Jahr“, so Joe Leary, ein Teilnehmer.

Ein Hirte und seine Herde: Bischof Vasquez segnet die Menge

„Wir haben einen Eindruck in Austin hinterlassen“

Das Ereignis ist jedoch für die ganze Stadt von Bedeutung. Sasha Krauss, eine der Koordinatorinnen, sagt: „Am Ende haben wir nicht nur bei den Pilgern, sondern auch in der ganzen Stadt Austin einen Eindruck hinterlassen.“ Viele Passanten waren Zeuge der Wallfahrt oder haben sich sogar angeschlossen. Die Transformation der Kultur von innen heraus ist das ultimative Ziel.

Anfang mit 30 Studenten

Im Jahr 2009 begann eine kleine Gruppe von rund 30 Studenten unter der Leitung von James Van Matre und Megan McQuaid die Karfreitagswallfahrt. Zehn Jahre später koordiniert die gesamte Schönstatt-Bewegung von Austin die Logistik. Die „GFP“ (Good Friday Pilgrimage, Karfreitagswallfahrt) hat einen Boom erlebt und zieht nun Menschen aus der gesamten Diözese Austin an, darunter aus San Marcos und College Station. Die Vorbereitungen beginnen im Januar, wenn die Koordinatoren der Bewegung die Route planen und sich an die Polizeieskorte wenden. Die Studenten beginnen ebenfalls im Februar mit der Arbeit und proben regelmäßig.

Francine Pelaez, Mitte, stellt Maria dar; Ninel Ibarra, rechts, spielt die Veronika

Den Weg zu Christus führen

In diesem Jahr spielte Francine Pelaez Maria, die Mutter Christi. „Zuerst war ich nervös und fühlte mich fast ungenügend für die Rolle. Aber durch Gebet und Nachdenken wurde mir klar, dass diese Berufung nicht zu einem perfekteren Zeitpunkt hätte kommen können“, erklärte sie. „Ich bereite mich gerade darauf vor, die Gottesmutter persönlich zu krönen, und diese Erfahrung hat mir geholfen, meine Beziehung zu ihr zu vertiefen.“ Francine fährt fort: „Die Anerkennung der mütterlichen Gestalten, die ich in meinem Leben habe, hat mir geholfen,  Maria darzustellen. Zu erkennen, dass sie in so vielen Menschen in meinem Leben lebt, hat mich weitermachen lassen. Sie hält immer meine Hand und führt den Weg zu Christus.“

Sein Kreuz tragen: Michael McGarrity geht vor dem Rathaus vorbei. Christian Soenen, links, porträtiert den heiligen Longinus.

Leitstern

Michael McGarrity übernahm die Rolle des Jesus und hatte in der Zeit eine Reihe von Prüfungen zu bestehen, sah aber auch viele geistliche Früchte. „Die größte Schwierigkeit bei der Vorbereitung auf die Rolle Jesu in der GFP war definitiv der geistliche Aspekt“, sagte er. „Die körperliche Anstrengung ist zwar bemerkenswert, aber nicht schrecklich. Aber geistlich bereit zu sein, sich darauf vorzubereiten, für so viele ein so wörtliches Bild von Christus zu sein – das war einschüchternd. Und, wie mein Weg gezeigt hat, eine Sache von Demut.“ Wie bei Francine wurde Maria zu einem Leitstern für Michaels harte Arbeit. „Ich stellte mir vor, dass die Gottesmutter neben ihrem Sohn leiden würde, und betete, dass sie mich mit der Gnade segnen würde, die Menschen zu berühren. Das war meine Motivation“, erklärte er.

Alle Darsteller boten viele heroische Beiträge zum Gnadenkapital, um die Pilgerfahrt von innen heraus zu gestalten. Die Gottesmutter hat dieses Apostolat wirklich in ihre Hände genommen.

Eine ganze Stadt prägen und verwandeln: Michael McGarrity, Student der University of Texas, führt als Jesus die Pilgergruppe an

Fotos:  Nathan Zamora

Original: Englisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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