Veröffentlicht am 2016-11-06 In Misiones, Schönstatt im Herausgehen

Und was wollen wir in Kuba?

SPANIEN/KUBA,  Mónica und José Delgado-Iribarren •

Mission Kuba als Familie!

Im vergangenen Juli sind wir als Familie nach Santa Cruz del Sur, einer Küstenstadt im Süden von Kuba, aufgebrochen. Beim Jubiläum 2014 hatten wir Pfr. Bladimir kennengelernt, der uns und eine zweite Familie anregte, im Sommer nach Kuba zu kommen. Zur selben Zeit bereiteten acht junge Berufstätige mit einer großen missionarischen Berufung ihre Fahrt in die gleiche Pfarrei vor. Und so waren wir dann alle zusammen am 1. August dort.

Wir haben vier Kinder im Alter zwischen 12 und 19 Jahren. Als wir schließlich im März diese Reise konkret machten und die Flugtickets kaufen mussten, erklärten wir unseren Kindern, dass wir dieses Jahr nicht nach Cádiz fahren würden. Sondern nach Kuba. In dem Moment wurde die Nachricht nicht gerade begeistert aufgenommen, sondern eher mit Überraschung: „Aber das ist mein Sommer!“,   „Das sind unsere Tage am Strand mit Freunden“. Und sofort die Frage: Und was machen wir da? Was wollen wir in Kuba?

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Und trafen wunderbare Menschen, die ihre Zeit mit uns verbringen wollten

Wir kamen nach Santa Cruz mit unserer spanischen aktivistischen Schnellschritt-Mentalität. Was muss jeder einzelne tun? Tagesplan? Und trafen auf wunderbare Menschen, die einfach ihre Zeit mit uns verbringen, von unseren Erfahrungen lernen und ihre eigenen vermitteln wollten. Einfache Menschen, die alles mit uns teilten, was sie hatten, im materiellen wie spirituellen Sinn. Leute, denen wir uns sehr bald sehr nahe fühlten, verbunden unter dem Schutze Mariens, die in all unserem Tun präsent war. Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Ehepaare, die mit ihrer Gastfreundschaft dafür sorgten, dass wir alle uns zu Hause fühlten. Und so begann Leben zu entstehen…

Unsere größeren Kinder schlossen sich der Gruppe kubanischer Jugendlicher zusammen mit den jungen spanischen Missionaren an und erlebten eine beeindruckende missionarische Erfahrung beim Besuch der Stadtteile und Dörfer in der Nähe der Pfarrei und bei der Organisation eines großartigen Ferienlagers für Kinder.

Die kleineren gingen mit ihren kubanischen Freunden in eine Gruppe, die  unter der Leitung von Pfr. Bladimir bei den missionarischen Aufgaben mitmachte und viel Freude in die Gemeinschaft brachte.

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Nie werden wir den Glauben und die Großzügigkeit vergessen, die wir in diesen Familien erlebt haben

Wir konnten kranke Familien in ihren Häusern besuchen, mit denen wir einfach Zeit verbrachten und beteten. Ich glaube, dass wir niemals den Glauben und die Großzügigkeit vergessen werden, die wir in diesen Familien erlebt haben. Ganz einfache Familien, die mit uns das Wenige, das sie hatten, teilten, und uns zeigten, wie man mit sehr wenigen Dingen glücklich sein kann. Familien, die ihre Krankheiten annahmen und sie Gott mit großer Gelassenheit und Hoffnung anboten. Auch konnten wir eine gerade gegründete Gruppe von Ehepaaren begleiten, die sehr engagiert ihren Glauben leben wollte und mit denen wir viel Zeit und viele Erfahrungen teilten.

Und so beantwortete Gott jedem Mitglied der Familie diese Frage, die unsere Kinder uns im März gestellt hatten: Was wollen wir in Kuba?

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So leben wir unseren Glauben als Familie

Abends, wenn sich alle Familienmitglieder trafen, um durch die dunklen Straßen von Santa Cruz nach Hause zu gehen, erzählten wir einander von den Erfahrungen, die jeder gemacht hatte, und so verwandelte sich die Idee, die wir von der Reise gehabt hatten. Die anfängliche Ahnungslosigkeit wich einer tiefen Freude und Zufriedenheit, dort zu sein. Einige überlegten sogar, länger zu bleiben oder eines Tages mit ihren Freunden wiederzukommen.

Als Familie hat uns diese Mission, neben  den ganz persönlichen Erfahrungen, etwas sehr Wichtiges gegeben: das Gefühl, dass wir alle zusammen etwas für andere taten, so wie Jesus es von uns im Evangelium erbittet, und das heißt, unseren Glauben als Familie zu leben. Dieses Erlebnis hat uns so erfüllt, dass wir während der ganzen Zeit in Santa Cruz keinen einzigen Streit und keine Diskussion hatten – und das will etwas heißen in unserer Familie!

Inzwischen sind fast drei Monate vergangen, der Alltag zu Hause hat uns wieder, aber bei uns allen ist eine tiefe Spur dieser gemeinsamen Erfahrung geblieben und ein Wissen, dass wir, auch wenn der Alltag Reibungen und Diskussionen bringt, wir das Kostbarste teilen: unseren Glauben und den Wunsch, ihn mit anderen zu teilen.

 

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Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer/schoenstatt.org

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