Veröffentlicht am 14. Oktober 2016 In Projekte, Schönstatt im Herausgehen

„Eines Tages verlassen die Leute ihre Felder und schließen sich dieser Wallfahrt an“

ARGENTINIEN, Maria Fischer mit Material von  materperegrina.com

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An diesem 14. und 15. Oktober findet die 23. Ausgabe der längsten Fußwallfahrt im katholischen Raum statt, die „Wallfahrt der Städte und Dörfer“, die die Orte Hasenkamp und Paraná verbindet.

Jedes Jahr gibt es ein Motto, das die Pilger motiviert; in diesem Jahr 2016 lautet es: „Maria, hilf uns barmherzig zu sein.“

Jedes Jahr am Vorabend des Muttertags versammelt die Gottesmutter Tausende von Pilgern am Bildstock in Hasenkamp, um sie an der Hand zu nehmen und mit ihnen 26 Stunden lang zu Fuß einem neuen Sonnenuntergang entgegen zu pilgern. Die Geringfügigkeit der Werkzeuge, die Größe der Schwierigkeiten und die Größe des Erfolges, der übernatürlichen Früchte, bestätigen Jahr um Jahr Maria mütterliche Liebe, die sich besonders bei diesem Ereignis manifestiert.

Bei jedem Schritt auf dem Pilgerweg erlebt man Kirche in ihrer ganzen Fülle: Gläubige aus den Pfarreien, Priesteramtsstudenten, Priester, Ordensleute, Leute aus den kirchlichen Bewegungen bieten das Beste aus sich an, damit diese Wallfahrt zu einer lebendigen Erfahrung der Kirche auf dem Weg werde, der Kirche als neuer Familie, die sich spiegelt in den Tausenden Gesichtern, die man auf dem Weg sieht, alle verbunden in einem Geist, einem Glauben und einem Ziel: dem Heiligtum der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt.

Der Anfang: die verrückte Idee von zwei Jugendlichen

Da gab es einmal zwei Leute, die den Willen Gottes zu verstehen wussten und denen es gelang, Maria ihre Liebe zu beweisen, indem sie diese Wallfahrt begannen. Es waren zwei junge Männer aus der Schönstattjugend von Hasenkamp, Amelio Rodriguez und Jorge Quiroz.

Im Jahr 1983 bereiteten sie sich darauf vor, ihr Liebesbündnis mit Maria zu schließen und beschlossen, sie im Heiligtum von La Loma in Paraná zu besuchen, aber anders als sonst. Sie verzichteten auf alle Annehmlichkeiten und verwandelten ihren Wunsch in eine verwegene Odyssee. Denn ihre Idee war: die 90 km zwischen Hasenkamp und dem Heiligtum zu Fuß zu gehen!

Das Wasser war ein Zeichen, das diese Wallfahrt vom ersten Tag an prägte. Ein heftiges Unwetter zwang sie, ihren Fußmarsch abzubrechen, doch am folgenden Wochenende gingen Jorge und Amelio wieder los, um zum ersten Mal als echte Pilger der „Patronin“ (wie sie die Gottesmutter nannten) in ihrem Haus in La Loma, heißt, im Heiligtum von Schönstatt zu besuchen. Auch für morgen sind heftige Gewitter und Regen angesagt… doch die Wallfahrt soll nicht abgesagt werden!

„Eines Tages verlassen die Leute ihre Felder und schließen sich dieser Wallfahrt an“

Halb im Scherz, halb im Ernst. Einer der Jugendlichen drückte so einen Gedanken aus, der reine Utopie schien. Jedoch verging nicht viel Zeit, bis genau das Wirklichkeit wurde. Und nicht nur die Leute von den Feldern, sondern nach und nach schlossen sich auch die aus den Städten und Dörfern der Diözese und darüber hinaus an. Darum der Name Wallfahrt der Städte und Dörfer“.

In den ersten Jahren gab es noch keinen festen Termin. Auf Vorschlag von Bischof Karlic und um die Wallfahrt besser in den Diözesankalender integrieren zu können, wurde der Termin schließlich auf den Freitag und Samstag vor dem dritten Wochenende im Oktober festgelegt.

Ein großes Netzwerk von Unterstützern sind die Feuerwehr, die Polizei, medizinisches Personal, die für die gesamte Infrastruktur Verantwortlichen, die Leute vom Cursillo, die jedes Jahr das Frühstück machen, die freiwilligen Helfer, die die Fackeln richten, die Erholungspunkte einrichten und betreuen, die den Pilgern unterwegs Wasserflaschen reichen, das Team, das die Ankunft am Heiligtum  vorbereitet, alle, die materiell und spirituell in der Vorbereitung und Begleitung mitwirken und schließlich alle, die betend begleiten.

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Viele, viele Freiwillige

Bei der Wallfahrt der Städte und Dörfer sind immer sehr, sehr viele Freiwillige über 18 dabei, um die Pilger zu unterstützen.

Das sind die jungen Leute mit ihren klassischen gelben Überwürfen, die überall auf dem Weg zu sehen sind. Sie bilden zusammen mit den Kadetten der Polizeischule Salvador Macía die Sicherheitskordons, verteilen Fackeln, rufen die Rettungswagen oder die „Aufsammelautos“, wenn jemand nicht mehr weiter kann und eine Fahrt bis zum nächsten Rastpunkt braucht, sie machen Massagen gegen die Schmerzen in den Beinen und sind einfach überall da.

 

Video mit dem Mottolied 2016

 

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Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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