Veröffentlicht am 7. Oktober 2015 In 100 Häuser, Schönstatt im Herausgehen, Solidarisches Bündnis, Werke der Barmherzigkeit

„Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen …” 100 Häuser der Solidarität, eine Antwort auf den Aufruf von Papst Franziskus

PARAGUAY, Maria Fischer und Ani Souberlich •

„Ich möchte es sehr deutlich sagen. Wir können keine gesellschaftliche oder moralische Rechtfertigung, überhaupt keine Rechtfertigung finden, um das Fehlen von Unterkünften hinzunehmen. Es sind ungerechte Situationen, aber wir wissen, dass Gott sie mit uns erleidet, sie an unserer Seite erlebt. Er lässt uns nicht allein.“, sagte Papst Franziskus in seiner Begegnung mit den Obdachlosen in Washington.

Wie wir wissen, wollte Jesus nicht nur mit jedem Menschen solidarisch sein, wollte er nicht nur, dass niemand das Fehlen seiner Begleitung, seiner Hilfe, seiner Liebe empfinde oder erfahre. Er selbst identifizierte sich mit allen, die leiden, die weinen, die irgendeine Art von Ungerechtigkeit erleiden. Er sagt uns das ganz deutlich: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35).

Papst Franziskus zu Obdachlosen in Washington

Wenn ein Besuch in den „100 Häusern“ zur Wallfahrt wird

Espera techo.Was ein Glück, dass wir vor gut einem Jahr beschlossen haben, mit den „100 Häusern der Solidarität“ weiterzumachen, als die angestrebte Zahl erreicht war: 100 Häuser für 100 Familien, die ohne ein Dach über dem Kopf in extremer Armut, buchstäblich auf der Straße leben! Mit dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ruft uns der Papst Franziskus, dem wir diese Häuser der Solidarität als Jubiläumsgeschenk angeboten haben, auf, Werke der Barmherzigkeit zu tun. Er möchte in Rom jeden Monat eine Tür der Barmherzigkeit öffnen, eine Tür, die eines dieser Werke symbolisiert: Hungrige speisen, Dürstende tränken, Gefangene besuchen, Obdachlose und Fremde beherbergen…

„Mir gefällt die Idee, die bergenden Dächer mit dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit zu verbinden“, sagt Ani Souberlich, die im Mai 2013 mit einigen Leuten aus ihrer Pfarrei und mit dem Team von schoenstatt.org diese Initiative gestartet hatte, die dann zum Jubiläumsgeschenk für Papst Franziskus wurde. „Wir verlebendigen das solidarische Bündnis und aktualisieren es aus den Stimmen der Zeit, dabei bleibt das Ziel immer gleich, es verändert sich nur die Motivation für die hochherzigen Menschen, von denen es Millionen in aller Welt gibt!“

Und es ist noch einmal eine Chance für die etwa 100 Heiligtümer weltweit, die noch kein solidarisches Haus haben… und für viele Hausheiligtümer erst recht!

Dass sich an der existentiellen Peripherie von bitterarmen Familien Türen der Barmherzigkeit öffnen, heilige Pforten… und die Besuche bei unseren Familien zu Wallfahrten werden, zu Augenblicken der Gnade im kommenden Heiligen Jahr der Barmherzigkeit – ein Traum? „Realität“, antwortet Ani in ihrer pragmatischen Art. „Der Besuch in unseren Häusern hat dein Leben verändert. Es war eine Wallfahrt.” Sie hat Recht. Und es wird seitdem wieder eine Wallfahrt, jedes Mal, wenn ich auf schoenstatt.org „auf Wallfahrt “ gehe zu den 100 Häusern.

Das Lächeln von Luz …noch einmal

Luz escribio GRACIAS„Das Lächeln von Luz“, das Lächeln dieses kleinen Mädchens, das in einem der Häuser der Solidarität lebt und das kämpft, um eine Krankheit zu überwinden, die sie ihre Hände und Füße nicht gebrauchen lässt, hat eine starke Resonanz gefunden. Vor einer Woche besuchte Ani Souberlich wieder die Familie. Hier ist ihre reale Geschichte:

„Heute ist ein schöner, sonniger Tag, also habe ich mich entschlossen, durch mein schönes Land der roten Erde zu fahren. Ich ging Luz besuchen; ich nahm Kleidung und etwas zu essen mit. Ich erzählte ihr, dass du auch Grüße geschickt hast, und dass du für einige der Kleidungsstücke gesorgt hast, die ich ihr gebracht habe. Sie war draußen, saß da und redete mit ihren Eltern. Dann kam sie mit einer Vase mit Blumen, die sie aus Schaumstoff gemacht hatte; sie waren für dich und für mich! Ich erklärte ihr, dass du weit weg bist, aber dass ich ein Foto machen und dir schicken würde; dann ging sie ins Haus und rief mir zu: ‚Mach ein Foto von mir mit diesem kleinen Zettel und schicke es an Maria‘, sagte sie. Natürlich zögerte ich nicht, es zu tun; dann riss sie vorsichtig ein Blatt aus ihrem kleinen Notizbuch und sagte: ‚Wenn sie kommt, gib es ihr.‘ Ich war bewegt … Kinder sind so einfach …in ihrem Alter versteht sie die Entfernung nicht, sie weiß, du bist weit weg … aber so weit, das kann sie sich nicht vorstellen. Ich nahm es und ich sagte ihr, ich würde es dir per Post schicken. Ihre kleinen Augen leuchteten auf, als sie merkte, dass ich es dir wirklich geben wollte!

Ihre Mutter geht jetzt von Haus zu Haus und sucht Wäsche zu waschen um auf diese Weise Geld zu verdienen; sie wäscht die Kleidung von Hand in einer großen Wanne … dieser Wunsch, sich zu verbessern, vorankommen wollen, das macht das Helfen zu einem Vergnügen. Sie hat kein richtiges Waschbecken, um Wäsche zu waschen, aber sie macht es mit dieser Wanne, um zu arbeiten. Ihr Mann hat ihr einen Tisch aus Baumstämmen gemacht, so kann sie die Wanne darauf stellen, und es erleichtert ihr das Wäschewaschen. In dieser Woche, wenn Gott will, wird sie einen anderen Arzt konsultieren wegen Luz‘ Beinen. Mit dem Geld, was du geschickt hast, wird sie genug haben für die Fahrt und die Untersuchung, die teuer ist. Ich gab ihr das Geld schon vor einiger Zeit, als du es geschickt hast.“

Weitere dreizehn Häuser werden gebaut

Weitere dreizehn Häuser werden in diesen Wochen mit den eingegangenen Spenden gebaut, obwohl die Arbeit sich verzögert wegen des anhaltenden Regens, der die Wege unpassierbar macht für die Materiallieferungen … Trotzdem, alles, was gebraucht wird, ist schon gekauft, denn es gibt Familien, die brauchen ein Dach … ein Dach als Schutz, ein Dach um sicher zu leben, um im Leben voranzukommen …

„Der Glaube lässt uns wissen, dass Gott an eurer Seite ist, dass Gott in unserer Mitte ist und dass seine Gegenwart uns zur Nächstenliebe bewegt. Diese Nächstenliebe hat ihren Ursprung im Anruf eines Gottes, der weiter an unsere Tür klopft, an die Tür aller Menschen, um uns einzuladen zu Liebe, zu Mitleid, zum Dienst füreinander.

Jesus klopft immer wieder an unsere Türen, an die Türen unseres Lebens. Er tut dies nicht auf magische Weise, er tut dies nicht mit Spezialeffekten, mit Leuchtreklamen oder Feuerwerk. Jesus klopft immer wieder an unsere Tür in den Gesichtern unserer Brüder und Schwestern, in den Gesichtern unserer Nachbarn, in den Gesichtern der Menschen an unserer Seite.“

Papst Franziskus zu Obdachlosen in Washington

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Fotos der 100 Häuser (150 inzwischen)
Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

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