Veröffentlicht am 2015-08-08 In Kampagne, Schönstatt im Herausgehen

Mit der „Peregrina vom Urheiligtum“ in der Dominikanischen Republik

DOMINIKANISCHE REPUBLIK, von María Fischer im Interview mit Rektor Egon M. Zillekens •

Samstag, 8. August 2015. Ein Fest für ganz Schönstatt. Denn heute werden in der Dominikanischen Republik junge Männer aus verschiedenen Diözesen des Landes zu Diakonen und Priestern geweiht. Das ist ein Fest für die ganze Kirche, und deshalb natürlich auch für Schönstatt als Teil der Kirche und im Dilexit ecclesiam des Gründers. Und es gibt noch einen weiteren Grund für ganz Schönstatt, heute zu feiern, denn unter den neuen Diakonen und Priestern sind mehrere Mitglieder des Schönstatt-Priesterbundes, des ersten Kurses „Primavera del Padre“ (Frühling des Vaters), begleitet von Pfr. Josef Neuenhofer, Bolivien, und des zweiten, der im Jubiläumsjahr 2014 seinen Weg begonnen hat und von Pfr. Maximiliano Bartel aus Argentinien begleitet wird.

Im Juli besuchte Rektor Egon M. Zillekens als Verantwortlicher des Schönstatt-Priesterbundes die beiden Kurse des Priesterbundes in der Dominikanischen Republik – begleitet von der „Peregrina des Urheiligtums“, jener Pilgermadonna, die mehrere Jahre hindurch rechts auf dem Schränkchen Wache hielt und einen USB-Stick hütete mit all den Bitten, Gaben, Anliegen und Beiträgen, die über schoenstatt.org direkt zur Gnadenquelle geschickt wurden, um „den Ursprungsort zu bereichern“, wie Joao Pozzobon es bei seinem einzigen Besuch in Schönstatt ausdrückte. Seit Dezember 2014 hat sie eine andere Mission, und sie erfüllt sie glänzend.

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In jeder Messe, bei jedem Treffen … und in vielen Händen

Als er in Santo Domingo ankam, traf Rektor Zillekens Pfarrer Neftali aus dem ersten Kurs des Priesterbundes; die erste heilige Messe dieser Reise feierte er mit ihm in seiner Pfarrei. Natürlich war die Peregrina dabei, er erzählte etwas von ihrer Geschichte und ihrer Sendung (wie später in jeder heiligen Messe) und bot sie den Gläubigen an – und das brauchte er nicht zweimal zu tun. Jeder wollte sie berühren, küssen, umarmen; sie schauten sie an, manche minutenlang, andächtig und still, mit Tränen in den Augen und einem strahlenden Lächeln im Gesicht. Seit diesem Moment kann Rektor Zillekens nicht mehr von „seiner“ Peregrina sprechen, denn hier, in dieser heiligen Messe, wurde sie zur Pilgernden Gottesmutter aller, die ihm in der Dominikanischen Republik begegneten und ihr, der pilgernden Gottesmutter im missionarischen Herausgehen aus dem Urheiligtum.

20150704_163632„Wir besuchten die Mutter von Arturo, deren Ehemann einige Tage zuvor verstorben war. Ich habe mit der Witwe über ihren Glauben gesprochen, der ihr half, dieses Leid nach 56 Jahren Ehe zu bestehen. Ich war tief beeindruckt. Dann habe ich ihr die Pilgermadonna gegeben, und sie hat sie nicht mehr losgelassen, solange wir dort waren“, erzählt Rektor Zillekens.

In allen Messen war die Peregrina dann dabei, erst auf dem Altar und dann in den Händen der Gläubigen. Bei einer der Messen erbat ein Mann sie und setzte sie sich dann auf den Kopf, stolz und glücklich – und damit begann eine Tradition, denn jetzt wollte jeder sie nicht nur im Arm, sondern auch auf dem Kopf tragen!

Mit den Priestern des Priesterbundes, deren Pfarreien er besuchte, brachte Rektor Zillekens die Peregrina in große und kleine Kirchen, in einfache Kapellen und prächtige Bauten – und immer weckte ihre Präsenz Begeisterung, Zuneigung und das Erzählen von Geschichten des Glaubens. Geteilte Bündnisgeschichte.

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Wie ist der Priesterbund in der Dominikanischen Republik entstanden?

Während das Institut der Schönstatt-Diözesanpriester schon länger in der Dominikanischen Republik schon länger besteht und zwei Bischöfe in seinen Reihen hat, ist der Priesterbund noch recht jung und besteht aus Theologiestudenten, Diakonen und jüngeren Priestern. „Die Hebamme für den Priesterbund, wenn man so sagen darf, ist die Schwester Cecilia“, sagt Rektor Zillekens. „Sie arbeitet im Priesterseminar und ist da sozusagen die Mutter der Truppe. Sie ist wirklich die Mutter aller Studenten. Und sie war es, die Berufungen zum Bund entdeckt hat“, ergänzt er. Man spürt die Hochachtung und Dankbarkeit.

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„Es bleibt dabei, wir bleiben treu – und in Whatsapp!“

Der zweite Bundeskurs trifft sich in La Victoria, beim Heiligtum. Natürlich ist auch hier die Peregrina vom Urheiligtum immer dabei, in den heiligen Messen der Priester und in jeder Besprechung. Es geht um die nächsten Schritte im Priesterbund, Schulung, Themen von Pastoral und Berufung. Viele sind noch auf dem Weg zum Priesterbund, einige von ihnen stehen in der unmittelbaren Vorbereitung auf Diakonen- oder Priesterweihe am 8. August.

Es geht auch um Themen der Gemeinschaft, um das Leben in Bindungen untereinander, mit ganz Schönstatt, mit Rektor Zillekens und dem Priesterbund. Ob es der Einfluss der Peregrina mit ihrer medialen Geschichte und als Hüterin virtueller aber realer Beziehungen und solidarischer Netze war? Jedenfalls entsteht in einer der Besprechungen ein nagelneues Motto:

20150707_093748„Es bleibt dabei, wir bleiben treu – und in Whatsapp!“

„Seit dem Besuch in der Dominikanischen Republik habe ich auch Whatsapp“, so Rektor Zillekens lachend.

Wir bleiben im Fest, denn an diesem 8. August werden Priester und Diakone des Priesterbundes geweiht. Wir bleiben im Fest mit jungen Priester, die das Liebesbündnis in die Pfarreien des Landes tragen. Wir bleiben im Fest mit einem jungen, vorwärtsdrängenden Schönstatt in der Karibik. Wir bleiben im Fest mit der „Peregrina vom Urheiligtum“ im missionarischen Herausgehen – und mit dem, was sie im Leben der vielen Menschen gesät hat, die sie in der Hand, im Arm, auf dem Kopf und vor allem im Herzen hatten.

 

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 Fotogalerie:

8.8. 2015 – Rektor Egon Zillekens in der Dom. Republik

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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