Veröffentlicht am 2015-07-31 In Projekte, Schönstatt im Herausgehen

Die Pastoral der Hoffnung hat uns neues Leben gegeben

PARAGUAY, Diözese Encarnación, Rodolfo und Julia Widmann •

Seitdem wir im Oktober 2008 von der „Pastoral de la Esperanza“ [Pastoral der Hoffnung] erfahren haben, hat unser Wunsch, sie möge auch die Diözese Encarnación erreichen, nie nachgelassen, bis sie offiziell im April 2009 eingerichtet wurde. Die Unterstützung durch Gilberto Penayo, den damaligen Pfarrer der Gemeinde Unbefleckte Empfängnis, und der Ehepaare, die ihr bedingungsloses „Ja“ zu der großen Aufgabe gaben, auf die der Heilige Johannes Paul II. im Abschnitt Nr. 84 seiner Enzyklika ‚Familiaris Consortio‘ (1981) aufmerksam macht, war entscheidend: „… Zusammen mit der Synode möchte ich die Hirten und die ganze Gemeinschaft der Gläubigen herzlich ermahnen, den Geschiedenen in fürsorgender Liebe beizustehen, damit sie sich nicht als von der Kirche getrennt betrachten, da sie als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen können, ja dazu verpflichtet sind. Sie sollen ermahnt werden, das Wort Gottes zu hören, am heiligen Messopfer teilzunehmen, regelmäßig zu beten, die Gemeinde in ihren Werken der Nächstenliebe und Initiativen zur Förderung der Gerechtigkeit zu unterstützen, die Kinder im christlichen Glauben zu erziehen, den Geist und die Werke der Buße zu pflegen, um so von Tag zu Tag Gottes Gnade auf sich herabzurufen ….“ (Joh. Paul II, Apostolisches Schreiben ‚Familiaris Consortio‘{22. November 1981} Nr. 84).

Die Freude, Kinder Gottes zu sein

Warum dieser brennende Wunsch? Die Pastoral der Hoffnung hat uns einen Ort gegeben, an dem unser Herz wieder warm wird in der Ruhe, sich von Christus geliebt zu fühlen. Unser ganzes Sein jubelt in der Freude, Kinder Gottes zu sein, und über die Gewissheit, dass Er uns eine neue Möglichkeit schenkt, auch in der irregulären Situation, in der wir leben. Das ist es, was wir mit allen Brüdern und Schwestern teilen wollen, die in einer ähnlichen Situation sind, als Getrennte (SNU = Separados en Nueva Union) oder Geschiedene (DVC =Divorciados Vueltos a Casar) Wiederverheiratete, damit sie auf die gleiche Weise dieses Glück wiederfinden, das wir erlebt haben.

Wir waren in der Lage zu verstehen, dass unsere neue zivile Ehe, in einer paradoxen Situation des Versuches, noch einmal ein neues Leben zu beginnen, eine zusätzliche Bürde enthielt, und dass gleichzeitig gerade unsere neue Ehe uns dazu brachte, die ‚Pastoral der Hoffnung‘ kennenzulernen und vor allem, uns vielen Brüdern und Schwestern in einer ähnlichen Situation näher zu bringen. Der Gedanke, in Gemeinschaft mit Christus leben zu können, auch als Geschiedene und Wiederverheirate Gottes Barmherzigkeit zu genießen und ganz und gar von Maria aufgenommen zu sein, als vollständige Mitglieder der Kirche zu leben, Vorkämpfer der Gemeinschaft zu sein, ist eine große Freude. Es ist diese Freude, von der Papst Franziskus spricht, die gelebt werden soll, weil sie mit Jesus gelebt wird.

In Evangelii Gaudium, Freude am Evangelium, sagt uns Papst Franziskus ausdrücklich, dass wir uns an der Freude der Liebe Gottes erfreuen sollen durch die Erneuerung unserer persönlichen Begegnung mit Jesus. „Es gibt keinen Grund, weshalb jemand meinen könnte, diese Einladung gelte nicht ihm, ‚denn niemand ist von der Freude ausgeschlossen, die der Herr uns bringt‘. (Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben „Evangelii Gaudium“, 24.11.2013, Abschnitt 1.3)

Frucht

So ist nach diesen sechs Jahren die Pastoral der Hoffnung unser Leben! Wir sind zusammengewachsen, wir mit der Pastoral, die Pastoral mit uns. Wir begannen mit drei geschiedenen und wiederverheirateten Paaren und zwei Paaren mit sakramentaler Ehe, die dieses Apostolat übernommen haben und unsere Koordinatoren wurden. Derzeit erreicht die Pastoral der Hoffnung die gesamte Diözese und bietet Möglichkeiten für getrennte Paare in einer neuen Beziehung. Als Gemeinschaft gehören wir zu der ersten Gruppe, die sich im Dezember 2013 gebildet hat. Wir gründeten die Schönstattgruppe „Weg, Glaube und Freude“ und wir schlossen das Liebesbündnis mit unserer Mutter und Königin im Jahr 2015.

Die Zugehörigkeit zu diesem Apostolat hat uns vereint, gestärkt und hat uns alle Werkzeuge an die Hand gegeben, um in vollem Umfang als Paar zu leben. Wir können das Wort Gottes mit offenen und willigen Ohren hören. Wir können nicht zur Kommunion gehen. Doch wir besuchen, verstehen und genießen die Heilige Messe. Wir beten regelmäßig persönlich und als Paar, wir erziehen die Kinder im christlichen Glauben. Wir pflegen den Geist auf freie und liebevolle Weise, wir bringen Werke der Buße dar, um auf diese Weise von Tag zu Tag die Gnade Gottes zu erflehen.

PE Encarnacion 02

Quelle: Zeitschrift Tuparenda, Juni 2015
Original Spanisch: Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

 

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