Veröffentlicht am 19. Juli 2015 In Schönstatt im Herausgehen

Die Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt im Finanzministerium

ITALIEN, Roberto Alessandrini •

 

Am 11. Juni in der Mittagspause (14.00 – 14.30 Uhr) besuchte Bischof Matteo Zuppi, Weihbischof von Rom und für die Innenstadt zuständig, das Wirtschafts- und Finanzministerium. Es war ein Moment des Gebetes in dem Stil, wie er seit dem Jahr 2000 bei den spirituellen Treffen der Mission am Arbeitsplatz üblich ist: es werden die Lesungen des folgenden Sonntags gelesen, man teilt einige Gedanken dazu und dann folgen spontane Gebete. Es war eine geniale Eingebung von Papst Johannes Paul II., die im Heiligen Jahr 2000 diese Missionen der Evangelisierung an den Stätten der Arbeit ins Leben gerufen hat.

Als Leiter der Abteilung II des Wirtschaftsministeriums nehme auch ich seit einigen Jahren an diesen wunderbaren Treffen teil. Doch das vom 11. Juni war für mich von ganz besonderer Bedeutung.

Einige Tage zuvor hatte ich die Leitung einer neuen Abteilung im Ministerium übernommen und spürte den starken Ruf, dem Herrn diese neue Arbeit und die Menschen, die dort mit mir arbeiteten, zu übergeben. Aber wie? Der beste Weg, um zum Herrn zu kommen, ist Maria, wissen wir… Warum also nicht sie zur Leiterin der Abteilung ernennen? Warum es nicht so machen, dass alle meine Worte, alle meine Handlungen an Maria orientiert sein würden? So stand das Bild der Muttergottes von Schönstatt vor mir, als ich wie üblich in einer kurzen Pause meine persönliche Lieblingsseite im Internet ansteuerte – www.schoenstatt.org. Es war gerade meine berufliche Geschichte gewesen, die mich zu der Entscheidung geführt hatte, im vergangenen September zusammen mit meiner Frau das Liebesbündnis zu schließen. Bedrückt von Sorgen im Zusammenhang mit meiner Arbeit hatte die Gnade des Herrn mir geholfen, mein kleines Ja zu schenken – und den Rest hat er erledigt.

Von diesem Augenblick an hatte ich die Gewissheit, nicht mehr allein zu sein. Und Maria wurde leise und unaufdringlich zu meiner Weggefährtin. Jeden Tag lehrte sie mich eine andere Kleinigkeit, so als flüstere sie mir etwas ins Ohr. Sie hat mich in Liebe geführt.

Und als ich merkte, dass sich – mit einem perfekten zeitlichen Zusammentreffen nach der Übernahme der neuen Aufgabe und dem Kommen des Bischofs – eine Möglichkeit ergeben könnte, ein konkretes Zeichen des Bündnisses zu setzen, dachte ich sofort daran, ein schönes Bild der Gottesmutter von Schönstatt zu kaufen, mit dem er Maria zur Königin der Abteilung ernennen sollte!

Doch in der Zwischenzeit bereitete die Gottesmutter mir eine wirklich große Überraschung. Einige Tage, nachdem ich das Bild gekauft hatte und vor der Begegnung mit dem Bischof, stieß ich beim Surfen auf schoenstatt.org auf einen Text, der genau zu dieser Situation passte, und so stand ich plötzlich vor einer Wirklichkeit, die mir das, was ich für mich gedacht hatte, als schon verwirklicht und umgesetzt zeigte – die Gottesmutter von Schönstatt gekrönt zur Königin der Wirtschaftswelt! Völlig unvorbereitet und überrascht las ich da auf der Seite, was ich im Herzen hatte, was ich aber bis zu diesem Moment noch gar nicht hatte in Worte fassen und noch viel weniger meiner Frau hatte erklären können. Ich trage es seitdem immer in mit. Der betreffende Abschnitt lautet:

Die Gottesmutter hineintragen in die Welt der Wirtschaft

Das Liebesbündnis wächst hinein in die Wirtschaft, wenn Führungskräfte kritische Situationen im Betrieb der Gottesmutter anvertrauen, für ihre Mitarbeiter beten und Beiträge zum Gnadenkapital schenken.
Das Konzept des Gnadenkapitals habe ich noch nicht ganz verstanden, doch ich weiß, dass es etwas Kostbares ist, wenn wir dazu kommen, etwas aus unserem Leben Maria anzubieten: „Aus wirklicher Liebe entstehen Worte und stille, entschiedene Gesten. Es wachsen Hochherzigkeit und Opferbereitschaft. Mut und Mühen für das persönliche Wachstum und der Liebe zu Gott und den Nächsten. All das wird aus Liebe im Heiligtum geschenkt, ist unser ‚Gnadenkapital‘, ohne das die Gnadenquelle versiegt, denn sie wird genährt und lebt aus der Dynamik des ‚Nichts ohne dich, nichts ohne uns‘.“

Während ich auf der Seite lesen, entdecke ich die Frage schon beantwortet, die ich mir gestellt hatte, und die ich noch nicht recht zu beantworten gewusst hatte: Wie kann die Pädagogik Pater Kentenich, des Gründers der Schönstatt-Bewegung, in den verschiedenen Führungsebenen in die Praxis umgesetzt werden? “Einige haben in ihren Betrieben Büroheiligtümer eingerichtet, die Gottesmutter zur Königin der Firma gekrönt und versuchen, ihr bewusst Wirkmöglichkeiten zu geben, vor allem vom Herzensheiligtum aus.” (Quelle)

Bündniskultur im Unternehmen

Bündniskultur im Unternehmen heißt, im Bündnis mit den Mitarbeitern (und nicht ohne oder gegen sie) zu wirken. Durch die Art des Umgangs mit den Mitarbeitern  – durch Väterlichkeit/Mütterlichkeit, das Schaffen einer Atmosphäre des Wachstums, der Freiheit, des persönlichen Interesses  und die Bereitschaft, mit der ganzen Person für die Mitarbeiter einzustehen – entsteht ein Raum der Bündniskultur. (Quelle) 

Maria hätte mir kein größeres Geschenk machen können! Sie schenkte mir die Bestätigung, dass das, was ich in meinem Herzen trug, genau ihr Wunsch war, und dass der in der Schönstatt-Bewegung von anderen schon verwirklicht worden war! Und so hat sich am 11. Juni in Gegenwart von Bischof Zuppi und zahlreichen Arbeitskollegen sowie von P. Valentino Menegatti, der mich mit großer Liebe auf dem Weg nach Schönstatt begleitet und der auch schon einige Vorträge im Rahmen der Mission gehalten hat, die Gottesmutter im Wirtschaftsministerium als Dreimal Wunderbare Mutter, Königin und Siegerin niedergelassen!

Danke, meine Mutter!

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Original: Italienisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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