Veröffentlicht am 12. Mai 2015 In Schönstatt im Herausgehen

Ein besonderes Element der Heiligtumspastoral von Tuparenda: Messe für kranke und ältere Menschen

PARAGUAY, von María Fischer, Rita und Wilson Santacruz, Mariela Beatriz Vignola •

Wie machen sie das? Was ist das Geheimnis des Heiligtums von Tuparenda? Was hat das Heiligtum, das einen so anzieht und nicht mehr loslässt? Was ist das „Phänomen Tuparenda“ (P. Antonio Cosp), dass so viele Menschen sich in diesem Heiligtum Gott nahe fühlen lässt?

Diese Fragen steigen auf, wenn man offenen Herzens die Zeugnisse liest, die Fotos anschaut, aber mehr noch, wenn man mittendrin ist in diesem Geheimnis, mitten in diesem Phänomen des offenen Heiligtums, jedermanns Heiligtum, mitten in dem Heiligtum, das dein Herz stiehlt und dich, bevor du gehst, schon überlegen lässt, wie du so schnell wie möglich wieder herkommen kannst…

Die erste und wichtigste Antwort ist „Gnade“. Eine andere und doch nicht weniger wichtige ist „Gnadenkapital“, und darin die Pastoral oder der Dienst des Heiligtums unter der Leitung des Rektors, Pater Antonio Cosp und eines großen Teams von fähigen, engagierten, kreativen Laien, koordiniert von Diana und Alejandro Caballero. Einer der Grundsätze der Heiligtums-Pastoral ist einfach: Jeder soll in Tuparenda seinen Platz, Segen und Gnade finden. So entstand die Messe für kranke und ältere Menschen.

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Wie erreicht man die Kranken und Älteren?

Rita und Wilson Santacruz erzählen: Am 15. März fand die dritte eigene „Messe für Kranke und Ältere“ in Tuparenda statt. Es ist eine einmalige Erfahrung, der schwierigen Situation unserer Brüder und Schwestern, die ihrer Gesundheit beraubt sind, so nahe zu sein, ebenso der Situation unserer Älteren, die wieder mehr wie Kinder werden, die dem Geist und Charakter nach wieder zu Kindern werden, und die darauf warten, ins Haus des Herrn zurückzukehren.

Wir hatten eine fruchtbare Medienkampagne; der Beweis dafür ist, dass mehr als 300 kranke Menschen für einen Besuch eingetragen wurden, einschließlich derer, die sich nach der Sonntagsmesse eingetragen haben, die wir mit mobilen Freiwilligen in ihren Häusern aufsuchten, und auch diejenigen, die Verantwortliche aus der Mannes- und Mädchenjugend im Begrüßungsteam der regelmäßigen Sonntagsmessen einluden. Dazu kommen viele, die mit ihren Verwandten zum Heiligtum kommen, weshalb wir nicht alle kranken und älteren Besucher direkt ansprechen konnten.

Wir waren in verschiedenen Teams organisiert, um die wunderbare und bereichernde Aufgabe der Gottesmutter durchzuführen:

  • Kommunikation und Verbreitung
  • Erster Kontaktring (als Führer)
  • Transport (Handy-Nummern der Ehrenamtlichen für Hinfahrt und anschließende Rückkehr zum Eingang)
  • Parkplätze und Logistik für die Fahrzeuge
  • Empfang und Platzanweisung für die Gäste (Namensschilder zum Identifizieren der Gäste)
  • Infrastruktur (Stühle aufstellen, Ventilatoren)
  • Beichtteam (vorrangig für Gäste)
  • Gesundheit: Arzt auf Abruf
  • Logistik: Rollstühle, Wasser, Snacks
  • Liturgie: Ministranten, Sakristei (mehr als 500 Flaschen Weihwasser wurden verteilt)

Der intensive Augenblick der Messe war, als unser Pater Antonio Cosp die Krankensalbung spendete. Wir sahen Gesichter voller Glaube und Hoffnung, Augen, die uns lehrten, dass wir nie das Vertrauen auf den guten Gott verlieren dürfen.

Sehr schön war, dass wir zusammen mit der Krebsklinik ‚Obdach der Vorsehung‘ in Areguá fünfzehn kranke Menschen, die eine Krebsbehandlung bekamen, in einem speziellen Kleinbus (ein wunderschönes Geschenk der Gottesmutter) herfuhren, die am Ende der Messe baten, zum Heiligtum gebracht zu werden; viele konnten nicht laufen, so wurden einige mit dem gleichen Bus gebracht, anderen wurde von unseren „Dienern des Heiligtums“ geholfen …. Ein weiterer sehr starker Augenblick.

Wir möchten unseren Dank gegenüber Gott zum Ausdruck bringen und gegenüber allen, die uns durch ihre Mitarbeit Gelegenheit gegeben haben, diesen Brüdern und Schwestern zu dienen, die durch schwierige Zeiten gehen.

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Gottes Antwort der Liebe

Mariela Beatriz Vignola gibt ihr persönliches Zeugnis von den Messen für ältere und kranke Menschen.

Ich spreche von meinem eigenen Zeugnis. Ich habe an den Messen für die älteren und kranken Menschen teilgenommen, die bisher stattgefunden haben, und jede von ihnen hat mein Herz gestohlen, als ich diese kranken Menschen sah. Die Gesichter jedes einzelnen von ihnen am Beginn der Messe zu sehen, und die Änderung in ihnen nach der Messe ist „unvergleichlich!“

Es ist ein sehr intensiver Augenblick, man kann den Heiligen Geist spüren, und nicht nur diejenigen, die die Krankensalbung erhalten haben, gehen innerlich geheilt nach Hause; jeder, der auf irgendeine Weise mitarbeitet, spürt das. Die Freude, die jeder fühlt, ist die Antwort der Liebe des Dreifaltigen Gottes und unserer Mutter Maria.

Ich kann zwei Zeugnisse erzählen: Sandra Landraida, die zum ersten Mal Lektorin war, hatte sich gut darauf vorbereitet. Doch beim Anblick der vielen alten Menschen versagte ihr die Stimme … Wie zu erwarten war, hatte ihr Vater Marco sie gesegnet, bevor sie die Aufgabe erfüllte, und sie sagte zu sich selbst: „Ich muss das schaffen! Hilf mir, Gottesmutter, ich kann dich und die alten Leute nicht enttäuschen.“

Auch die Koordinatorin der Stadt Capiatá, Nilsa Fernández, die zum ersten Mal teilnahm, weinte plötzlich: „Ich weiß nicht, was mit mir passiert…“ Als sie mir das sagte, antwortete ich, so spricht der Heilige Geistes, der bewirkt, dass du die Not siehst, die da ist, und er ruft dich zum Dienen und hier zu sein bei der nächsten Messe.

Die Mannes- und Mädchenjugend, die mehr an diese Art von Apostolat gewöhnt sind wegen ihrer Kühnheit und Jugend und ihrer Erfahrung in den Misiones, war überall gegenwärtig. Ich persönlich gratulierte ihnen für die gute Betreuung und für die außergewöhnlich gut durchgeführte Aufgabe, wobei ich den Jungen erklärte, dass sie die Mädchen im Verhältnis 6:2 geschlagen hätten, nicht ohne vorher anzuerkennen, dass sie einfach großartig waren bei der Aufnahme der alten Leute, angefangen vom Abholen der Rollstuhlfahrer im Öffentlichen Krankenhaus.

Persönlich konnte ich in diesem Jahr meinen Vater und meinen Onkel, der mir auch wie ein Vater ist, mitbringen. Ich kann euch sagen, dass ich sehr berührt war, und sie gingen GLÜCKLICH zurück!

Mein Vater weiß von Pater Kentenich durch die Geschichten, die ich ihm erzähle, und auf dem ganzen Heimweg berichtete er das meinem Onkel; sie hörten nicht auf zu sagen, wie schön die Kirche war. Sie verehren die Jungfrau von Caacupé, und sie beten jeden Tag um 6.00 Uhr in unserem Hausheiligtum den Rosenkranz; aber sie haben noch nirgendwo erlebt, was sie hier erlebt haben. Wie groß ist die liebe Gottesmutter!

Das ist eine heilende Messe für jeden, der teilgenommen hat, und es ist vor allem ein sehr starker Anruf an die Gnade Gottes. Als ich eingeladen wurde zur Krankenpastoral, fühlte ich mich nicht würdig, zu diesem Apostolat zu gehören; aber in dem ersten Jahr, in dem ich teilnahm, zeigte mir die Gottesmutter so stark, dass ich ein Werkzeug sein könnte, in dieser Aufgabe zu dienen, und sie hat es immer neu in meinem Herzen bestätigt …

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Mit Material aus der Zeitschrift Tuparenda, 4/2015
Original: Spanisch – Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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