Veröffentlicht am 2015-03-12 In Schönstatt im Herausgehen

Heute ist ein Fest für mich! Denn die Pilgernde Gottesmutter startet in Trient

Gisela Ciola, Trient, Italien.

Heute ist für mich ein Feiertag, weil heute die Pilgernde Gottesmutter hinausging zu ihrer ersten Mission. Darum feiere ich mit großer Freude, und ich möchte von ganzem Herzen diese überströmende Freude mit all meinen Schönstatt-Geschwistern teilen; es ist das erste Mal, dass ich etwas so Wunderschönes mitteile!

Ich bin Argentinierin und lebe seit 2001 in Trient, Italien. Als ich für dauernd in dieses neue Land reiste, machte meine Mutter den Vorschlag, dass ich das „Liebesbündnis mit Maria“ schließen sollte; das war etwas, von dem ich schon etwas gehört hatte, denn sie hatte es einige Jahre vorher geschlossen, und wir hatten zu Hause ein Hausheiligtum. In diesen Jahren erlebte ich ihren Schutz und alle Gnaden, die wir erhalten haben, aber ich hatte nie daran gedacht, mein Liebesbündnis mit „ihr“ zu schließen. Als meine Mutter das vorschlug (es war etwas ganz Besonderes für mich), beschloss ich mit Überzeugung, auf der Straße meines Lebens an der Hand unserer Mutter zu gehen.

Unsere Wallfahrt nach Schönstatt

Im Juni 2014 beschlossen meine Mutter und ich anlässlich der 100 Jahr-Feier des Liebesbündnisses zusammen auf Wallfahrt nach Schönstatt zu gehen. Wir hatten dort wundervolle Tage; die Gottesmutter beschützte uns während der ganzen Reise unter ihrem Mantel. Wir hatten Tausende von Schwierigkeiten, aber SIE half uns immer anzukommen. In Schönstatt belohnte sie uns mit einem Gefühl unendlicher Liebe und des Friedens. Zu der Zeit erlebte ich eine sehr schwierige persönliche Situation. Als ich an ihrem Heiligtum ankam, fühlte ich mich „verwöhnt“ (es ist schwierig mit Worten zu erklären). Dort betete ich um Vieles und sagte ihr: „Mutter, wenn ich zu viel erbeten habe, bringe ich mich dir ganz dar, ich  möchte dein Werkzeug sein.“ In diesem Augenblick entschied ich mich, ich wollte auf Mission gehen; das war es, was ich gefühlt habe, und das war es, was ich versprochen habe. Als wir zu mir nach Hause in Trient zurückkehrten, erzählte ich meiner Mutter von meinem Wunsch, mit dem Bild der Gottesmutter auf Mission zu gehen. Meine Mutter nahm ihre Pilgernde Gottesmutter aus ihrem Koffer heraus – es war die gleiche, mit der sie zehn Jahre vorher vergeblich zu missionieren versucht hatte, als sie eine Weile in Trient lebte – und sagte mir: „Als ich auf Mission gehen wollte, konnte ich es nicht tun, aber ich wusste, dass „Sie“ nichts unversucht lässt, so dachte ich, ich müsste sie mitbringen …“

Ich nahm Kontakt mit dem Heiligtum in Belmonte in Rom auf, und ich ließ die Pilgernde Gottesmutter gut sichtbar in meinem Blickfeld, bis ich es organisiert hatte, mit ihr auf Mission zu gehen.

Sie ist die „eilige“ Gottesmutter ….

Wenn sie auf Mission gehen möchte, zögert sie nicht. Vor zehn Jahren war es nicht die rechte Zeit, und nun wollte sie nicht länger warten! Als ich versuchte, alles zu organisieren, um auf Mission zu gehen und viele Menschen mir von ihren familiären Problemen oder von Krankheiten erzählten, bot ich das Bild noch nicht an, denn ich hatte noch nicht alles fertig und auch keine Antwort aus Rom erhalten … Die Zeit verging.

Schließlich kam der strahlende 18. Oktober, und um das Schönstattjubiläum zu feiern, lud ich einige Leute zu mir nach Hause zum Rosenkranzbeten ein, aber kein einziger kam. So betete ich mit meiner Familie. Wenn ich das heute betrachte, wird mir klar, dass „Sie“ dabei war, mich vorzubereiten, während ich ihr erzählte: „Mutter, ich möchte auf Mission gehen, hilf mir!“

Ich bot ihr die Pilgernde Gottesmutter an

Wieder verging mehr Zeit, und es kam der 27. Februar. Mein Mann und ich trafen eine seiner Bekannten aus der Jugendzeit, und sie erzählte uns, dass ihre Mutter Brustkrebs habe und es so aussah, das es sehr schwierig zu operieren sein könnte. Mein Mann sah mich an, und das Erste, was er mich fragte, war: „Hast du ein Gebetsbild von der Gottesmutter, das du ihr geben könntest?“ In diesem Augenblick hatte ich keins, aber ich bot ihr stattdessen die Pilgernde Gottesmutter an … Ich bot sie ihr an von ganzem Herzen. Ich bat sie, ihre Mutter zu fragen, ob sie sie haben möchte, in dem Fall würde ich sie ihr unverzüglich bringen; die Gottesmutter gab mir diesen Gedanken ein. Am gleichen Tag habe ich verstanden, wenn die Gottesmutter auf Mission gehen möchte, muss ich gehen, entgegen aller Erwartungen und ohne auf Material aus Rom zu warten. Ich denke, dass die Gottesmutter durch mich gewirkt hat, und sie gab mir diese feste Überzeugung.

Am nächsten Tag (Samstag, 28. Februar) erzählte mir eine Arbeitskollegin, dass sie ihre Schwiegermutter zu einem Arzttermin begleiten müsse, weil sie einen weiteren Tumor entdeckt hätten, und sie wüssten nicht, ob er bösartig sei. In diesem Augenblick konnte ich wegen der Arbeitsbedingungen nicht viel dazu sagen. Am Sonntag schickte ich ihr eine kurze Nachricht und bot ihr die Pilgernde Gottesmutter an vor der Visite am Montag. Sie reagierte mit einer schönen Antwort; sie war gerührt von diesem sehr schönen Angebot und nahm es aus vollem Herzen an. Außerdem sagte sie mir, sie würde vor dem Arzttermin vorbeikommen, so dass sie die Pilgernde Gottesmutter mitnehmen könnte.

Begegnung

Am Montag kam sie in großer Eile, um die Pilgernde Gottesmutter zu holen, denn sie hatte nur wenig Zeit, um zu dem Arzt zu kommen. In den wenigen Minuten, die wir hatten, erklärte ich ihr, dass da ein kleiner Block bei der Pilgernden Gottesmutter ist, falls sie ihre Bitten oder Danksagungen aufschreiben möchten, und ich fügte hinzu: „Sag deinem Sohn, er soll zu dieser ‚Madonnina‘ beten“, (ihr Sohn ist drei Jahre alt). Und sie antwortete: „Ja, ich werde es ihm sagen, er weiß wie man betet“, und ich fügte hinzu: „Was er nicht weiß, das ist, dass ich vor diesem Bild für ihn gebetet habe; ich habe die Gottesmutter gebeten, ihn ihre unermessliche mütterliche Liebe erleben zu lassen …“. In diesem Augenblick weinten wir  beide vor Ergriffenheit, und wir umarmten uns. Ich flüsterte ihr ins Ohr: „Du weißt es nicht, aber diese Madonnina hat schon bei euch zu Hause gewirkt, und heute kommt sie in euer Haus, weil du ihretwegen gekommen bist.“

Eine Erklärung zu diesem Austausch: Nach der Geburt erlebte diese Frau eine sehr ernste postnatale Depression. Sie war fast zwei Jahre unter strikter Medikation zu Hause, und sie konnte keine Beziehung zu ihrem Sohn herstellen. Gott und der Gottesmutter sei Dank, sie erholte sich vollständig  und nahm ihr Leben energisch wieder auf! Ich bin überzeugt, dass es das Wirken unserer Gottesmutter war, dass sie auf ihrer ersten Pilgermission in dieser Stadt in diese Familie ging; meine Kollegin drückte sie erneut an ihr Herz und war zu Tränen gerührt!

Sie begrüßten die Mutter mit so viel Liebe auf ihrer ersten Mission!

Ich weine noch vor Glück über das, was ich an dem Tag erlebt habe – ein weiteres Zeugnis ihrer unermesslichen Liebe, der Liebe, die ich nun besonders spüre in der Luft, die ich atme, und in der Umwandlung, die sie an mir erfüllt hat.

Meine Freunde, helft mir für die Frau zu beten, die die Pilgernde Gottesmutter empfangen hat, damit ihr Tumor nicht bösartig ist, für die Mutter meiner Freundin (Giglia), damit der Tumor, der entdeckt wurde, vollständig entfernt werden kann, und dass sie der Gottesmutter erlaubt, sie zu begleiten … Und betet auch für mich, dass sie mir Kraft gibt, damit ich diese große Mission weiter durchtragen kann, hier in diesem Ort, an dem die Gottesmutter ihre ersten Fußspuren hinterlassen hat, und damit das weiterwachsen und viele Herzen erobern kann!

Im solidarischen Bündnis, Trient, 2. März 2015.

Original: Spanisch, Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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