Veröffentlicht am 2016-08-05 In WJT2016

Die verblassten Sterne in Köln

Von Sarah-Leah Pimentel •

Der Artikel „Aufbruch im GOTTvertrauen“ trieb mir die Tränen in die Augen. Im Artikel heißt es, dass ein Licht mit dem Weltjugendtags-Symbol im Heiligtum brannte. Und dann sah ich das Foto. Es war nicht das Symbol vom WJT 2016, es war das Symbol vom WJT 2005, der in dem Jahr in Köln, Deutschland, stattgefunden hat. Das Motto in dem Jahr war „Wir sind gekommen, um ihn anzubeten.“ Und die fünf Sterne, die die Jugendlichen begrüßt haben, die in dem Jahr nach Köln gekommen sind, sind also noch immer dort.

Elf Jahre später sind die verblassten Sterne noch immer ein Zeugnis

Die verblassten Sterne fassen wahrscheinlich das ganze Jahr zusammen. Sehen Sie, ich war als Volontärin in Schönstatt, um das Jugendfestival vorzubereiten, ein Treffen der Internationalen Schönstattjugend, bevor wir uns alle mit dem Rest der katholischen Jugend der Welt vereinten, um den Weltjugendtag mit Papst Benedikt in Köln zu feiern. Als Volontäre gaben wir Beiträge ins Gnadenkapital, und jeder Beitrag wurde ein Stern. Diese Sterne füllten drei große Sterne, und die wurden eine Krone, mit der wir unsere MTA zur Königin der Jugend der ganzen Welt krönten.

Und so sind elf Jahre später die verblassten Sterne noch immer ein Zeugnis von diesem unglaublichen Moment, der das Leben von Tausenden von Schönstatt-Jugendlichen, und besonders das Leben von zwanzig jungen Leuten aus acht verschiedenen Ländern prägte. Sie gaben ein Jahr ihres Lebens, damit die anderen kommen konnten und bezeugen konnten: Ja, das ist unser Gott, das ist unser Glaube. Das WJT-Symbol 2005 brennt noch im Schönstatt-Heiligtum in Köln. Die Gottesmutter ist noch immer die Königin der Jugend der ganzen Welt!

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Die Botschaft vom Weltjugendtag 2016 in Zeiten von Terror und Nationalismus

Alles, was wir tun, hinterlässt Spuren. Und die Auswirkungen unseres Handelns aus dem Glauben, ob groß oder klein, leben weiter, auch wenn wir sie vergessen haben. Elf Jahre zuvor standen wir mit unseren Fahnen und unseren Liedern und unserer Freude in Köln,  um die verschiedenen Kulturen zu feiern. In diesem Jahr begann Köln das Neue Jahr mit einem Zeugnis für Intoleranz und Angst.

Heute muss Deutschland, Europa, die Welt sich erinnern, dass, wenn wir nicht eine größere Solidarität erreichen und die Türen unserer Kirchen und die Türen unserer Herzen öffnen, unsere Fahnen als ein Zeichen der Teilung stehen statt als ein Symbol der Einheit.

Aus diesem Grund hat der WJT 2016 eine starke Botschaft  an die Welt gesandt. Die Jugendlichen sagten: Wir haben keine Angst. Wir kommen zum  Gottesdienst, aber wir wollen mehr als das tun. Wir wollen anbeten, indem wir Brücken bauen. Wir werden anbeten, indem wir einem Fremden begegnen, der ein Freund wird. In ein paar Tagen gibt es nichts mehr, was aufzeigt, dass mehr als 1,5 Millionen Menschen zusammenkamen, um anzubeten und zu bitten um eine Welt, die barmherziger ist.

Aber wer weiß, vielleicht findet irgendjemand in zehn oder elf Jahren ein kleines Symbol, vergraben nahe dem Gelände … und erinnert sich, dass an diesem Ort Jugendliche einmal eine Brücke gebaut haben in einer Welt von Mauern.

Gnade für die Welt.

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Fotos: Fischer, Denis

Original: Englisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

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