Carta al Pueblo de Dios

Veröffentlicht am 2024-03-10 In Leben im Bündnis, Synodale Kirche

Männerwerkstatt2022 befasst sich mit Synodalem Weg und Weltsynode

DEUTSCHLAND, Peter Hagmann •

Mit dem bunten Bild der Gesprächsteilnehmer an runden Tischen in der Audienzhalle des Vatikans, anlässlich der III. Etappe der Weltsynode 2021–2024, nämlich der ersten Generalversammlung der Synode zur Synodalität im Oktober 2023, das durch die Weltpresse ging, begann die Einführung von Peter Hagmann zum Synodalen Weg der Kirche in Deutschland und zur Weltsynode. Knapp 15 Teilnehmer hatten sich per Zoom an diesem Sonntagabend eingefunden, aus Deutschland, Australien, Chile und Spanien, um sich über den Synodalen Weg und die Weltsynode zu informieren und auszutauschen. —

Es war die größte Mitgliederbefragung seit Menschengedenken. Das muss man noch einmal lesen. Die größte Mitgliederbefragung jemals. Alle Christen, jeder einzelne, jede Gruppe, jede Pfarrei, jeder Verein, jeder Orden, jede Bewegung wurde in der ersten Phase, der „Befragung des Volkes Gottes“, gebeten, zu sagen und zu schreiben, was ihm, was ihr unter den Nägeln brennt beim Blick auf die Kirche, den Glauben, die Anliegen, die Fragen, die Aufgaben. Und das in jedem Land, überall. Es ist das erste Mal in der Kirchengeschichte, dass die gesamte Kirche in einer Synode zusammengerufen wird und wirklich jeder dazu aufgerufen ist, daran teilzunehmen. Aus diesen Stimmen wurden zuerst auf Diözesanebene, dann auf Landes-, und schließlich auf Kontinentalebene zusammenfassende Texte verfasst, offen und vielfältig wie die vielen Stimmen, und schließlich entstand daraus ein Instrumentum Laboris. Wenigstens für einen Christen wurde dieses Dokument zu einer unbeschreiblichen Gotteserfahrung: „Da steht ein Satz drin, der ist von mir.“

Zeitlich etwas früher, nämlich 2019, begann in der Kirche in Deutschland ein Prozess namens „Synodaler Weg“, eine gemeinsamen Suche nach Schritten, mit denen das christliche Zeugnis gestärkt werden kann.

Carta al Pueblo de Dios

„Eine römische Zeitenwende“

Die Zusammensetzung der „Generalversammlung zur Bischofssynode“, so machte der Referent klar, gehörten erstmalig von den 370 Teilnehmern 70 Nichtbischöfe – Priester, Ordensleute und Laien – an, die das volle Stimmrecht hatten. Von diesen 70 „Nichtbischöfen“ war der Anteil an Frauen wiederum 50%. Diese Zusammensetzung kann man als eine „römische Zeitenwende“ bezeichnen, die in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden darf.

Das Gespräch im Geist

Nachdem die bisherigen Abläufe erörtert waren, ging es zum Wesentlichen des synodalen Prozesses, nämlich dem „Gespräch im Geist“, bei dem das Zuhören, der Austausch, das Nachfragen und das Ertasten des Heiligen Geistes und der Wille Gottes im Vordergrund stehen.

Normalerweise kennen wir nur den Vorgang von Pro und Contra, also die Diskussion, bei der meist versucht wird, den anderen zu überzeugen, was oftmals nur zu schärferen Worten führt, aber selten zur Überzeugung des Gegenübers.

Ein wesentlicher Grundsatz in der synodalen Kommunikation lautet dagegen: “Der Herr ist der Schlussstein, der die Konstruktion tragfähig macht, und der Geist hilft dann als Meister der Harmonie dabei, die Verwirrung zur Symphonie werden zu lassen” (IL 39).

Eine Kirche des Zuhörens

Eine synodale Kirche versteht sich als eine Kirche des Zuhörens, der Begegnung und Gemeinschaft in Vielfalt, was zu einer demütigen Kirche führt, die offen und ehrlich sein soll. Eine Kirche, die mit Spannungen umgehen kann und die gesunde Unruhe des Unvollständigen in sich trägt und sich der Quelle des Mysteriums nähert, das sie in der Liturgie feiert.

In der anschließenden Gesprächsrunde wurde klar, dass für die meisten Teilnehmer der synodale Prozess eher eine Randnotiz war, bei dem man sich höchsten einmal in Form eines Fragebogens beteiligt hatte.

In der Presse wurden eher die kontroversen Struktur-Diskussionen wahrgenommen als der Prozess und die ausführlichen Begründungen zu den einzelnen Themen im Schlussdokument, das gar kein „Schluss“ ist, sondern bis zur zweiten Vollversammlung im Oktober 2024 weiter besprochen werden soll.

Was haben wir davon mitbekommen? Und mitgestaltet?

Die Teilnehmer äußerten sich dazu, wie sie diesen Prozess mitbekommen und erlebt haben. Alle sahen die politischen Themen im Vordergrund, wie Frauenpriestertum und Zwangszölibat bei Priestern, aber weniger die fruchtbaren Ansätze und das „Gespräch im Geist“.

Eine Frage kristallisierte sich aber dann doch heraus, nämlich die zentrale Glaubensfrage, was hat Gott mit MEINEM Leben und MEINEM Alltag zu tun?

Diese Frage führt uns zu der vielleicht eigentlichen Herausforderung für uns Christen und somit für die Kirche, nämlich der Frage nach dem Glauben, dem Zeugnis des Glaubens und der Weitergabe des Glaubens.

Dieses Anliegen kommt auch im Adsumus Sancte Spiritus, dem Gebet, das die Synode begleitet, zum Ausdruck, das den Endpunkt unter einen spannenden Abend markierte.

Wir stehen vor dir, Heiliger Geist,
in deinem Namen sind wir versammelt.
Du, unser wahrer Ratgeber:
komm zu uns,
steh uns bei,
kehre ein in unsere Herzen.
Lehre uns, wohin wir gehen sollen;
zeige uns, wie wir das Ziel erreichen können.
Bewahre uns davor,
als schwache und sündige Menschen
die Orientierung zu verlieren.
Lass nicht zu,
dass Unwissenheit uns auf falsche Wege führt.
Gib uns die Gabe der Unterscheidung,
dass wir unser Handeln nicht von Vorurteilen
und falschen Rücksichten leiten lassen.
Führe uns in dir zur Einheit,
damit wir nicht vom Weg der Wahrheit und der Gerechtigkeit abkommen,
sondern auf unserer Pilgerschaft dem ewigen Leben entgegenstreben.
Das erbitten wir von Dir,
der du zu allen Zeiten und an allen Orten wirkst,
in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Dieses Gebet wurde aus der Zeit des II. Vatikanischen Konzils neu gehoben. Damals wurde jede Sitzung damit eröffnet. Dieses Gebet, das dem Heiligen Isidor von Sevilla (*560 – † 4.April 636) zugeschrieben wird, wurde anlässlich von Konzilen, Synoden und anderen kirchlichen Versammlungen über Jahrhunderte hinweg immer wieder gebetet.

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Mit der nächsten Trilogie wird sich die Männerwerkstatt2022 unter dem Thema „Gib den Rissen Raum“ wieder drei Abende einem Erfahrungsthema widmen und greift dabei Begriffe aus der Jahreslosung der deutschen Schönstatt-Familie 2023 auf.

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