Synode

Veröffentlicht am 2022-08-06 In Synodale Kirche

Auf dem Weg zu einer zuhörenden Kirche

SYNODE ÜBER SYNODALITÄT •

Die Deutsche Bischofskonferenz hat am 5. August 2022 ihren Bericht zur Vorbereitung der Weltbischofssynode 2023 veröffentlicht. Der dreijährige weltweite Vorbereitungsprozess der Bischofssynode, der im Herbst 2021 in Rom eröffnet wurde, richtete sich in der ersten Phase an die nationale Ebene. —

Die Ergebnisse dieses diözesanen synodalen Prozesses werden in diesen Wochen in den Bischofskonferenzen gebündelt und an den Vatikan weitergegeben.

„Auf unserem Weg zu einer #ZuhörendenKirche sollten wir die heutige Lesung zum Anlass nehmen, uns daran zu erinnern, dass die Aufgabe der #Synodalität nicht dem eigenen Vorteil dient, sondern der Gemeinschaft, der Teilhabe und der Mission des ganzen Volkes Gottes“, heißt es in einem Tweet aus dem aus dem Generalsekretariat der Synode. In diesem Sinne ist Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, in Mittelamerika unterwegs, wo er unter anderem die Ergebnisse der synodalen Gespräche in Guatemala und Honduras eingesammelt hat – zuhörend.

Die Vorbereitungsphase der Weltbischofssynode, die unter dem Leitwort „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ steht, ist in mehrere Teile gegliedert. In diesem Sommer wird die nationale Phase abgeschlossen, an die sich eine kontinentale Vorbereitungsphase anschließt. Das Generalsekretariat der Bischofssynode wird die Ergebnisse der Zusendungen aus den nationalen Bischofskonferenzen Ende August bei einer Pressekonferenz in Rom vorstellen.

Synodale Kirche
„Die Welt, in der wir leben und die in all ihrer Widersprüchlichkeit zu lieben und zu dienen wir berufen sind, verlangt von der Kirche eine Steigerung ihres Zusammenwirkens in allen Bereichen ihrer Sendung.
Genau dieser Weg der Synodalität ist das, was Gott sich von der Kirche des dritten Jahrtausends erwartet.“

Papst Franziskus, Ansprache vom 17. Oktober 2015

Die Erfahrung des Synodalen Weges

In den letzten Wochen haben wir von der Redaktion mehrfach vom synodalen Prozess in Madrid berichtet, an dem sich die dortige Schönstattfamilie engagiert und kompetent beteiligt hat. Nun also Deutschland, dessen Kirche für manche nicht-europäische Medien und Organisationen schon untergegangen zu sein scheint oder eine Gefahr für die Weltkirche darstellt. Oder beides. Auch die deutsche Kirche, die sich deutschlandweit auf dem „Synodalen Weg“ befindet, hat sich in den weltkirchlichen synodalen Prozess eingebracht. Zuhörend. Auf der Grundlage der römischen Vorbereitungsdokumente ging es in den Diözesen um den Austausch über Synodalität und um die Sammlung diesbezüglicher Erfahrungen. Auch Einschätzungen zur Lage der Kirche, deren Pastoral und zu den aktuellen Herausforderungen waren erbeten. Die diözesanen Berichte wurden in der Bischofskonferenz zu einem Gesamtbericht gebündelt. Der von der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegte Bericht gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil reflektiert die Entwicklung synodaler Gremien und Prozesse in den (Erz-)Diözesen und auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz. Dabei wird insbesondere der Synodale Weg der Kirche in Deutschland in seiner Entstehung und aktuellen Entwicklung berücksichtigt. Der Bericht bezieht dabei auch synodale Erfahrungen aus den Mitgliedsorganisationen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ein. Der zweite Teil fasst die Rückmeldungen aus den deutschen (Erz-)Diözesen zusammen, die sich auf die vom Vatikan in den Vorbereitungsdokumenten benannten Themenfelder konzentrieren.

Synodaler Weg – die systemischen Ursachen des Missbrauchs und seiner Vertuschung verstehen und beseitigen

„Zentrales Ziel des Synodalen Weges ist es, die systemischen Ursachen des Missbrauchs und seiner Vertuschung zu beseitigen, um das Evangelium in Zukunft wieder glaubwürdig verkündigen zu können.“Dabei ist die Kontinuität der Lehre und die Gemeinschaft der Weltkirche zu wahren. Deshalb war es von großer Bedeutung, sich verantwortungsvoll und reflektiert mit den Erkenntnisquellen des Glaubens und der Theologie (den „loci theologici“) zu befassen. Universitäts-Theologinnen und -Theologen begleiten diese Beratungen im Synodalen Weg. Ebenso entscheidend ist es, bei den Reformanliegen des Synodalen Weges immer im Blick zu behalten, welche Möglichkeiten sich dafür auf der Entscheidungsebene der Bistümer und der Bischofskonferenz bieten und welche Anliegen in das Gespräch der Weltkirche eingebracht werden müssen. Nicht zuletzt deshalb blicken die Katholiken in Deutschland auch mit Hoffnung auf den Synodalen Weg der Weltkirche. Sie betrachten diesen Weg als gute Möglichkeit, um einerseits die eigenen synodalen Erfahrungen einzubringen, andererseits aber auch die dabei gewonnenen Erkenntnisse über notwendige weitere Schritte der Kirche auf ihrem Pilgerweg durch die Zeit.“, heißt es im Bericht.

Und:

„Die Rückmeldungen aus den Diözesen wünschen, dass die Themen des Synodalen Weges in Deutschland (1. Macht und Gewaltenteilung in der Kirche, 2. Priesterliche Existenz heute, 3. Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche, 4. Leben in gelingenden Beziehungen) als wichtige ortskirchliche Anliegen in die Weltbischofssynode eingebracht werden. Die Bearbeitung der mit diesen Themenstellungen verbundenen innerkirchlichen Reformbedarfe wird als Voraussetzung für eine neue Glaubwürdigkeit der Kirche in Deutschland und ihrer Sendung in die heutige Gesellschaft hinein angesehen.“

Beobachtungen und Anliegen – (nicht nur) typisch deutsch

„Oft bleibe man unter sich“ wird mehrfach selbstkritisch vermerkt. Die zukünftige Herausforderung liege darin, „von der vertrauten Rolle des Gastgebers zum Gast im Leben unserer Mitmenschen zu werden.“ Dem entspricht eine Sehnsucht nach neuen Gemeinschaftsformen. Die Kirche der Zukunft werde „in kleinen Gemeinschaften stattfinden, bei denen Laien eine Hauptrolle spielen. Diese sollten gut vernetzt sein in allen Bereichen der Gesellschaft…“

 

„Die Kirche muss lernen, aus ihren Gebäuden, Sprachspielen und Regeln herauszugehen zu den Menschen. Unsere Sprache muss anschlussfähig sein, unser Interesse echt und unsere Botschaft verständlich.“

 

„Es bedarf einer Deutung der Riten, einer konkreten und verständlichen Sprache, einer Auslegung, die die Lebenswirklichkeit der Menschen betrifft, um dem weit verbreiteten „liturgischen Analphabetismus“ entgegenzuwirken.“

 

„In vielen Christinnen und Christen wächst die Sehnsucht nach einer echten Christusbeziehung und es gehört zu den kommenden Herausforderungen, dass hier die Suchenden gestärkt werden und eine Kultur spirituellen Miteinanders auf den Weg gebracht wird.“

 

„Synodalität macht Arbeit. Einsame Entscheidungen sind einfacher, gemeinsame Entscheidungen lohnen sich, weil sie tragfähiger sind.“

 

„Zur Erneuerung gehört auch der selbstkritische Blick auf das eigene Versagen als Kirche, etwa im sexuellen und geistlichen Missbrauch, und ein offenes Klima, in dem Fehler und Verfehlungen benannt und ausgesprochen werden können. Die Synodalität wird nicht nur als Methode gesehen, sondern als ein Lebensstil, der alle Bereiche der Kirche durchdringen muss.“

 

Der Bericht der Deutschen Bischofskonferenz zur Weltbischofssynode 2023

 

The report of the German Bishops’ Conference to the World Synod of Bishops 2023

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