Veröffentlicht am 2020-07-11 In Laudato Si

Eine kleine Antwort auf Laudato Si

Von Tatiana Alfonso, Mitglied der Laudato Si-Kommission, Schönstatt-Bewegung in Costa Rica


Vor einem Monat gedachten wir des fünfjährigen Erscheinens der Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus, und bei dieser Gelegenheit beschlossen wir, nachdem wir auf ausgezeichnetes Material gestoßen waren, aus dem wir viel gelernt hatten, kleine konkrete Schritte hin zu einem verantwortungsvolleren Konsum in unserem Haus zu unternehmen.—

Unter dem vielen Material, das im Internet verfügbar war, wählten wir einen Podcast aus, der uns sehr ut gefiel und den wir als Familie jeden Abend hörten. Er trägt den Titel: Laudato Si: Sorge für das gemeinsame Haus, produziert vom Red Eclesial Pan Amazónica (REPAM).

Es gab 20 Kapitel, die jeweils etwa 10 Minuten dauerten. Es war schön, unsere Kinder so begeistert zu sehen…

Jeden Abend dann das gleiche Szenario:

 

Santi: Mami, lass uns Laudato Si‘ hören!

Pedro: Ja!

Papa: Bei welchem Kapitel sind wir?

Joaquín: Jetzt kommt Kapitel 9.

Santi: Ja, genau, das letzte war Schester Regen!

Mama: Komme schon und bring das Handy mit.

Clara: Ich will das nicht hören!

So war es… Wir waren alle begeistert, außer unserer Tochter Clara. Sie fand es schwierig, die Kapitel zu hören, weil sie Angst vor den Problemen hat, die sie hört: globale Erwärmung, Berge von Plastik in den Meeren, Luftverschmutzung… „Mama, werden wir alle sterben?“

Akteure unserer Zeit sein

Und hier müssen wir als Eltern vorsichtig sein. Nicht Panik verbreiten, aber durchaus Akteure unserer Zeit zu sein und unsere Kinder motivieren, in den gegenwärtigen Herausforderungen, vor denen wir stehen, aktiv zu werden. Herausforderungen, die von Papst Franziskus in seiner Enzyklika so gut umrissen werden, wo wir entdecken, dass die exzessive Ausbeutung der Umwelt stark mit dem Missbrauch der ungeschütztesten Gemeinschaften zusammenhängt.

Santiago, unser ältester Sohn, sagt: „Clara, jedes Zeitalter hat seine Probleme… Es gab Zeiten mit Kriegen, und wir haben jetzt dieses Problem…“ Und so ist es auch. Wir müssen uns ihm stellen, aber von unserer Mitte aus, von unseren christlichen Prinzipien aus. Wie können wir uns nicht um unser gemeinsames Haus kümmern, wenn es die Schöpfung unseres Vatergottes ist? Und noch mehr… wenn wir uns nicht um unser gemeinsames Haus kümmern, werden die bedürftigsten Menschen auf diesem Planeten als erste betroffen sein. Unsere Mitmenschen, unsere Geschwister!

„Kümmer dich darum!“

Ich liebe die Malerei, auch wenn ich jetzt aus Zeitmangel nicht mehr weitermache, aber wissen Sie, was ich mir vorstelle? Ich stelle mir vor, dass mir jemand ein Bild anvertraut… Er sagt mir: „Kümmer dich darum!“ und fügt hinzu: „Dieses Bild wurde von Gott geschaffen!“ Ich halte es in meinen ausgestreckten Armen, weil es sehr groß ist… Ich bleibe stehen, um es zu beobachten, und zu meinem Erstaunen sehe ich, dass sich alles in ihm bewegt: Es ist ein dynamisches Gemälde… Die Farben der Landschaft verändern sich, und die dort gezeichneten Wesen interagieren miteinander. Sie scheinen lebendig zu sein! Ich fühle, dass ich den größten Schatz in meinen Händen halte! Mein Gott: Du hast das gemacht! Es ist ein Wunder! Warum hast du es mir Tolpatsch anvertraut?

Können Sie sich das vorstellen? Was würden Sie tun, wenn jemand käme und es mit einem Gekritzel übermalen würde? Oder wenn jemand mit einer Schere käme, um ein Fragment zu entnehmen? Würden Sie es nicht mit Ihrem Leben verteidigen?

Und manchmal spielt die Größe gegen uns, weil wir so klein sind… Der Planet im Verhältnis zu uns ist so groß! Aber dieser blaue Planet, der aus dem Weltall winzig aussieht, ist wie dieses Gemälde. Und Gott hat uns dieses Bild gegeben. Wir alle haben es in der Hand. Wir alle halten es. Es ist so ein großes Geschenk! Wie für ein Glück haben wir Menschen doch!

Es geht gut aus

Zurück zu Laudato Ja, der Sorge um das gemeinsame Haus. Soll ich Ihnen erzählen, was nach dem letzten Kapitel geschah?

Santi: O nein!! Heute abend kommt das letzte Kapitel.

Mama: Kommt alle her, wir hören es zusammen.

Joaquín: Wie heißt es?

Papi: Es heißt „Kurswechsel“-

Mama: Clara, komm, hör zu. Es wird dir gefallen!

Clara: Geht es gut aus?

Santi: Ja! Es geht gut aus!

Und so ist es… Unsere Vision ist immer aus Hoffnung. Wir haben Hoffnung!

Als Familie sind wir noch weit von dem entfernt, was wir sein und deshalb tun wollen, aber wir haben damit begonnen! Wir wissen, dass es viele Familien gibt, die uns ein Beispiel geben und viel helfen können. In diesen letzten Tagen habe ich mich Gruppen angeschlossen, in denen ich Menschen finde, die uns weit bringen… Sie motivieren und ermutigen uns. Sie geben uns Ideen und leiten uns an.

Gut, was passierte an diesem Abend? Ich erzähle weiter. Wir waren dabei, das wir das letzte Kapitel der Podcasts zu Laudato Si hörten mit dem Titel: Kurswechsel.

Pedro: Zu Ende?

Alle durcheinander: Ja Pedro, das war das letzte Kapitel!

Joaquín: Ich habe so gerne den heiligen Franziskus von Assisi gehört…

Clara: Ja und was machen wir jetzt?

Dieser Podcast hat uns inspiriert und bewegt. Es erfüllte uns mit Hoffnung und dem Wunsch, etwas mehr zu tun, einen Schritt weiter zu gehen, so dass wir an diesem Abend ein Brainstorming durchführten und es uns gelang, eine sehr konkrete Idee zu entwickeln:

Wir werden den gesamten Abfall eines Monats sammeln, dann werden wir die Säcke öffnen und unseren Abfall analysieren.

 

Joaquin erklärt die Sache mit dem Abfall.

Und los geht’s!

Wir haben das Glück, in einer Gemeinde zu leben, in der jeden Montag und Donnerstag unsere organischen Abfälle zum Kompostierungszentrum gebracht werden! Jeden Monat füllen wir 8 bis 9 Eimer. Wir trennen auch den gewöhnlichen Abfall.

Aber was uns immer noch verwirrte, war die Frage, wie wir mit all den anderen Abfällen umgehen sollten, insbesondere mit den Kunststoffen… Welche werden recycelt, welche nicht? Warum sind einige von ihnen mit Nummern von 1 bis 7 kategorisiert und andere Behälter und Verpackungen haben diese Informationen nicht? All das sollte Teil der Übung sein. Der Zweck war, zu lernen und uns auch auf unseren unverantwortlichen Konsum aufmerksam zu machen.

Wir sammelten den Abfall vom 18. Mai bis zum 18. Juni ein. Wir haben die Säcke in der Garage aufbewahrt. Es gab 6 große Säcke.

Und heute, am 4. Juli, haben wir sie eröffnet!

Es war nicht leicht. Aber wir mussten uns damit befassen… Hier teilen wir mit Ihnen einen kleinen Ausschnitt dessen, was passiert ist…

 

Bei jedem kleinen Tun mit Gott verbunden

Einige Antworten kamen bei der Übung heraus, aber noch mehr Fragen … Wir haben noch viel zu recherchieren, und das macht uns sehr spannend. Als Familie haben wir einen Weg, auf dem wir uns in dieser Hinsicht verbessern wollen und der uns mit vielen anderen Familien auf der ganzen Welt verbindet: Der Wille, uns um unser gemeinsames Haus zu kümmern. Wir fühlen uns in jeder kleinen Handlung, die wir tun, mit Gott vereint… Wenn wir ein Palstikteil waschen, bevor wir esin den Müllsack werfen … Wenn wir auf ein Getränk verzichten, wenn wir durch die Stadt laufen, von dem wir aber wissen, dass wir, sobald unser Impuls befriedigt ist, einen Plastikbehälter zurücklassen, der uns zu beschweren beginnt… Wenn wir daran denken, die wiederverwendbaren Tüten zum Supermarkt mitzunerhmen… Das sind alles sehr kleine Aufgaben, aber sie zählen.

Wir sind Kinder Gottes! Seien wir kreativ, und gemeinsam mit ihm können wir uneigennützig sein, einen Geist der Selbstlosigkeit haben, opferfreudig und hilfsbereit sein, aufhören, selbst immer mehr zu haben und dem anderen zu geben, für ihn zu sorgen und ihn beschützen… Und all das müssen wir sein, um uns der Herausforderung zu stellen, die wir jetzt als Generation haben. Die Herausforderung des „Unbehagens“ an unserem Lebensstil. Das ist unsere Herausforderung als Christen … Uns mit und um der Liebe Gottes willen unbehaglich zu fühlen… uns selbst Grenzen setzen zu können. Sie sind so notwendig für das Wohlergehen der anderen und auch für unser eigenes, im spirituellsten und tiefsten Sinne. Wir müssen näher bei Gott sein, um zu sein, was wir sind! Söhne und Töchter , die sich um das gemeinsame Haus kümmern, in dem unser Vater regiert und in dem wir mit vielen Geschwistern leben.

Ich habe einige Nachforschungen angestellt und eine britische Wirtschaftswissenschaftlerin namens Kate Raworth entdeckt, die uns ein Wirtschaftsmodell vorstellt, das darin besteht, als Gesellschaft auf gerechte Weise und in Harmonie mit dem Planeten zu gedeihen. Das als Doughnut Economics bekannte Modell basiert auf einem in der Wirtschaft ungewöhnlichen Konzept: Es gibt Grenzen.

Wir wissen, dass wir nur eine weitere Familie unter den sieben Milliarden Bewohnern des Planeten sind… Egal, wir leben im Jahr 2020 und wollen unserem Papst Franziskus sagen „Hier sind wir“ „Wir wollen Ihrer Führung folgen!“ „Wir wollen unsere Antwort geben!“

Wir verfolgen ein Ideal: Eine erneuerte Art und Weise der Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen, zu materiellen Dingen, zur Natur… Eine Art und Weise, genügsamer, demütiger und respektvoller zu sein… Eine Art und Weise, den 31. Mai zu leben!

Ja zu Laudato Si! Gelobt seist du, Gott, für Deine Schöpfung!

Laudato Si

Abfälle – und wir als Familie?

 

Original: Spanisch, 09.07.2020. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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