San José faro

Veröffentlicht am 2021-03-21 In Josefsjahr

Josef, ein „Leuchtturm“ der Heiligkeit inmitten herausfordernder Zeiten

P. Javier Arteaga, Argentinien •

Wir befinden uns im Jahr des Heiligen Josef, das Papst Franziskus anlässlich des 150. Jahrestages der Erklärung des Heiligen Josef zum „Patron der katholischen Kirche“ durch Pius IX. am 8. Dezember 1870 einberufen hat. Die Person des hl. Josef ist im Leben der Schönstattfamilie schon immer sehr präsent gewesen. Sein Bild begleitet uns in den Heiligtümern, manchmal mit dem Lilienstab, ein anderes Mal als Heiliger der Arbeit und ein anderes Mal zusammen mit dem Jesuskind und der Gottesmutter als Heilige Familie. —

Unser Vater und Gründer, P. Kentenich, hat oft mit großer Zuneigung über den Heiligen Josef gepredigt, besonders am 19. März, dem Fest seines Namenspatrons. Er betonte die Wichtigkeit der Mission des hl. Josef, sowohl für die gesamte Kirche als auch für unsere Zeit und besonders für unsere Familie. Aus diesem Grund hat er ihn zum zweiten Patron der Schönstattfamilie ernannt, das Liebesbündnis mit dem heiligen Josef als Vertiefung des Liebesbündnisses mit Maria angeregt, und in Situationen äußerster Not die Familie dem heiligen Josef geweiht und sie unter seinen Schutz und seine mächtige Fürsprache gestellt.

Die Person des hl. Josef ist ein „Leuchtturm“ der Tugenden. Heute möchte ich nur vier Charakterzüge des Heiligen Josefs teilen, die uns erleuchten können.

1Der Mann des unerschütterlichen Glaubens und der Hoffnung

So wie Gott Maria seine Pläne durch den Engel offenbarte, offenbarte er sie auch Josef durch den Engel, oft im Traum.

Papst Franziskus sagt uns in seinem apostolischen Schreiben „Patris Corde“, dass Josef kein Mann ist, der angesichts der Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens passiv resigniert. Im Gegenteil, er ist ein mutiger Protagonist, der die Kraft hat, das Leben anzunehmen, wie es kommt, weil er an den Gott glaubt, der sein Leben führt und begleitet: „Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.“ (Psalm 23,4).

In jeder Situation seines Lebens glaubt Josef, sagt er Ja, mit unerschütterlichem Vertrauen und Hoffnung auf Gott, wie Maria.

2Josef liebt seine Familie und kümmert sich um sie

Josefs Aufgabe war es, Jesus und Maria zu lieben und sich um sie zu kümmern, und Jesus zu befähigen, zu wachsen, um seine erlösende Mission zum Wohle der ganzen Menschheit zu erfüllen.  Deshalb sagt Pater Kentenich: „„Josef, steh‘ auf und nimm das Kind!” Welche Aufgabe hatte der hl. Josef? Zu sorgen für Mutter und Kind. Die Aufgabe hatte und hat er auch heute noch: zu sorgen, dass die Mutter nie vom Kind, das Kind nie von der Mutter getrennt wird“ (19.03.1952).

Niemand hat Christus und Maria auf Erden mehr geliebt als der heilige Josef. So können wir sagen, dass Josef der erste war, der das Liebesbündnis mit Maria geschlossen hat. Der Vater und Gründer empfahl uns, den heiligen Josef zu bitten,  uns zu lehren, Christus und Maria zu lieben und ihnen nachzufolgen mit einer totalen und großzügigen Selbsthingabe, wie er sie geliebt hat.

3Ehrlicher und hart arbeitender Vater

St. Josef war ein Zimmermann, heute würden wir vielleicht sagen, ein Fachmann für Innenausbau, der ehrlich arbeitete, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. Von ihm lernte Jesus den Wert und die Würde der Arbeit und die Freude, Brot als Frucht der eigenen Arbeit zu essen. Er lernte, dass Arbeit eine Möglichkeit ist, das eigene Potential zu entwickeln, persönlich zu wachsen und anderen zu dienen.

In unserer Zeit, in der Arbeitslosigkeit und geringfügige (und manchmal versklavende) Beschäftigung ein beeindruckendes Niveau erreichen, ist es notwendig, die Bedeutung von würdiger und menschenwürdiger Arbeit zu verstehen, für die der heilige Josef ein beispielhafter Patron ist. Unser Vater Gründer sprach in einer Predigt im Jahr 1934 davon, dass Josef aus Liebe zu seiner Frau und aus Liebe zum Kind seine täglichen Pflichten mit Einfachheit erfüllt habe.  Er sei das große Vorbild, der Heilige für den Tag der Arbeit.

4Transparent der väterlichen / mütterlichen Liebe Gottes

Die Worte des Matthäus-Evangeliums: „Josef steh auf, nimm das Kind und seine Mutter“ (Mt 2,13), zeigen einen zentralen Aspekt der Josefssendung, die Pater Kentenich unzählige Male als unsere Aufgabe aufgezeigt hat:

„Josef steh auf, nimm das Kind und seine Mutter.  Josefs Aufgabe wird zu unserer Aufgabe: wir wollen es der Gottesmutter ermöglichen, den Herrn überall hin zu bringen. Auch für diesen Moment, den wir leben, gilt das Wort: Steh auf! Ja, wir wollen uns spirituell erheben, neu erwachen, uns der großen Mission der Familie bewusst werden. (…) Josef, steh auf! Dies ist ein Aufruf, neu zu erwachen, die tägliche Routine zu überwinden, um das Bewusstsein zu stärken, dass wir alle, als Kinder Mariens, entschlossene Nachfolger Christi werden müssen. (…) Was ich dachte, als ich meinen Namenstag gemeinsam feiern wollte, und das tue ich von ganzem Herzen, war, dass wir Josefs Aufgabe zu unserer eigenen machen sollten. Deshalb XX (jeder nenne seinen Namen), steh auf und nimm das Kind und seine Mutter!“ (PJK. Buenos Aires, 19. März 1951).

Für Jesus war Josef der Vater, der ihn liebte, versorgte und lehrte, und war somit transparent für die Vaterschaft Gottes. Papst Franziskus sagt uns in Patris corde:

„Jesus sah die Zärtlichkeit Gottes in Josef“ (PC. n°2). Daher die große Bedeutung der menschlichen Liebe als Ausdruck, Weg und Versicherung der Liebe Gottes. In diesem Zusammenhang sagte der Vater und Gründer: “ Dafür haben wir seit Jahren gesagt: Eine der wesentlichsten Botschaften von Schönstatt ist die Botschaft vom Vatergott, das ist die Botschaft vom irdischen Vaterbild, vom Transparent Gottes, und das als das bedeutungsvollste, triebmäßigste Mittel, um auch eine tiefe, innige Kindlichkeit dem Vatergott gegenüber überaus wirksam und lebendig werden zu lassen.“  (P. Josef Kentenich, 18.03.1952, Nuevo Schoenstatt)

Liebe Brüder und Schwestern, möge der heilige Josef als klarer, fester und schlichter „Leuchtturm“ der Heiligkeit inmitten der gegenwärtigen herausfordernden Zeiten uns helfen, uns in unserem Elan und unserem Einsatz für die gemeinsame Mission zu erneuern.

Möge der heilige Josef uns und unsere Familien segnen, uns zu Trägern Christi und Marias und Transparenten der barmherzigen Liebe Gottes machen.

Vom Heiligtum unserer Mutter und Königin grüße ich Sie ganz herzlich,

P. José Javier Arteaga

Original: Spanisch, 19.03.2021. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

Schlagworte: , , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.