Veröffentlicht am 8. Januar 2017 In Franziskus - Initiativen und Gesten, Im solidarischen Buendnis mit Franziskus

Papst Franziskus startet eine neue Initiative mit aktuellen Gebetsanliegen für die Weltkirche

PAPST FRANZISKUS – VON Philip Kosloski, via Aleteia, und Maria Fischer •

Seit Beginn seines Pontifikates hat Papst Franziskus mit besonderer Aufmerksamkeit auf die zahlreichen Herausforderungen der Menschheit geachtet und dabei immer wieder seinen Wunsch nach einer „Kultur der Begegnung“ ausgedrückt. Um diese Aufmerksamkeit in Zeit beschleunigter Aktualität auf das zu lenken, was jetzt „dran“ ist, hat Franziskus mit dem Beginn des Jahres 2017 eine alte Tradition verändert, und zwar die der Gebetsanliegen oder Gebetsmeinung des Heiligen Vaters, die das „Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes„(früher: Gebetsapostolat) verbreitet.

Seit 1928 wählt der jeweilige Papst für jeden Monat zwei Anliegen aus, jeweils ein „allgemeines“ und ein „missionarisches“ Gebetsanliegen. Er bittet damit die ganze Kirche, in diesem Monat gemeinsam in diesen Anliegen zu beten. Beide Anliegen sollen besondere Nöte und Herausforderungen in der Welt betonen und den Horizont der Katholiken auf die Sorgen und Probleme der anderen Mitglieder der Kirche lenken.

Der Prozess der Auswahl der monatlichen Gebetsanliegen ist umfangreich und langwierig. Meist schon mit etwa zwei Jahren Vorlauf senden Vatikanische Räte, Bischöfe und andere Gläubige Vorschläge an den Internationalen Leiter des Weltweiten Gebetsnetzwerkes des Papstes. Diese Vorschläge, oft mehrere hundert, werden dem Heiligen Vater vorgelegt, der sie im Gebet betrachtet und dann diejenigen auswählt, von denen er wünscht, dass die Welt dafür betet. Nachdem der Papst die Anliegen festgelegt hat, werden sie in mehrere Sprachen übersetzt und über alle erreichbaren Kommunikationsmittel verbreitet.

Da es sich dabei um einen langen Prozess handelt, sind diese monatlichen Gebetsanliegen in der Regel sehr allgemein gehalten und greifen keine aktuellen Themen auf. Und nun kommt Franziskus. Angesichts dieser zeitlichen Lücke zum Hier und Jetzt und aus dem Wunsch nach einer echten „Kultur der Begegnung“ hat Franziskus entschieden, im Vorab nur noch ein Anliegen auszuwählen und dann, am Beginn des jeweiligen Monates, eine dringende, eine aktuelle Gebetsmeinung zu wählen, die mit dem aktuellen Geschehen in der Welt verknüpft ist. Last-Minute-Anliegen sozusagen. Oder Gebet am Puls der Zeit.

Papst Franziskus wird dieses aktuelle Gebetsanliegen beim ersten Angelus des Monates nennen, wenn er die Welt aufruft, für eine konkrete aktuelle Situation zu beten, die jetzt am meisten das Gebet braucht. In diesem Monat wird die aktuelle Gebetsmeinung am Sonntag, 8. Januar 2017, verkündet.

Die jüngsten Fortschritte in der Kommunikation und moderne soziale Netzwerke sind ein Auslöser für diese Änderung, weil die Informationen heute sofort auf der ganzen Welt verbreitet werden können. Außer der Verbreitung der aktuellen Intention im Internet und in den sozialen Netzwerken wird das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes seine im letzten Jahr entwickelte App Click to Pray dafür nutzen.

Click To Pray ist die offizielle Gebetsplattform in den großen Herausforderungen der Menschheit und der Mission der Kirche. Zur Zeit wird sie von 310.000 Anwendern in aller Welt verwendet und ist in Portugiesisch, Spanisch, Französisch und Englisch verfügbar. Im Laufe des Jahres 2017 sollen Versionen der App in Deutsch, Italienisch und Chinesisch folgen.

Das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes wird auch weiterhin das „Papstvideo“ produzieren, welches wegen der notwendigen Vorlaufzeit das im Voraus gewählte Gebetsanliegen thematisiert.

Papst Franziskus vertraut darauf, dass die Welt fähig ist, eine Kultur der Gleichgültigkeit in eine Kultur der Begegnung zu verändern, in der wir nicht ungerührt neben dem Leid des Nächsten stehen bleiben, sondern neue Formen des solidarischen Betens und Handelns entwickeln, um Leid zu lindern. Für Papst Franziskus sind die monatlichen Gebetsanliegen wie breite Straßen, die zu diesem Wandel führen, indem sie die Welt im Gebet für die Situationen bewegen, die am dringendsten unser Gebet brauchen.

* EN: Refugees are people who, due to war, have lost family, friends, homes and jobs. Their faces call on us to work together to build peace. * PT: Os refugiados são pessoas às quais a guerra tirou casa, trabalho, parentes, amigos. Seus rostos chamam-nos a construir juntos a paz. * ES: Los refugiados son personas a las que la guerra ha quitado la casa, el trabajo, los parientes, los amigos. Sus rostros nos llaman a construir juntos la paz. * ITA: I rifugiati sono persone alle quali la guerra ha tolto casa, lavoro, parenti, amici. I loro volti ci chiamano a costruire insieme la pace. * FR: Les réfugiés sont des personnes que la guerre a privées de maison, de travail, de famille, d?amis. Leurs visages nous interpellent pour construire ensemble la paix. * DE: Flüchtlinge sind Menschen, denen der Krieg ihr Heim, ihre Arbeit, ihre Eltern und Freunde genommen hat. Ihre Gesichter bitten uns, gemeinsam Frieden zu bauen. #WithRefugees, #misericordia, #misericórdia, #Barmherzigkeit, #miséricorde, #mercy

Das machen wir uns zu Eigen – aus dem solidarischen Bündnis mit Franziskus und dem Stempel unseres Charismas

Diese letzte Woche verbreitete Nachricht ist sofort Thema eine Kurzbesprechung in der Whatsapp-Gruppe der Redaktion von schoenstatt.org.  „Das ist ausgezeichnet, und wenn wir zusätzlich etwas von unserem Charisma dazutun können, umso besser. Kultur der Begegnung ist Bündniskultur. Das heißt, nicht nur in diesen Anliegen beten, sondern auch Beiträge zum Gnadenkapital bringen, die wir durch einen ‚Engel‘ zum Urheiligtum bringen können“, so der Vorschlag von Pater José María García, der damit den anderen das Wort aus dem Mund nimmt. „Wenn wir jemanden finden, der die Beiträge zum Gnadenkapital im aktuellen Anliegen des Papstes zum Urheiligtum bringt, wäre das genial. Und das andere ist, dass wir uns verpflichten, das zu garantieren und das monatlich in unsere Filialheiligtümer bringen.“ – „Machen wir. Im Gebet solidarisch verbündet mit dem Papst“, so Juan Zaforas.

Es ist tatsächlich etwas sehr „schoenstatt.org-anisches“, wird uns deutlich. Das Solidarische Bündnis hat teilweise seine Wurzeln darin, die Jubiläen, Freuden, Sorgen Schönstatts und von Schönstättern in den verschiedenen Ländern, und nicht nur die von Schönstatt, sondern von allen, mit denen wir uns als Menschheitsfamilie verbunden fühlen, ins Urheiligtum zu bringen und ins Gebet der weltweiten Schönstattfamilie (genaugenommen derer, die sich mit schoenstatt.org verbinden). „Wir sind alle Haiti, Chile, Kuba…“, im Gebet, im Spenden, im Gnadenkapital, und fühlen uns alle Teil von Gnadenmomenten wie der Einweihung eines neuen Heiligtums, oder verbinden uns alle im Gebet und Gnadenkapapital mit der Cruzada de Maria, mit Misiones …

So verbinden wir uns jetzt im Solidarischen Bündnis Monat für Monat mit den aktuellen und dringenden Anliegen der Kirche, wie Papst Franziskus sie uns aufzeigt, im Gebet und in Beiträgen zum Gnadenkapital, die einmal im Monat zum Urheiligtum gebracht werden (da finden wir jemanden, wie wir auch immer jemanden finden, der die Briefe an die MTA dorthin bringt). Und in die Filialheiligtümer, soweit sich solidarische Schönstätter finden. Mit dem Heiligtum von Madrid können wir schon rechnen. Und wir erwarten die Antwort von anderen Heiligtümern, um diese Initiative weltweit zu verbreiten.

Das heute im Angelus verkündete dringende Anliegen betrifft die Menschen, die in der eisigen Kälte dieses Winters auf der Straße leben.

In diesen Tagen bitterer Kälte denke ich an die Menschen, die auf der Straße leben, von Kälte und oft auch von Gleichgültigkeit gepeitscht. Und ich bitte, an sie zu denken und für sie zu beten. Leider haben manche von ihnen nicht überlebt. Bitten wir für sie und bitten wir den Herrn, dass er unsere Herzen warm mache, um ihnen helfen zu können.

Dazu passend:

Papst Franziskus hat die Öffnung der vatikanischen Obdachlosenunterkünfte rund um die Uhr angeordnet. Die Kältewelle, die in diesen Tagen auch Italien überzieht und bereits zum Tod mehrerer Menschen geführt hat – unter ihnen vor allem Obdachlose – hätte den Papst zu diesem Schritt bewogen. Jeder Obdachlose, der in diesen Tagen zu den rund um den Vatikan verteilten Obdachlosenheimen komme, erhalte eine warme Speise sowie einen Schlafplatz zugewiesen. Wer hingegen nicht in eines der Heime kommen wolle, erhalte einen speziellen kälteresistenten Schlafsack und könne in zur Verfügung gestellten Autos wenigstens ein wenig Schutz vor der Kälte suchen. 

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Foto: Felici. Lizenz für schoenstatt.org

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