Veröffentlicht am 2016-11-10 In Franziskus - Initiativen und Gesten

Wie geht es den Leuten?

FRANZISKUS IM JAHR DER BARMHERZIGKEIT

Durch einen Telefonanruf bei Erzbischof  Renato Boccardo von Spoleto-Norcia hat Papst Franziskus am 2. November der von den jüngsten Erdbeben, besonders dem vom 30. Oktober,  betroffenen Bevölkerung seine Verbundenheit und Nähe ausgedrückt; er habe die Tragödie während seiner Reise nach Schweden verfolgt. „Von dort aus habe ich für euch gebetet“, sagte er.

Nursia oder Norcia in Italienisch, der Geburtsort des heiligen Benedikt, wurde schon von dem schweren Erdbeben am 24. August, das auch andere Gebiete in Mittelitalien heimgesucht hat, schwer getroffen. Doch es war dann das Erdbeben vom 30. Oktober mit einer Stärke von 6,5, das ganze Dörfer und Städte endgültig in Schutt und Asche legte, wie Castelluccio de Nursia und Amatrice, und Tausende obdachlos machte.

In Amatrice, der von dem Erdbeben am 24. August besonders hart getroffenen Stadt, die 300 Tote zu beklagen hat, stürzte jetzt die Kirche des heiligen Martin, die schon beim vorherigen Erdbeben beschädigt worden war, ganz ein, ebenso der Stadtturm, der wie durch ein Wunder im August stehen geblieben und zu einem Zeichen der Hoffnung inmitten der Zerstörung geworden war.

Die Benediktiner von Nursia/Norcia berichteten, dass bei diesem erneuten Erdbeben nun alle Kirchen von Nursia eingestürzt seien.  Eine davon ist die Basilika des heiligen Benedikt aus dem vierzehnten Jahrhundert, die dem Gründer der Benediktiner, Benedikt von Nursia (wie Norcia in römischer Zeit hieß), geweiht ist. Die gotische Fassade hat dem Erdbeben widerstanden und steht als einziges noch. Vorhalle und Turm sind eingestürzt, ebenso das gesamte Kirchenschiff.

Gegenüber Radio Vatikan erklärte Bischof Boccardo, als er mit dem Papst gesprochen habe, sei dessen erstes Wort gewesen: „Ich habe ein paarmal versucht, dich anzurufen, auch in den vergangenen Tagen, als ich in Schweden war, aber ich hatte eine falsche Telefonnummer. Ich möchte Euch allen meine Nähe zusichern, mein Gebet, meine Anteilnahme am Leiden all der Menschen. Wie geht es den Leuten?“

Der Erzbischof erklärte, dass die Bewohner schon seit zwei Monaten in prekären Verhältnissen leben, verbunden mit Angst und Unsicherheit. Allerdings versicherte er dem Papst, dass „wenn ich ihnen (den Gläubigen) sage, dass Sie angerufen haben, dann wird das für alle eine Ermutigung sein, ein großer Trost und der Impuls, die Hoffnung nicht zu verlieren.“

„Ja, ja“, so habe Franziskus geantwortet, „Sag ihnen, dass ich für sie bete, dass ich nahe bin und ihren Schmerz und ihre Kraft teile, und mache ihnen Mut, vorwärts zu blicken.“

Noch immer bebt die Erde in Mittelitalien. Am Morgen des 3. November gab es ein weiteres Erdbeben der Stärke 5.

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Die Basilika des Hl. Benedikt vor und nach dem Beben.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer/schoenstatt.org

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