Veröffentlicht am 17. Januar 2016 In Franziskus - Initiativen und Gesten

Der Papst verlost seine Geschenke – und macht daraus Geld für die Obdachlosen Roms

von Maria Fischer, mit Material aus verschiedenen Agenturen •

„Machs wie der Papst, spende und sammle Spenden für die Armen und für Hilfsprojekte im Dienst an den Menschen“, sagte eine deutsche Schönstätterin in einem Gespräch über Werke der Barmherzigkeit im Heiligen Jahr, wenn man keine Zeit hat und „keinen konkreten Ruf aus der Peripherie“ in der Umgebung zu vernehmen glaubt. Recht hat die Frau, Almosen geben ist zwar nicht direkt ein Werk der Barmherzigkeit, aber indirekt schon und darüber hinaus eines der ganz wenigen konkreten apostolischen Empfehlungen, die die Statuten der Apostolischen Liga Schönstatts für Mitglieder und Mitarbeiter auflisten. Und die aktuellste Form von Almosen oder Spenden geben ist die, nicht nur selbst zu spenden, sondern andere dazu zu bewegen oder eben Spendensammeln – neudeutsch Fundraising – für die Armen oder Hilfsprojekte im Dienst an den Armen, den Obdachlosen, den Kranken, den Flüchtlingen, den Kindern in Not…

Das ist auch nicht neu – man denke nur an die endlos vielen Verlosungen, Lotterien, Flohmärkte, an die Berge von Handarbeiten, Süßigkeiten, Basteleien, Kuchen, Kerzen, Waffeln, die von Schönstättern gemacht, gebacken und verkauft werden… Und klar, auch jeder Artikel auf schoenstatt.org, in dem leise oder auch einmal sehr dringlich um Spenden gebeten wird – fürs Urheiligtum, für die Gefängnispastoral, für Belmonte, für den Hogar de Maria, die 100 Häuser… – ist ein potentielles Werk der Barmherzigkeit, das darauf wartet, zu einem realen zu werden durch die Hochherzigkeit vieler. Es geht!

Die Lotterie des Papstes

Papst Franziskus selbst gibt ein ebenso klares wie kreatives Beispiel. Erneut werden im Vatikan Lose für die Papstlotterie verkauft; Preise sind einige der Geschenke, die Papst Franziskus im Laufe des Jahres erhalten hat. Die Einnahmen sind für Flüchtlinge und Obdachlose in Rom bestimmt, die der Papst unterstützt.

Die Verwaltung des Vatikan kündigte am 8. Januar an, dass am kommenden 2. Februar die Gewinner der dritten „Lotterie zugunsten der Werke der Nächstenliebe des Heiligen Vaters“ ermittelt würden. Es geht um Einnahmen zugunsten der Ärmsten, vor allem der Flüchtlinge und der Obdachlosen in Rom. Jedes Los kostet 10 Euro; bis zum 1. Februar können an verschiedenen Stellen im Vatikan, etwa in der Apotheke, den Poststellen, dem Bahnhof oder im Laden der Museen Lose erworben werden.

Mit einer Überweisung an die Verwaltung des Vatikan kann man sogar Lose kaufen, ohne dafür nach Rom fahren zu müssen. Der Papst wünscht, dass die Einnahmen aus der „Hochherzigkeit der Teilnehmer“ für Flüchtlinge und Obdachlose verwendet werden.

Der Leiter der Päpstlichen Almosenverwaltung, Diego Ravello, erklärte, die Preise seien Geschenke, die der Papst erhalten habe und die er für die Lotterie gestiftet habe. Darunter sind ein Auto, eine Uhr, zwei Fahrräder, eine Tischuhr, ein silberner Kugelschreiber, eine Ledertasche, ein Chronograph, ein Lederkoffer, eine handgefertigte Uhr, ein Tischschmuck aus Keramik und eine Kaffeemaschine.

 

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