Veröffentlicht am 2016-12-02 In Dilexit ecclesiam

Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit für die ganze Kirche von Burundi im Schönstatt-Heiligtum

BURUNDI, Révérien BANZIRIYUBUSA •

„Danken wir Gott für dieses Heilige Jahr der  Barmherzigkeit und helfen wir einander, barmherzig zu werden wie der Vater im Himmel“. Unter diesem Thema haben Tausende von Gläubigen, geschart um die Bischöfe von Burundi und den apostolischen Nuntius, offiziell den Abschluss des Heiligen Jahres gefeiert. Die Feier war ein nationales Ereignis am Christkönigsfest, am 20. November, auf Mont Sion Gikungu.

Das Heiligtum war geschmückt wie selten, sagten viele. Auf dem Torbogen eine Leuchtschrift, die immer wieder das Motto für den Empfang der Pilger und das Tagesthema zeigte. Im Innenhof wurden einige bedeutende Persönlichkeiten empfangen. Die Blumen in diesem Bereich wie auch im Innenhof erinnerten an eine militärische Formation, genau abgesteckt! Banderolen, Flaggen, Girlanden und Blumen machten aus der Kirche wirklich einen Königspalast. Ein Feuerwehrauto des Zivilschutzes war auf dem Platz, um die Menschen mit Wasser zu versorgen und für eventuelle Notfälle. Oberhalb der Dreifaltigkeitskirche standen drei Zelte, um den Gläubigen Schutz zu geben. Sie waren sehr schnell überfüllt.

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Eine einmalige Wallfahrt

Schon sehr früh, gegen 8 Uhr morgens, strömten die Leute in Scharen herbei. Sie kamen aus allen Richtungen des Landes. Die Zahl wuchs sehr schnell. Man sah viele Gruppen kommen. Die einen sehr schnell, weil sie noch einen Platz ergattern wollten, andere näherten sich besinnlich und sangen auf dem Weg Dankeslieder. Unter den Ankommenden waren Vertreter der Diözesen. Jede sandte eine Gruppe von 20 Personen. In einer frohen Atmosphäre wurden die Pilger empfangen, wobei die gute Auswahl der Gesänge zum andachtsvollen Klima beitrug.

Um 9 Uhr begann ein Lobpreisgebet. Die Gläubigen, die schon alle Ränge belegt hatten, konnten ihre Freude und Dankbarkeit über den Gott der Barmherzigkeit nicht verbergen. In der Mitte der Kirche sah es fast wie ein Regenbogen aus, geformt von den Kleidern der verschiedenen Orden und Kongregationen, die sehr stark vertreten waren. Man begriff, dass durch ihr Gebet dieses Jahr sehr fruchtbar wurde.

Die Einstimmung durch Pater Désiré Nibzi war vor allem eine Ermahnung, Gott zu danken für seine unendliche Barmherzigkeit. Wenn wir Gott dafür danken, sollen auch wir unsererseits barmherzig sein. Abwechselnd zwischen Katechese und Anrufungen der Jungfrau Maria wurde immer wieder gesungen: Barmherzig wie der Vater. Es gehe darum, die Werke der Barmherzigkeit in der Nachfolge Christi für immer zu sichern. Der Vater liebt uns unendlich, da er seinen Sohn gesandt hat.

Währenddessen empfingen sehr viele das Sakrament der Versöhnung. 13 Beichtväter konnte man um die Kirche herum zählen.

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Festliche Eucharistiefeier

Genau um 10 Uhr begann die Hl. Messe. Zehn Fahnen, die Trommler der Bewegung Chiro (Christ Roi), der Chor des Priesterseminars Hl. Pfarrer von Ars, ungefähr 105 Priester und ein Diakon, 10 Bischöfe, darunter der Apostolische Nuntius, zogen in die Kirche ein. Unter den Klängen des Eingangsliedes zog die Prozession mitten durch die Reihen der über 15.000 begeisterten Gläubigen zum Altar. Zwei Chöre begleiteten die Liturgie. Neben dem Chor des Priesterseminars sang auch der Chor des Heiligtums Mont Sion, St. Martin. Unter den Teilnehmern waren hochrangige Persönlichkeiten: der Präsident der Nationalversammlung, der Vizepräsident des Senates, der Bischof der anglikanischen Diözese von Bujumbura und Vertreter der orthodoxen Christen in Burundi.

Nach der Begrüßung sang der Chor aus der Pfarrei Bugwana in der Diözese Muyinga die Hymne der Barmherzigkeit. Er hatte den Wettbewerb gewonnen. Das Begrüßungswort sprach P. Yves Irakoze. Im Namen der Schönstatt-Patres, sagte er, heiße ich die Bischöfe und alle, die zu dieser Feier gekommen sind, willkommen. Ich danke der Bischofskonferenz, dass sie das Schönstattheiligtum Mont Sion Gikungu gewählt haben, um dieses wichtige Fest der ganzen Kirche von Burundi zu feiern. Fühlen Sie sich wohl beim Heiligtum der Königin, der Mutter Christi des Königs und des ganzen Universums, fügte er noch hinzu.

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Ansprache des Nuntius: Das Jahr der Barmherzigkeit als Gelegenheit, innerlich zu reifen

Zu Beginn grüßte der Nuntius, Mgr. Sauski Vocheri, die Anwesenden und die, die am Radio und Fernsehen teilnahmen, besonders die Kranken und Gefangenen. Radio Maria Burundi und das nationale Fernsehen übertrugen die Feier. Er dankte auch für die Solidarität mit dem Bischof von Rom und dankte besonders den Schönstatt-Patres für den Empfang und für ihr Apostolat in der Kirche. Vor einem Jahr, sagte er, habe er an der Eröffnung des Heiligen Jahres beim Marienheiligtum Mugera teilnehmen dürfen. „Auch heute freue ich mich, als Vertreter des Hl. Vaters zum Abschluss bei ihnen zu sein. Unsere Kirche und jeder einzelne hat in diesem Jahr viele Gnaden erhalten, für die wir nun danken. Das Jahr hat uns geholfen, innerlich zu reifen und unsern Blick neu auf den barmherzigen Jesus zu richten. Das soll uns helfen, barmherzig wie der Vater zu werden.“

Sehr stark betonte er, das Jahr, das wir nun beschließen, sei eine Gelegenheit gewesen, mehr als sonst Werke der Barmherzigkeit zu tun. Die Gelegenheit wurde uns geboten, uns innerlich durch das Sakrament der Versöhnung zu erneuern und reichlich die göttliche Barmherzigkeit zu erfahren. Als Pilger auf der Erde spüren wir immer wieder die Notwendigkeit seines Erbarmens. Deswegen müssen wir die Werke körperlicher und geistiger Barmherzigkeit tun.

Zum Schluss wünschte der Nuntius allen, dass Christus der König sie führe, dass er über sie wache und ihnen helfe, das ganze Leben hindurch Barmherzigkeit zu leben und dass sein Licht der Liebe immer Frieden schenke.

Nach der Ansprache ging Mgr. Evariste Ngoyagoye zum Altar, um der Eucharistie vorzustehen. Mit einem kurzen Hinweis auf das Gesagte hat er alle eingeladen, die Schwächen zu erkennen und zu bekennen. Das Kyrie wurde gebetet von einer Schwester, einem Politiker und eine Familie (Vater, Mutter und ein Kind). Alle baten um Verzeihung der Schwächen und Unterlassungen im Sozialen.

Predigt: Dass Christus sein Königtum am Kreuz manifestiert hat, erstaunt uns das nicht?

Der Erzbischof von Bujumbura sprach über die liturgischen Texte des Christ-Königs-Festes. Nachdem er die Gläubigen begrüßt hatte, sagte er, dass alle Bischöfe von Burundi sich vereint wissen mit dem Papst, gerade jetzt, da er die Hl. Pforte der Barmherzigkeit im Petersdom in Rom geschlossen habe. Solche Pforten wurden am 13. November überall in der ganzen Welt geschlossen. So auch hier auf Mont Sion Gikungu. Heute sind wir gekommen, um zu danken. Wir haben ohne Zweifel viele Gnaden bekommen. Das Echo aus den Pfarreien ist stark. Einige haben trotzdem ausgerufen: „Jetzt, da wir anfangen zu begreifen, macht ihr die Heiligen Pforten zu!“ Die Barmherzigkeit Gottes endet nie. Wir werden mit andern Formen weitermachen, hat er versichert.

Das Christ-Königs-Fest beschließt das liturgische Jahr. Kommenden Sonntag beginnt der Advent.

In dieser Zeit erinnert uns die Kirche, wohin wir gehen. Wird unser Leben im Grab zu Ende sein, oder gibt es ein anderes Ziel? Gewiss gibt es eines. Folgen wir der Hl. Schrift, ermahnte der Bischof.

Er hat die Mitglieder den verschiedenen Bewegungen der katholischen Aktion beglückwünscht, die Christus als König ehren und ihm eifrig dienen. Er hat besonders die Mitglieder des Chiro (Christ-Roi) ermutigt, die keinen andern Patron haben als Christus, den König des ganzen Universums. Er hat ihnen und allen gewünscht, vorauszugehen und alles zu befruchten, was helfen kann, damit die Treue und die Ehrung unseres Königs wachse. Erzbischof Ngoyagoye hat am Schluss der Predigt allen gedankt, die an diesem Fest teilgenommen haben, besonders den Ordensleuten, die eine sehr deutliche Botschaft bei diesem Fest bezeugt haben. Ganz besonders dankte er den Schönstatt-Patres für ihre Arbeit und das Apostolat. Zum Schluss versprach er, dass man weiterhin göttliche Barmherzigkeit unter anderen Formen werde erfahren können, auch in der Annahme des Kreuzes, das ein adäquates Zeichen der göttlichen Barmherzigkeit sei. Dann lud er ein, den Glauben zu bekennen.

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Quelle: Mont Sión Gikungu

Original: Französisch. Übersetzung: P. Josef Barmettler, Horw, Schweiz

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