Veröffentlicht am 2016-11-29 In Dilexit ecclesiam

Beten für Syrien – eine Initiative am Marienwallfahrtsort Kevelaer und darüber hinaus

SYRIEN/DEUTSCHLAND, von Domradio •

Der Krieg in Syrien nimmt kein Ende – die Politik findet keine Lösung. Hilft jetzt nur noch beten? Vielleicht. Nun greift eine Initiative vom Niederrhein genau zu diesem Mittel und startet an diesem Montag eine Gebetsreihe im Wallfahrtsort Kevelaer.

domradio.de: Was lässt Sie hoffen, dass Sie durch gemeinsames Beten an den kommenden Montagen im Advent etwas erreichen können, das sämtliche internationale Bemühungen um Syrien nicht geschafft haben?

Dr. Elke Kleuren-Schryvers (Ärztin, Vorsitzende der Stiftung Aktion pro Humanität und Mitorganisatorin der Gebetstreffen in Kevelaer):

Die Tatsache, dass sich politisch gar nichts bewegt, außer zunehmender Bombardements, der Auslöschung des östlichen Stadtteils von Aleppo und einer Gewalt ohne Einhalt, was die Humanität eigentlich gebietet, ist unser Antrieb. Von Rupert Neudeck haben wir gelernt, dass gerade in diesen Situationen eines noch helfen kann. Er hat selber die Erfahrungen mit den Grünhelmen gemacht, dass dann nur noch beten hilft. Den Himmel bestürmen, Sturm beten, so wie er das genannt hat. An diese verzweifelte Situation haben wir uns erinnert, als wir in der letzten Woche um die Situation der Menschen in Aleppo gehört haben, die in diesem östlichen Stadtteil leben.

domradio.de: Wie konkret sieht das aus? Wie organisieren Sie das? Was wird gebetet? Gibt jemand einen Text vor?

Kleuren-Schryvers: Wir werden an diesem Montag um 19.30 Uhr auf dem Kapellenplatz an der Friedenslichtstele, die aus Anlass der Interreligiösen Friedenswallfahrt im letzten Jahr noch von Rupert Neudeck eingeweiht wurde, treffen. Es gibt zu jedem Friedensgebet an den kommenden Adventsmontagen neue Texte, natürlich mit der gleichen Gebetsintention für die Menschen in Syrien, aber auch für die Welt, die im Krieg ist. Ziel ist es, endlich das zu erreichen, was Rupert Neudeck wollte, nämlich dass kein neuer Krieg ausbricht, sondern dass endlich Frieden einkehrt.

domradio.de: Wer beteiligt sich alles?

Kleuren-Schryvers: Es beteiligen sich alle Menschen guten Willens. Es beteiligen sich Menschen, die aus Kevelaer und der Umgebung kommen. Es beteiligen sich aber auch Menschen in der weiteren Welt, so zum Beispiel im Niger. Ich sprach gerade mit dem Erzbischof von Niamey. Dort werden sich die Menschen mit uns im Gebet für Syrien und alle anderen Länder im Krieg verbinden. Im westafrikanischen Benin werden sie das auch tun, ebenso in München. Also von mehreren Stellen unserer Welt aus werden wir miteinander verbunden sein. In Duisburg-Marxloh gibt es heute ja auch das Gebet der Religionen für den Frieden. Wir werden uns gleichfalls mit allen Betenden dort verbinden.

domradio.de: Wenn das Gebet am Abend vorüber ist, widmen Sie sich dann eine Woche lang erst einmal wieder anderen Dingen, bevor es in der kommenden Woche zum nächsten Gebet kommt? Oder gibt es Dinge, auch jenseits des Betens, mit denen Sie den Menschen in Syrien helfen wollen?

Kleuren-Schryvers: Es gibt natürlich über Christel Neudeck den Versuch und das Ringen darum, wie man Hilfe überhaupt noch ermöglichen kann. Im Augenblick sieht es sehr schwer aus. Dennoch stehen wir in Kontakt mit Menschen, die ihrerseits Kontakte nach Aleppo haben und insbesondere auch Wege dorthin kennen. Eine konkrete Hilfsaktion hat sich daraus aber noch nicht entwickelt. Wir werden sehen, was da in näherer Zukunft machbar ist. Ich bin zuversichtlich, dass wir Wege finden, vielleicht aber auch nur, einzelnen Menschen zu helfen. Denn die Situation ist derzeit so, dass man das im großen Stil gar nicht kann.

Das Interview führte Verena Tröster.

Quelle: Domradio. Mit freundlicher Erlaubnis der Chefredaktion von Domradio.

„Ein Lichtermeer für Aleppo“

Ein Lichtermeer für Aleppo heißt die Initiative, die sich jetzt in das Friedensgebet integriert. Es steckt die Idee dahinter, Menschen, die sich im Gebet verbinden, sichtbar werden zu lassen – vor allem für die Menschen in Aleppo. Wer mag, kann ein Licht anzünden und ein Bild davon an domradio.de unter der Adresse: [email protected] schicken. Die gesammelten Fotos werden auf domradio.de und auf Facebook unter www.facebook.de/domradio.de veröffentlicht. Sie sollen Mut machen, stäken und Hoffnung geben.


Im Juni diesen Jahres wurden von Argentinien aus durch Vermittlung von Schwester Guadalupe (Verbo Encarnado) zwei Bilder der Pilgernden Gottesmutter nach Syrien ausgesandt, darunter ein Bild für Kinder. Wir wissen nicht, wo die Pilgernde Gottesmutter jetzt genau ist, aber wir wissen, sie ist mitten unter den Menschen, zwischen Bomben, Trümmern und Tränen. Sie steht unter dem Kreuz ihres Sohnes.

Aussendung in Argentinien, in Gegenwart der Internationalen Auxiliar

 

Die Pilgernde Gottesmutter des Friedens und der Solidarität für Syrien und Irak

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