Veröffentlicht am 20. Januar 2015 In Dilexit ecclesiam

Seligsprechungsverfahren für Chiara Lubich wird eröffnet

ITALIEN, rd/mda. Am Dienstag, 27. Januar um 16.00 Uhr eröffnet Bischof Raffaello Martinelli von Frascati in der Kathedrale offiziell den Selig- und Heiligsprechungsprozess für Chiara Lubich, die Gründerin der Fokolar-Bewegung. Der Akt kann live im Internet verfolgt werden (www.focolare.org).

 

 

Die Nachricht über die Eröffnung des Prozesses wurde von Maria Voce, der Präsidentin der Fokolar-Bewegung, in einem Brief an alle Mitglieder der Bewegung öffentlich gemacht. In ihrem Brief lädt sie alle, die die Spiritualität der Einheit leben, ein, „lebendiges Zeugnis“ dessen zu sein, was Chiara gelegt, gekündet und geteilt hat in dem Bemühen, „gemeinsam heilig zu werden“.

Chiara Lubich verstarb am 14. März 2008 in Rocca di Papa bei Rom; der Antrag auf Eröffnung des Prozesses wurde von Maria Voce am 7. Dezember 2013 verkündet. Seitdem wurden die entsprechenden Schritte unternommen, bis jetzt die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses erfolgte.

Der 10. Juni 1999 – Besuch von Chiara Lubich in Schönstatt

Es war eine Begegnung in Schönstatt, die Geschichte geschrieben hat – und deren Tragweite man erst im Nachhinein zu ahnen begann. Die Rede ist vom Besuch von Chiara Lubich, Gründerin der Fokolar-Bewegung, und Dr. Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio, in Schönstatt am 10. Juni 1999.

Das große Treffen der Geistlichen Bewegungen mit Papst Johannes Paul II. an Pfingsten 1998, an dem dieser den Bewegungen die Verantwortung für die Neu-Evangelisierung auftrug und ihren Ort in der Kirche deutlich wie kaum je zuvor aufzeigte, hatte Schönstatt ein wenig verschlafen; es brauchte den Besuch der beiden Gründergestalten – der Papst hatte Chiara Lubich die Sammlung der Bewegungen als Aufgabe gegeben -, um Schönstatt, wie es in einem Artikel der Neuen Stadt, der Zeitschrift der Fokolar-Bewegung einmal hieß, „aus dem Dornröschenschlaf zu wecken“. Mit Erfolg! Im Miteinander der Bewegungen hat Schönstatt seit diesem Besuch seine Stärke einbringen können, die ihm aus der Bündnisspiritualität und den langjährigen Erfahrungen im hochgradig föderalen und freiwilligen Miteinander eigenständiger Gemeinschaften zuwachsen.

Und zugleich ist Schönstatt in der Begegnung mit anderer Spiritualität neu stolz geworden auf das Eigene, nicht zuletzt auf das marianische Profil, „das man zu früheren Zeiten manchmal etwas verschämt verstecken wollte“, wie es bei einer der Begegnungen einmal hieß. Und auch die Bedeutung des Gründers ist in diesen zehn Jahren der Begegnung und des Miteinander selbstverständlicher geworden. „Vitalität kommt nur aus der innigen Verbundenheit mit dem Gründer“ – das war einer der Schlüsselsätze bei der Begegnung im Jahr 1999.

Eine Verbundenheit mehr

Von Redaktion und Lesern von schoenstatt.org geht ein herzlicher Glückwunsch an die Fokolar-Bewegung zu diesem Schritt. Und jetzt gibt es etwas mehr, das die beiden Bewegungen verbindet  – beide haben nun ihren jeweiligen Gründer im Prozess der Seligsprechung, und beide sind gerufen, durch konkretes Tun lebendiges Zeugnis zu geben und zu sein für deren Heiligkeit.

 

Original: Spanisch. Übersetzung: M. Fischer, schoenstatt.org

Wer ist Chiara Lubich?