Veröffentlicht am 6. Mai 2019 In Franziskus - Botschaft, Synode 18

Christus lebt. Er ist unsere Hoffnung, und er ist die schönste Jugend dieser Welt.

CHRISTUS VIVIT. Der Brief von Papst Franziskus an die Jugend, Redaktion schoenstatt.org

“Christus lebt. Er ist unsere Hoffnung, und er ist die schönste Jugend dieser Welt. Alles, was er berührt, verjüngt sich, wird neu, füllt sich mit Leben. Er lebt und er will, dass du lebendig bist!“, so beginnt das nachsynodale Apostolische Schreiben „Christus vivit“ (Christus lebt), das von Papst Franziskus am 25. März 2019 in Marienheiligtum von Loretto unterzeichnet und  am 2. April im Vatikan veröffentlicht wurde.

Das Schreiben in Form eines Briefes ist das Ergebnis der Synode über Jugend, Glauben und Berufungsentscheidung, die vom 3. bis 28. Oktober 2018 stattfand. Papst Franziskus betont, dass er sich beim Verfassen dieses Schreibens von seinen Debatten und den Schlussfolgerungen des Abschlussdokuments inspirieren ließ.

Es ist ein umfangreiches Dokument mit 299 Punkten, das in 9 Kapiteln verteilt ist und sich auf verschiedene Themen konzentriert. Unter ihnen finden wir folgendes:

  • eine junge Kirche, die sich erneuert
  • die Heterogenität der Jugend
  • Maria als Bezugspunkt für junge Menschen
  • Jugend in einer Welt in der Krise
  • Migranten
  • die Probleme junger Menschen
  • sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
  • Jugend als Zeit der Unterscheidung der Berufung
  • die Beziehung zwischen Jung und Alt
  • Jugendpastoral
  • die Berufung zur Ehe und die Berufung zum geweihten Leben.

Es ist ein Dokument, das sich besonders an die Jugendlichen der Kirche richtet, aber auch an das ganze Volk Gottes.

Der Papst gibt einen kurzen Überblick über den Weg, der bis zu diesem Dokument gegangen worden ist:

“Ich habe mich von den reichhaltigen Überlegungen und Gesprächen der Synode im vergangenen Jahr anregen lassen. Ich kann hier nicht alle diese Beiträge aufnehmen; sie sind im Abschlussdokument nachzulesen. Ich habe mich aber bemüht, bei der Abfassung dieses Schreibens die Vorschläge aufzunehmen, die mir am bedeutsamsten erschienen. So wird mein Wort durch die Tausenden von Stimmen der Gläubigen aus aller Welt bereichert, die ihre Gedanken in die Synode eingebracht haben. Auch die nichtglaubenden jungen Menschen, die mit ihren Überlegungen teilnehmen wollten, haben Problemkreise zur Sprache gebracht, die für mich neue Fragen aufgeworfen haben (3)”.

WJT Panama 2019, Aussendung

Der Brief des Heiligen Vaters in 10 Sätzen…. aus einem Blick“im Bündnis“

Was sind die 10 Sätze, die uns am meisten berühren, uns als junge und im Herzen jung gebliebene Schönstätter, Apostel, Missionare, uns, die wir uns von der Stimme des Heiligen Vaters, aber auch von der Stimme der Jugend Chiles in ihrem „Brief der Jugend“ ansprechen und hinterfragen lassen?

  1. Alles, was er berührt, verjüngt sich, wird neu, füllt sich mit Leben. (1)

    Was muss Christus in unserem, in meinem Schönstatt berühren, damit es jung, neu wird?
  2. Ich habe mich von den reichhaltigen Überlegungen und Gesprächen der Synode im vergangenen Jahr anregen lassen.… So wird mein Wort durch die Tausenden von Stimmen der Gläubigen aus aller Welt bereichert, die ihre Gedanken in die Synode eingebracht haben. (3)

    Wie können wir uns von den Überlegungen, dem Dialog, den Erfahrungen der Synode und der Jugend unserer eigenen Bewegung inspirieren lassen, wo und wie treten wir in einen aufrichtigen Dialog ein, in eine gegenseitige Inspiration, die über das „Gefällt mir“ oder die apllaudierenden Hände in den sozialen Netzwerken hinausgeht?

  3. Jesus ist die wahre Jugend einer alt gewordenen Welt. In seiner Nähe können wir aus der wahren Quelle trinken, die unsere Träume, unsere Pläne, unsere großen Ideale am Leben hält und uns drängt zu verkünden, was das Leben lebenswert macht.(32)

    Welche Träume, Projekte und Ideale treiben uns heute konrekt an und versetzen uns in heilige Unruhe?
  1. Bitten wir den Herrn, er möge die Kirche von denen befreien, die sie alt machen, sie auf die Vergangenheit festnageln, bremsen und unbeweglich machen wollen. (35) 

    Wo erleben wir etwas oder jemanden, der versucht, die Flexibilität, die Mobilität, die Neuheit unseres Schönstatts zu blockieren und festzuschreiben, wo sehen wir, dass freie Initiativen blockiert werden, wo erleben wir das Gewicht der Institution, wo fallen wir selbst in das „Es war schon immer so“?

  2. Wir Mitglieder der Kirche dürfen keine seltsamen Gestalten sein. Zugleich müssen wir allerdings den Mut haben, anders zu sein, andere Träume zu zeigen, die die Welt nicht geben kann, und Zeugnis zu geben für die Schönheit der Großherzigkeit, des Dienstes, der Reinheit, der Stärke, der Vergebung, der Treue zur eigenen Berufung, des Gebets, des Kampfes für die Gerechtigkeit und für das Gemeinwohl, der Liebe für die Armen und der sozialen Freundschaft. (36)

    In welchen Projekten und Initiativen bezeugen wir die Schönheit von Großzügigkeit, Dienst, Reinheit, Kraft, Vergebung, Treue zur eigenen Berufung, Gebet, Kampf für Gerechtigkeit und Gemeinwohl, Liebe zu den Armen, soziale Freundschaft?
  3. Marias Ja war das „Ja“ eines Menschen, der sich einbringen und Risiken eingehen will und alles auf eine Karte setzen will, mit keiner anderen Garantie als der Gewissheit, Trägerin einer Verheißung zu sein. Und ich frage einen jeden von euch: Fühlt ihr euch als Träger einer Verheißung? Welche Verheißung trage ich im Herzen, für die ich mich einsetzen muss? (44) 

    Fühlen wir uns als Träger einer Verheißung? In unserem Projekt, in unserer Gemeinschaft, in unserem Heiligtum? Welche Verheißung tragen wir im Herzen, für die wir uns einsetzen müssen?

  4. Es stimmt, beispielsweise, dass du in der digitalen Welt der Gefahr der Selbstverschlossenheit, Isolation oder des leeren Vergnügens ausgesetzt bist. Aber vergiss nicht, dass es junge Menschen gibt, die auch in diesen Bereichen kreativ und manchmal brillant sind. (104)Wie bewegen wir uns in der digitalen Welt, was tun wir, um die Räume der digitalen Welt, vom Internet bis zu unseren Handys, mit Bündniskultur,  mit guten Nachrichten und realen Geschichten über das Leben im Bündnis zu füllen?
  5. Über die Jungen zu sprechen, bedeutet, über Verheißungen zu sprechen, und es bedeutet, über die Freude zu sprechen. Die jungen Leute besitzen eine solch ungeheure Kraft, ihr Blick zeugt von einer solch großen Hoffnung. Ein junger Mensch ist eine Verheißung des Lebens, gepaart mit einer gewissen Beharrlichkeit; er ist verrückt genug, sich einer Illusion hinzugeben, und zugleich in der Lage, sich von den Enttäuschungen zu erholen, die daraus erwachsen können. (139) 

    Wo finden wir junge Menschen oder Menschen mit jugendlichem Herzen mit dieser Kraft, Hoffnung, Zähigkeit und Verrücktheit?

  6. Verwechselt das Glück nicht mit einem Sofa und verbringt nicht euer ganzes Leben vor einem Bildschirm. Gebt auch nicht das traurige Spektakel eines verlassenen Fahrzeugs. Seid nicht wie abgestellte Autos, lasst lieber eure Träume aufblühen und trefft Entscheidungen. Setzt etwas aufs Spiel, auch wenn ihr Fehler machen werdet. Seid nicht bloße Überlebende mit einer narkotisierten Seele und schaut nicht die Welt an, als ob ihr Touristen wärt. Lasst von euch hören! Werft die Ängste, die euch lähmen, über Bord, damit ihr euch nicht in jugendliche Mumien verwandelt. Lebt! Widmet euch dem Besten des Lebens! Öffnet die Käfigtür und fliegt hinaus! Geht bitte nicht schon vorzeitig in den Ruhestand.  (143) 

    Wo können und wollen wir denKäfig öffnen und herausfliegen, um Durcheinander zu machen?

  7. Wartet nicht bis morgen, um mit eurer Energie, eurem Wagemut und eurer Kreativität an der Verwandlung der Welt mitzuwirken. Euer Leben ist nicht ein „in der Zwischenzeit“. Ihr seid das Jetzt Gottes, der euch fruchtbar will. (178)Wo schläfern wir uns ein mit dem „Schönstatt ist nicht für heute, sondern für morgen“? Wo könnten und müssten wir konkret uns noch mehr hineinstürzen ins Heute Gottes?

Der Papst schließt mit dem Wunsch: “ Liebe junge Menschen, es wird meine Freude sein, euch schneller laufen zu sehen als jene, die langsam und ängstlich sind. Lauft »angezogen von jenem so sehr geliebten Antlitz, das wir in der heiligsten Eucharistie anbeten und im Fleisch der leidenden Brüder und Schwestern erkennen. Der Heilige Geist möge euch bei diesem Lauf antreiben. Die Kirche bedarf eures Schwungs, eurer Intuitionen, eures Glaubens. Wir brauchen das! Und wenn ihr dort ankommt, wo wir noch nicht angekommen sind, habt bitte die Geduld, auf uns zu warten.”

Wir schließen mit dem Wunsch nach viel Dialog über dieses Schreiben, mit Zeugnissen und Kommentaren, mit alternativen „10 Sätzen“ – und einem immer jüngeren Schönstatt in einer jungen, von Christus berührten Kirche. Er lebt.

Christus vivit – Vollständiger Text

 

JMJ Panamá 2019

Fotos: Panama 2019/Christian Urriola

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