Veröffentlicht am 20. April 2019 In Franziskus - Botschaft

Jesus, hilf uns, dein Kreuz in allen Kreuzen der Welt zu sehen

PAPST FRANZISKUS, Redaktion •

Am Ende des Kreuzweges im römischen Kolosseum am Karfreitag hat Papst Franziskus ein ganz schlichtes, berührendes Gebet gesprochen, in dem er den Herrn bat, uns zu helfen, sein Kreuz in allen Kreuzen der Welt zu sehen.—

Es ist eine Einladung zum Realen, zum Konkreten, dazu die Nachrichten in Fernsehen und Zeitungen sowie das, was in der eigenen Umgebung geschieht, mit dem Kreuz Christi zu verbinden, Namen und Bilder auf jede Zeile dieses Gebets zu setzen, das aus dem Glauben und aus dem wirklichen Leben kommt.Und das auch nach dem Karfreitag und in dieser österlichen Zeit.

Eine Einladung, sich zu fragen, in der Stille vor dem Kreuz Christi, wo Schönstatt, oder besser gesagt, wo Schönstätter mit gemeinsamen oder persönlichen Projekten, mit Werken der Barmherzigkeit, Jesus in seinem Kreuzweg, in den Kreuzen der Welt begegnen. Und wo man persönlich in Gebet, Werken und Almosen dieses Kreuz mittragen könnte.

Herr Jesus, hilf uns, in deinem Kreuz alle Kreuze der Welt zu sehen;

das Kreuz der Menschen, die nach Brot und Liebe hungern;

das Kreuz der Menschen, die  allein und von ihren eigenen Kindern und Verwandten verlassen sind;

das Kreuz der Menschen, die nach Gerechtigkeit und Frieden dürsten;

das Kreuz der Menschen, die nicht den Trost des Glaubens haben;

das Kreuz der älteren Menschen, die unter dem Gewicht von Jahren und Einsamkeit kriechen;

das Kreuz der Migranten, die die Türen wegen der Angst und der durch politische Berechnungen verriegelten Herzen geschlossen finden;

das Kreuz der Kleinen, verwundet in ihrer Unschuld und Reinheit;

das Kreuz der Menschheit, das in der Dunkelheit der Ungewissheit und in der Dunkelheit der Kultur des Augenblicks wandert;

das Kreuz der Familien, die durch Verrat, durch die Verführung des Bösen oder durch die mörderische Leichtigkeit des Egoismus zerbrochen werden;

das Kreuz der geweihten Personen, die unermüdlich versuchen, euer Licht in der Welt zu tragen, und die sich verstoßen, verspottet und gedemütigt fühlen;

das Kreuz der geweihten Personen, die auf ihrem Weg ihre erste Liebe vergessen haben;

das Kreuz eurer Kinder, die, indem sie an euch glauben und versuchen, nach eurem Wort zu leben, selbst von ihren Verwandten und Mitschülern ausgegrenzt und verworfen werden;

das Kreuz unserer Schwächen, unserer Heuchelei, unseres Verrats, unserer Sünden und unserer vielen gebrochenen Zusagen;

das Kreuz seiner Kirche, das treu zu seinem Evangelium bemüht ist, seine Liebe auch unter die Getauften selbst zu tragen;

das Kreuz der Kirche, seiner Braut, die sich ständig innerlich und äußerlich angegriffen erlebt;

das Kreuz unseres gemeinsamen Hauses, das unter unseren egoistischen Augen und unserer Gier nach Macht und Wohlstand regelrecht zugrunde geht.

Herr Jesus, belebe in uns die Hoffnung auf die Auferstehung und auf deinen endgültigen Sieg gegen alles Böse und jeden Tod, Amen!

Es ist auch ein Moment, an die Botschaft des Papstes auf dem Kreuzweg beim Weltjugendtag 2019 in Panama zu erinnern, wo er uns in gleicher Weise ermutigte, den Kreuzweg Jesu in den Schmerzen und Ungerechtigkeiten so vieler Menschen in der heutigen Welt zu sehen.

Der Kreuzweg deines Sohnes geht heute weiter …

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