Veröffentlicht am 26. Januar 2019 In Franziskus - Botschaft, WJT 2019

Die Botschaften von Papst Franziskus am ersten Tag des Weltjugendtags in Panama

JMJ PANAMA, Mensajes del Papa Francisco 24.01.2019, María Fischer•

„Ich habe gerade die Worte des Papstes an die Bischöfe von Mittelamerika gehört. Das sind Worte, die wir nachlesen, durchbeten und deren Botschaft wir entdecken müssen, um sie zu verkörpern. Das war nicht nur für Bischöfe, sondern auch für Laien, die in irgendeiner pastoralen Funktion tätig sind“, so Ana Maria Ghiggi vom Team von schoenstatt.org nach der Live-Übertragung der Begegnung von Papst Franziskus am 24. Januar mit den Bischöfen Mittelamerikas. Hier sind diese Botschafen zum Nachlesen, Beten und Entdecken, um die Botschaften von Franziskus vom 24. Januar in Panama uns zu eigen zu machen und sie im Leben umzusetzen.—

„Nachhaltigkeit, die aus der Fähigkeit entsteht, Bindungen und Bündnisse zu schaffen.“

Nach einem Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten der Republik, Juan Carlos Varela Rodríguez, und der First Lady, Lorena Castillo, im Palacio de las Garzas, traf sich Papst Francisco ab 10:40 Uhr im Palacio Bolívar, dem Sitz des Außenministeriums, mit nationalen Autortäten, Vertretern von Exekutive, Legislative und Judikative sowie Mitgliedern des Diplomatischen Corps, religiösen Führern, Persönlichkeiten aus den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Politik, Kultur, Bildung und weiteren Gästen.

Wegen seiner privilegierten Lage stellt Ihr Land nicht nur für die Region, sondern für die ganze Welt einen strategischen Ort dar. Als Brücke zwischen den Ozeanen und naturgegebenes Land für Begegnungen ist Panama, der schmalste Staat auf dem ganzen amerikanischen Kontinent, ein Symbol für die Nachhaltigkeit, die von der Fähigkeit herrührt, Verbindungen und Bündnisse herzustellen. Diese Fähigkeit zeichnet das Herz des panamaischen Volkes aus.

Vollständiger Text der Ansprache bei der Begegnung mit Vertretern des Öffentlichen Lebens, 24.01.2019

“Mit der Kirche fühlen – Sentire cum Ecclesia”

Nach dem Treffen mit den Politikern, dem diplomatischen Korps und Vertretern der Gesellschaft ging der Papst in die Kirche des hl. Franziskus von Assisi, um an dem Treffen mit den Bischöfen des SEDAC teilzunehmen.
Bei seiner Ankunft wurde der Papst vom Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa Mendieta, und vom Präsidenten der Mittelamerikanischen Bischofskonferenz (SEDAC),  José Luis Escobar Alas, empfangen. Im Namen der SEDAC leitete Bischof Escobar Alas die Begrüßung des Heiligen Vaters. Dann sprach der Heilige Vater zu den Bischöfen. Deutlich, brüderlich, konkret und mit einer starken Orientierung an Oscar Romero.
Das Treffen des Papstes mit den mittelamerikanischen Bischöfen endete mit einem herzlichen, persönlichen Gruß und dem offiziellen Foto.

„Die Rede des Papstes an die mittelamerikanischen Bischöfe, verflochten mit Zitaten des heiligen Oscar Romero, bietet den Schlüssel zum Verständnis der Botschaft für den Weltkommunikationstag und das Treffen zum Schutz von Minderjährigen im Februar“, erklärt Andrea Tornielli, Direktor der Redaktionsleitung des Dikasteriums für Kommunikation. „‚Mit der Kirche fühlen‘, Sentire cum Iglesia,  war das  Bischfsmotto des heiligen Oscar Arnulfo Romero, Erzbischof von San Salvador, der von Todesschwadronen umgebracut wurde, als er am Altar die heulige Messe feierte. Dies ist der rote Faden der klaren Rede, die Papst Franziskus den mittelamerikanischen Bischöfen in der Kirche St. Franziskus von Assisi in Panama-Stadt während seines ersten Tages der öffentlichen Verpflichtungen seiner Reise zum Weltjugendtag 2019 gehalten hat. Wieder einmal hat der Papst eine Art Ausweis des Seelsorgers ausgestellt, der Hinweise darauf gibt, wie man die aktuelle Situation der Kirche lesen kann“.

Ich freue mich, unter diesen prophetischen Früchten der Kirche in Mittelamerika die Figur des heiligen Óscar Romero hervorzuheben, den ich vor kurzem im Rahmen der Bischofssynode über die jungen Menschen heiligsprechen durfte. Sein Leben und seine Lehre sind eine Inspirationsquelle für unsere Kirchen und, in besonderer Weise, für uns Bischöfe. Auch sein Name war berüchtigt, er wurde in den privaten Unterhaltungen vieler Bischöfe verdächtigt, exkommuniziert.
Das Motto, das er für sein bischöfliches Wappen gewählt hat und das auf seinem Grabstein steht, drückt das Prinzip seiner Inspiration und sein Leben als Hirt aus: „Sentire cum Ecclesia“ – „Mit der Kirche fühlen“. Ein Kompass, der sein Leben in Treue ausrichtete, auch in den turbulentesten Momenten.
Dies ist ein Vermächtnis, das zu einem aktiven und lebensspendenden Zeugnis für uns werden kann, die wir ebenso aufgerufen sind zur märtyrergleichen Hingabe im täglichen Dienst an unseren Völkern. Auf dieses Vermächtnis möchte ich mich für diese Überlegungen stützen: „sentire cum Ecclesia“.

Vollständiger Text der Ansprache von Papst Franziskus an die mittelamerikanischen Bischöfe

Einander zuhören, und zuzuhören, indem wir einander ergänzen

Schließlich traf der Papst die Jugendlichen bei der Begrüßungs- und Eröffnungszeremonie des Weltjugendtages im Lager Santa Maria de la Antigua-Cinta Costera mit 350.000 Teilnehmern, so die Information der Fuerza de Tarea Conjunta Interagencial San Miguel Arcángel (FTC).

Wieder einmal änderte der Papst das Protokoll, als er mit dem offenen Papamobil anstelle des geplanten geschlossenen Autos ankam.
Die Veranstaltung begann mit einem Grußwort von José Domingo Ulloa Mendieta, Erzbischof von Panama, an den Heiligen Vater.

Indem er mehrfach vom vorbereiteten Text abwich, erinnerte der Papst an die Jugendsynde und machte den Jugendlichen Mut, eine Kultur der Begegnung zu schaffen, auch mit denen, „die nicht GCU sind“, „Leute wie unsereiner“, eine klassische Redensart in Lateinamerika. Sie sollten den Mut haben, auf den Ruf Gottes zu antworten wie Maria, und wie sie in diesen Tagen immer wieder singen: Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.“

Wir wollen gemeinsam mit euch die unablässige Neuheit und Jugendlichkeit der Kirche entdecken und erwecken, indem wir uns immer für diese Gnade des Heiligen Geistes öffnen, der oftmals ein neues Pfingsten bewirkt (vgl. Jugendsynode, Abschlussdokument, 60). Und das ist nur möglich, wenn wir uns, wie vor Kurzem bei der Synode, aufschwingen, voranzuschreiten, indem wir einander zuhören, und zuzuhören, indem wir zusammenkommen. Wir sollten ein Zeugnis geben können, indem wir den Herrn durch den Dienst an unseren Brüdern und Schwestern verkünden; in einem konkreten Dienst, versteht sich. Es ist keine Liebhaberei, sondern ein konkreter Dienst.

Vollständiger Text der ersten Ansprache an die Jugend der Welt beim WJT Panama 2019

Tamara Suiza/panama2019

Original: Spanisch, 24.01.2019, Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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