Veröffentlicht am 2016-07-13 In Franziskus - Botschaft, Kampagne

Die Pilgernde Gottesmutter des Friedens und der Solidarität für Syrien und Irak

ARGENTINIEN/SYRIEN/IRAK, von Cristina White •

Schwester María Guadalupe IVE, Argentinierin und Missionarin des „Instituts des FleischgewordenenWortes“,  ist seit fünf Jahren in Aleppo in Syrien apostolisch tätig. In den letzten Monaten war sie in Argentinien und gab an verschiedenen Orten Zeugnis von ihren Erfahrungen. Es ist schwer, von der erschütternden Realität des Krieges zu hören und von ihrer eigenen tragenden Rolle im Dienst an den Menschen inmitten des Leids und der Gräueltaten, die sie als Genozid bezeichnet. Sie zu hören verursacht ein heftiges inneres Beben, und zwar so, dass man sich ihrer Botschaft und ihrer Bitte um Gebet und Mitarbeit für die Beendigung des Krieges nicht entziehen kann.

Am vergangenen 5. Juli bat der Heilige Vater in einer Botschaft an die ganze Welt, für den Frieden in Syrien zu beten, in Verbindung mit dem Jahr der Barmherzigkeit. Das Heiligtum von Fatima griff diesen Aufruf sofort auf und widmete den Tag der internationalen Wallfahrt am Wochenende diesem Anliegen. „Die Pilgernde Gottesmutter für Syrien müsste bereits in Aleppo sein,“ sagt Mercedes MacDonough, „oder bald dort ankommen. Das ist unsere Antwort als Kampagne.“

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1. Juni, Heiligtum Confidentia, Buenos Aires: Isa Ubierna mit den Bildern der Pilgernden Gottesmutter für Syrien und Irak

Isa Ubiernas Bitte

Es war providentiell, als Isa Ubierna aus der Schönstatt-Bewegung uns Mitte Mai in Buenos Aires um zwei Bilder der Pilgernden Gottesmutter und zwei kleinere Bilder (für Kinder) bat, um sie Sr. Guadalupe zu überreichen, die sie dorthin bringen würde, wo sie selbst und ihre Mitschwestern im syrisch-irakischen Krieg arbeiten. Am 1. Juni wurden diese Gründungs-Peregrinas im Confidentia-.Heiligtum in Buenos Aires an Isa Ubierna übergeben.

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Cristina White, P. Manuel Lopez Naón

Übergabe am 27. Juni, dem Jahrestag des Todes von Don João Pozzobon

Seit diesem Tag bis zum 27. Juni – Jahrestag des Todes von João Pozzobon – waren diese Bilder für Syrien in der Kapelle des Krankenhauses Mater Dei, wo sie mit Gebeten und Beiträgen zum Gnadenkapital „aufgeladen“ wurden. Nach einem Vortrag, den Sr. Guadalupe in der Kapelle Sankt Martin von Tours gehalten hatte, wurden ihr an diesem Tag die Bilder der Pilgernden Gottesmutter übergeben; der Termin war geplant worden, ohne daran zu denken, dass das Datum mit dem Jahrestag des Todes von Don João Pozzobon zusammenfiel. Die Dritte Internationale Auxiliar war dabei, und die Übergabe war sehr bewegend.

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Solidarische Erabeitung der Bilder der Pilgernden Gottesmutter für Syrien und Irak in der Kapelle des Mater Dei-Krankenhauses

Ein Netzwerk von Herzen, verankert in den Herzen Jesu und Mariens

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Oft sind wir traurig und fühlen uns machtlos gegenüber den Katastrophen, die die Kriege verursachen. Pater Kentenich hat immer gesagt, dass Schönstatt  ein Kriegskind sei. Als er zwischen 1947 und 1952 nach Lateinamerika kam, war er auf der Suche nach „Verbündeten, die den Triumphwagen der Gottesmutter ziehen würden“. Er sah in den großen Kämpfen Möglichkeiten für Sie, die große Siegerin, ihre Macht als siegreiche Königin zu zeigen und die Realität des Liebesbündnisses zu bekräftigen, die sich zeigt in der Größe der Schwierigkeiten, Kleinheit der Werkzeuge und dem Ausmaß der übernatürlichen Früchte.

Heute haben wir durch die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter die Möglichkeit, diese universelle Fruchtbarkeit zu bestätigen, indem wir Protagonisten, Mitarbeiter in diesem Kreuzzug der Liebe und des Friedens sind und ihren Siegeszug unterstützen durch unser Gebet und unseren Einsatz. „Mutter: nichts ohne dich, nichts ohne uns“. Wenn wir aus ganzem Herzen uns im Bündnis täglich weihen für alle, die Sie an Orten des Krieges besucht, wenn wir sie in unser tägliches Opfer einschließen, wenn wir sie in unserem Herzen bewusst umarmen, wird Sie, der große Missionar, Wunder wirken.

Unsere leidenden Brüder und Schwestern brauchen uns, um die Gnaden aus dem Heiligtum zu bekommen, damit sie zu starken, freien und übernatürlichen Männern, Frauen und Kindern erzogen werden und dieses Inferno in einen Himmel in ihrem Herzen verwandeln können. Das Herz kennt weder Grenzen noch Entfernungen. Don João hatte ein offenes Herz für die Welt und für die Kirche. Aus seinem Bündnis und seiner Sendung lebte er das Geheimnis der Gemeinschaft der Heiligen in all seinen Dimensionen. Es geht darum, wie Pater Esteban Uriburu immer wiederholte, ein Netzwerk der Herzen zu knüpfen, die in den Herzen Jesu und Mariens verankert sind. Ein inneres Netz, das von der Liebe Gottes getragen und genährt wird, ist unbesiegbar und – durch dieses Netz sind wir alle miteinander verbunden.

Solidarisches Bündnis

Leben in dieser Haltung macht die Solidarität der Anliegen so real, dass es uns antreibt, die Tausende von Brüdern und Schwestern, die von der Pilgernden Gottesmutter weltweit besucht werden, als ein Feld des Apostolates zu sehen, das in der Kraft des Liebesbündnisses und der Vereinigung unserer Kleinheit mit der göttlichen Allmacht eine echte Revolution der Herzen bewirkt, einen Triumph der Liebe und der Barmherzigkeit des Vaters.

Diese Bilder der Pilgernden Gottesmutter, die nach Syrien und Irak aufgebrochen sind, mögen unsere Herzen bewegen, damit wir sie begleiten bei einer neuen Heimsuchung Mariens in diesen Ländern.

Mit Maria hoffnungsfreudig und siegesgewiss in die neueste Zeit.”

Vollständiger Text der Videobotschaft von Papst Franziskus

Liebe Brüder und Schwestern,

Heute möchte ich mit Euch über etwas sprechen, was mein Herz sehr bedrückt: über den Krieg in Syrien, der jetzt schon fünf Jahre andauert. Er bedeutet eine Situation unsagbaren Leids und seine Opfer sind die Menschen in Syrien, die dazu gezwungen sind, unter dem Bombenhagel zu überleben oder Fluchtwege in andere Länder oder in weniger kriegsgebeutelte Regionen Syriens zu finden: die Haus und Heim, die alles verlassen müssen… Ich denke auch an die christlichen Gemeinschaften, denen meine volle Unterstützung gilt bei all den Diskriminierungen, die sie ertragen müssen.

Daher wende ich mich an alle Gläubigen und mit der Caritas Engagierten, am Aufbau einer gerechteren Gesellschaft mitzuwirken. Während die Menschen leiden, werden Unmengen an Geld für Waffenlieferungen an die sich bekämpfenden Parteien ausgegeben. Und manche der Länder, die diese Waffen liefern, gehören gleichzeitig zu jenen, die vom Frieden reden. Wie kann man jemandem Glauben schenken, der dich mit der rechten Hand streichelt, während er dich mit der linken schlägt?

Ich ermutige alle, Erwachsene und junge Menschen, das Heilige Jahr der Barmherzigkeit mit Begeisterung zu leben, um Ungleichheiten zu überwinden und mit Nachdruck zu verkünden, dass Frieden in Syrien möglich ist! Frieden in Syrien ist möglich!

Dazu aber sind wir aufgerufen, jenes Wort Gottes zu leben, in dem Er sagt: “Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Spruch des Herrn –, Pläne des Heils und nicht des Unheils, denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.” (Jeremiah, 29,11)

Ich lade dazu ein, für den Frieden in Syrien und für dessen Menschen zu beten, in Vigilien, bei bewusstseinsbildenden Initiativen in Gruppen, Pfarrgemeinden und in Gemeinschaften, um die Botschaft des Friedens zu verbreiten, eine Botschaft der Einheit und der Hoffnung.

Werke des Friedens werden dann dem Gebet folgen. Ich lade euch dazu ein, an jene, die in Friedensverhandlungen involviert sind, zu appellieren, diese Vereinbarungen ernst zu nehmen und alle Anstrengungen zu unternehmen, der humanitären Hilfe Zugang zu verschaffen.

Jeder muss erkennen, dass es für Syrien keine militärische Lösung gibt, sondern nur eine politische. Die internationale Gemeinschaft muss daher die Friedensgespräche dahingehend unterstützen, dass sie zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit führen.

Lasst uns daher unsere Kräfte, auf allen Ebenen, bündeln, um dafür zu sorgen, dass Frieden in Syrien möglich wird.

Das wird wirklich ein großes gelebtes Beispiel von Barmherzigkeit und Liebe zum Wohl der ganzen internationalen Gemeinschaft sein.

Möge der Herr euch segnen und die Heilige Mutter Maria euch schützen.

Ich danke euch.

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Übergabe am 27.06.2016

Text der Videobotschaft: vatican.va

Original: Spanisch. Übersetzung: Norbert Jehle, Memhölz, Deutschland

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