Veröffentlicht am 14. Juni 2015 In Franziskus - Botschaft

Aus dem Charisma kein Museum machen

Alle Stände der Kirche und viele andere außerhalb, ob gläubig oder nicht, haben die klaren, Hoffnung machenden und zugleich motivierenden Worte von Franziskus erhalten, die Verantwortung wahrzunehmen, die wir alle haben, eine Welt nach dem Willen Gottes zu bauen, in der Kraft des Heiligen Geistes und auf dem Weg Christi. Kardinäle und Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen, Novizen und Seminaristen, Familien, Jugendliche und Alte, Gemeinschaften und Institutionen haben diese Empfehlung erhalten, hinaus „auf die Straße“ zu gehen, um eine Hoffnung zu bringen, nicht eine utopische, sondern eine Hoffnung in konkreten Taten, in Projekten der Evangelisierung des Menschen, wo immer er sei, und wenn er an der „Peripherie“ ist, dann genau dort und mit allen damit verbundenen Risiken und Gefahren. Ich ziehe eine verunglückte Kirche, die hinausgegangen ist, um zu dienen, einer aus Selbstbezogenheit kranken vor, wiederholt er immer wieder. Zeugnis all dessen ist der Bereich von schoenstatt.org, in dem Woche für Woche Texte ausgewählt werden, die uns auf unserer eigenen Wallfahrt anregen. Und kein Zweifel, da wir Kirche sind, sind diese Worte auch an uns gerichtet. Wie mag unser Vater sich an diesem missionarischen Impuls freuen, der uns aus dem Herzen der Kirche selbst geschenkt wird! (P. José María García)


Um den Anderen dabei zu helfen, auf dem Weg der Annäherung an den Herrn zu wachsen, im Glauben zu wachsen, muss man die Güte und Zärtlichkeit Gottes am eigenen Leib erfahren. Diese Erfahrung ist der Beginn des Weges, den ihr geht. Wenn ihr seht und wenn euch bewusst wird, dass Gott in eurem Leben überaus gut, zärtlich, barmherzig war, dann möchte diese Erkenntnis »hinaus«, dann will sie auch die anderen erreichen! Der Herr will uns begegnen, der Herr will bei uns wohnen, unser Freund und Bruder sein, unser Lehrmeister, der uns den Weg zeigt, auf dem wir zur Glückseligkeit gelangen. Er verlangt keine Gegenleistung von uns; er bittet uns nur, ihn anzunehmen, weil die Liebe Gottes ungeschuldet, reine Gabe ist. Das ist wichtig!

Audienz für die Cursillo-Bewegung, 30.04.2015

Er vergisst nie, aber wir vergessen unsere Begegnung mit Jesus. Das wäre eine schöne Aufgabe für zu Hause: darüber nachzudenken, wann ich wirklich die Nähe des Herrn gespürt habe, als ich gespürt habe, dass ich mein Leben ändern oder mich bessern oder einer Person vergeben muss, als ich gespürt habe, dass er Herr mich um etwas bat, und damit, wann ich dem Herrn begegnet bin. Denn unser Glaube ist eine Begegnung mit Jesus. Gerade das ist das Fundament des Glaubens: Ich bin Jesus begegnet wie Saulus, so wie es der Abschnitt aus der Apostelgeschichte in der Tageslesung berichtet. Wenn einer also sagt, dass er sich an die Begegnung mit dem Herrn nicht erinnert, dann wird es Zeit, um die Gnade zu bitten: »Herr, wann habe ich dich bewusst gefunden? Wann hast du mir etwas gesagt, das mein Leben verändert hat oder das mich eingeladen hat, jenen Schritt im Leben zu tun?« Das ist ein schönes Gebet, betet es jeden Tag! Und wenn du dich dann erinnerst, dann freue dich über diese Erinnerung, die eine Erinnerung der Liebe ist. Eine weitere schöne Aufgabe wäre, das Evangelium in die Hand zu nehmen und die vielen Begebenheiten zu lesen, die es dort gibt, um zu sehen, wie Jesus den Menschen begegnet, wie er die Apostel erwählt und vielleicht zu bemerken, dass manche Begegnungen der meinen ähneln. Denn jeder hat seine persönliche Begegnung.“

Messe in Santa Marta, 24. 4. 2015

Es ist wirklich eine schöpferische Arbeit gegenüber einem Schulsystem, das im Allgemeinen nicht in der Lage ist, zu reagieren; es gibt Ausnahmen, doch zumindest das, was ich aus Lateinamerika und etwas aus Afrika kenne, nicht. Dieser Ansatz öffnet Horizonte, ist kreativ … Darüber hinaus diese Ausbildung im Sinne der Koordination der drei Sprachen, der Sprache des Verstandes, der Sprache des Herzens und der Sprache der Hand, der Arbeit, und das koordiniert … Das Geheimnis liegt in der menschlichen Person und in Gott, Gott sät im Menschenherzen so viele Möglichkeiten, und wenn eine Gesellschaft Gott verbirgt und ihn aus der Mitte der menschlichen Person entfernt, dann enden wir bei einer Wegwerfkultur. Und darum involviere ich mich so in diesen Dingen.

23.04.2015, Vorstellung der zweiten Phase der Scholas Occurrentes

Die Welt mit den Augen des Schöpfergottes sehen: die Erde ist der Lebensraum, den es zu verteidigen, und der Garten, den es zu gestalten gilt. Die Beziehung der Menschen mit der Natur steht nicht unter dem Zeichen von Gier, Manipulation und Ausbeutung, sondern darin, dass er die göttliche Harmonie zwischen den Geschöpfen und der Schöpfung in der Logik von Ehrfurcht und Sorge bewahrt, um sie in den Dienst der Nächsten und der kommenden Generationen zu stellen.“

World Earth Day, 22. 04. 2015

Ich ermutige euch, immer »weiter zu gehen«, eurem Charisma treu! Den Eifer lebendig zu halten, das Feuer des Geistes, das die Jünger Christi immer dazu antreibt, die Fernstehenden zu erreichen, ohne Proselytenmacherei zu betreiben, »hinauszugehen aus der eigenen Bequemlichkeit und den Mut zu haben, alle Randgebiete zu erreichen, die das Licht des Evangeliums brauchen« (ebd., 20). Das habt ihr bereits gehört, ich habe es euch viele Male gesagt: In den großen Städten, christlichen Städten, auch in christlichen Familien, gibt es Kinder, die nicht wissen, wie man das Kreuzzeichen macht. Und dieser Rückfall der Gesellschaft ins Heidentum ruft uns auf den Plan: tut etwas, um zu evangelisieren. Der Geist drängt uns dazu, aus unserer eigenen Bequemlichkeit herauszugehen. Wie schön ist es doch, allen die Liebe Gottes zu verkünden, der rettet und unserem Leben einen Sinn gibt! Und den Menschen und Frauen von heute dabei zu helfen, die Schönheit des Glaubens und des Gnadenlebens zu erkennen, das man in der Kirche, unserer Mutter, erfahren kann! Es gibt christliche und katholische Gemeinschaften – die gibt es! –, wo man nicht vom Gnadenleben spricht, wo man nicht davon spricht, wie schön es ist, die heilige Dreifaltigkeit in uns zu haben, die Präsenz des lebendigen Gottes in uns. Und es ist eure Aufgabe, hinauszugehen und diese gute Nachricht zu bringen: Gott wohnt in uns, Gott ist in uns. Das ist Gnade!

Audienz für die Cursillo-Bewegung, 30.04 2015

Ohne das Gebet ist kein Raum für den Geist; man muss Gott darum bitten, uns diese Gabe zu schicken: ›Herr, schenke uns den Heiligen Geist, damit wir allzeit herausfinden können, was wir tun sollen.‹«Wobei wir genau achtgeben müssen, dass das nicht etwa heißt, dass man immer dasselbe wiederholen soll. Die Botschaft ist immer die gleiche: Aber die Kirche geht voran, die Kirche geht weiter mit diesen Überraschungen, mit diesen Neuerungen des Heiligen Geistes. Man muss also gut unterscheiden, und um zu unterscheiden, muss man beten, um diese Gnade bitten. So wie es Barnabas getan hat, der vom Heiligen Geist erfüllt war und sofort verstand, und Petrus, der gesehen hat und sagte: ›Wer bin ich, dass ich hier die Taufe verweigern könnte? In der Tat lässt uns der Heilige Geist nicht fehlgehen.

‚Aber Padre, warum soll man so viele Skrupel haben? Machen wir die Dinge so, wie wir sie von jeher gemacht haben, das ist sicherer.‘ Diese Annahme kann eine Alternative darstellen, allerdings eine sterile Alternative; eine Alternative ›des Todes‹. Wohingegen es sehr viel besser ist, ein Risiko einzugehen, begleitet vom Gebet, von der Demut, und das zu akzeptieren, was der Geist uns gemäß der Zeit, in der wir leben, an Veränderungen abverlangt: Das ist der Weg.

Messe in Santa Marta, 28. 04. 2015

Dieses Weitergehen konfrontiert dich mit verschiedenen Situationen, verschiedenen Kulturen, und das Gründungscharisma muss auf diese Kultur übertragen werden. Aber man darf es nicht verraten! Nur übertragen. Es muss das Charisma sein, aber in übertragener Form! »Ich will keine Probleme, ich folge dem Gründungscharisma … « So wirst du wie eine schöne Ausstellung, ein Museum. So machst du aus eurer Bewegung ein Museum von Dingen, die man heute nicht mehr braucht. Jedes Charisma ist gerufen, zu wachsen! Warum? Weil es den Heiligen Geist in sich trägt, und der Heilige Geist lässt uns wachsen! Jedes Charisma muss sich mit verschiedenen Kulturen auseinandersetzen, mit verschiedenen Denkweisen, verschiedenen Werten. Und was tut es? Es lässt sich vom Heiligen Geist tragen. Hier muss ich das tun, dort das andere … Und wie mache ich das? Bete, bitte! Das Gebet: Ohne Gebet kommt keine Bewegung voran. Keine!

Audienz für die Cursillo-Bewegung, 30.04 2015

 

Evangelii Gaudium

Audienz für die Schönstatt-Bewegung 25.10.2014

Alle Texte von Papst Franziskus

 

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