Ramón Alfredo de la Cruz Baldera

Veröffentlicht am 2021-07-25 In Dilexit ecclesiam, Kirche - Franziskus - Bewegungen

„An die Peripherie gehen, ein Hirte einer Kirche sein, die hinausgeht“

DOMINIKANISCHE REPUBLIK, Maria Fischer •

„Ich werde der Bischof der Armen und der Reichen, der Demütigen und der Stolzen, der Starken und der Schwachen sein. Die Türen des Bischofshauses werden immer offen sein, um zu empfangen, zuzuhören und zu begleiten“, betonte Bischof Ramón Alfredo de la Cruz Baldera vom Schönstatt-Institut der Diözesanpriester bei seiner Bischofsweihe am 24. Juli 2021 in San Francisco de Macorís, Dominikanische Republik.  —

Ramón Alfredo de la Cruz Baldera

 

An der Eucharistiefeier in der Mehrzweckhalle Julian Javier nahmen die Bischöfe der Dominikanischen Bischofskonferenz (CED) mit den Erzbischöfen Francisco Ozoria Acosta und Freddy Antonio Bretón an der Spitze sowie Gail Mendez in Vertretung des Nuntius Ghaleb Moussa Abdallah Bader teil. Priester aus den Vereinigten Staaten, Deutschland und der Türkei waren anwesend, ebenso wie der Präsident der Republik Luis Abinader und die Vizepräsidentin Raquel Peña.

Der emeritierte Bischof Fausto Ramón Mejía aus dem Institut der Schönstatt-Diözesanpriester ermutigte De la Cruz als neuen Bischof, „mit Klarheit die großen Herausforderungen anzugehen, die vor uns liegen“.

„Als Seelsorger muss ich eine 360°-Sicht haben. Ein weiter Blick und Ohren, die bereit sind, den Menschen innerhalb und außerhalb zuzuhören. Ich möchte an die Peripherie gehen, um Hirte einer Kirche zu sein, die hinausgeht, die keine Angst vor dem Dialog mit der Welt hat, mit den sozialen, beruflichen und religiösen Bereichen. Ich werde der Bischof der Armen und der Reichen, der Demütigen und der Stolzen, der Starken und der Schwachen sein. Die Türen des Bischofshauses werden immer offen sein, um aufzunehmen, zuzuhören und zu begleiten (…) Wir werden das „Hinausgehen“ der Kirche fördern, das Papst Franziskus uns vorschlägt. Die Kirche, die an die Orte geht, an denen die Armen leiden, die aber auch an die Orte geht, an denen die neue Kultur, die Wirtschaft und die Politik geschmiedet werden. Eine Kirche, die hinausgeht, um mit Nachbarschaftsräten, mit sozialen und studentischen Bewegungen, mit Kommunikatoren, Journalisten, Youtubern und mit der dominikanischen Regierung zu arbeiten.

Ich übernehme diese Aufgabe in einer Welt, die von beschleunigten Veränderungen geprägt ist, die so schnell ablaufen, dass, wenn wir glauben, die richtige Antwort zu haben, diese schon nicht mehr der Realität entspricht. Viele dieser Veränderungen wirken sich direkt auf die Köpfe und Herzen der Christen aus. Unser Heiliger Vater, Papst Franziskus, erkennt an, dass wir als Kirche durch eine große Krise gehen. Unsere heilige Mutter, die Kirche, wird von vielen Sektoren der postmodernen Gesellschaft in Frage gestellt, deshalb müssen wir bereit sein, aus dem Evangelium und dem Lehramt heraus zu antworten. Gott sei Dank antwortet die Kirche, angeführt von Papst Franziskus, wie keine andere irdische Institution mit Rechenschaftspflicht und Transparenz. Wenn wir im Glauben geeint bleiben, werden wir gestärkt in Hoffnung und Nächstenliebe hervorgehen“.

Ramón Alfredo de la Cruz Baldera

Grund zur Hoffnung geben

Ramón Alfredo de la Cruz Baldera

Bischof Alfredo de la Cruz hat als bischöfliches Motto „Grund zur Hoffnung geben“. Das bedeutet, erklärte er:

„Wir sind aufgerufen, so vielen Kindern, denen ein stabiles familiäres Umfeld fehlt, Grund zur Hoffnung zu geben. Sie werden von ihren alleinerziehenden Müttern betreut, die jeden Tag Schweiß und Jahre opfern müssen, um ihnen eine bessere Zukunft zu garantieren. Viele Mütter ertragen aus Liebe zu ihren Kindern Missbrauch und Demütigung durch ihre Ehemänner. Ich möchte die Mitarbeiter der Familienpastoral einladen, Familien zu begleiten, alleinerziehenden Müttern zu helfen, sie zu unterstützen und zu ermutigen, damit in unserer Diözese der Frauenmord und die Misshandlung von Frauen aufhört und die Hoffnung des Evangeliums in jedem Haus wächst.

Grund zur Hoffnung geben den jungen Menschen, die aufgehört haben, an die Kirche zu glauben, weil sie sich von ihren Pfarrern unverstanden und verlassen fühlen.

Denjenigen Grund zur Hoffnung geben, die den Glauben an den Gott des Lebens und der Liebe verloren haben.

Grund zur Hoffnung geben all den Kranken, die auf die Heilung einer unheilbaren Krankheit warten.

Grund zur Hoffnung geben den  Gruppen von Feministinnen, LGTBIQ, Anarchisten, Pro Tres Causales (=Bewegung für die Straffreiheit von Abtreibung bei drei Indikationen), urbanen Künstler und anderen. Ich erkenne an, dass es in diesen Gruppen Männer und Frauen guten Willens gibt. Lasst uns Träume und Hoffnungen vereinen, um alles zu erreichen, was schön, edel, würdig und gerecht ist. Mögen unsere Unterschiede uns nicht voneinander entfremden, sondern wir in einem gesunden Miteinander lernen, unsere Unterschiede geduldig zu akzeptieren und uns zu vereinen, um gemeinsam die Gesellschaft zu erreichen, von der wir träumen.

Grund zur Hoffnung geben allen Migranten, damit sie spüren, dass wir als christliches Volk sie willkommen heißen und sie bei der Verwirklichung ihrer Träume unterstützen.

Ich möchte Priester, Ordensmänner und -frauen, Katecheten, Bewegungen und christliche Gemeinschaften motivieren, ihre Charismen in den Dienst der Kirche zu stellen, jeder aus seiner Besonderheit heraus zum Wohl der Gemeinschaft. Jede und jeder Katholik ist für das Leben der Kirche notwendig. Niemand sollte sich isoliert und unverstanden fühlen. Als Pastor dieser Ortskirche ist es mein tiefstes Anliegen, die mir anvertraute Herde als unwürdiger Diener des Herrn auf dieser Pilgerreise zum Haus des Vaters zu begleiten“.

Vollständiger Text (Spanisch, ein Abschnitt in Deutsch)


Papst Franziskus ernannte Alfredo de la Cruz Baldera am 15. Mai 2021 zum Bischof von San Francisco de Macoris und löste damit Bischof Fausto Mejia ab, der aus Altersgründen zurückgetreten war, in Übereinstimmung mit dem Codex des Kirchenrechts.

Geboren am 5. Juli 1961, wurde Alfredo de la Cruz am 12. Januar 1991 zum Priester geweiht. Er war u.a. Ausbilder und Dekan für Philosophie am Päpstlichen Seminar St. Thomas von Aquin (SPSTA), Rektor der Universidad Católica Nordestana (UCNE), Rektor des Instituts der Schönstatt-Diözesanpriester für Mexiko, Mittelamerika und die Karibik und Präsident der Vereinigung der Universitätsrektoren (ADRU). Bis jetzt war er Rektor der Pontificia Universidad Católica Madre y Maestra (PUCMM).

 

Fotos: Twitter der PUCMM und Screenshots

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