José padre

Veröffentlicht am 2021-01-07 In Josefsjahr, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Der Mann „der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart“

JOSEFS-CHALLENGE 2021 | Miguel Lasso de la Vega, Spanien •

The Joseph Challenge 2021 von Schoenstatt.org, only for men (Die Josef-Challenge 2021 von schoenstatt.org, nur für Männer): Männer aus verschiedenen Berufungen im Liebesbündnis, aus verschiedenen Ländern und Generationen lassen sich herausfordern durch den Brief von Papst Franziskus, Patris Corde, über Josef, seinen „Überlegungen zu dieser außergewöhnlichen Gestalt, die einem jeden von uns menschlich so nahe ist.“ Sie lassen sich darauf ein, zu erzählen, was sie an der Gestalt des heiligen Josef und dem Brief des Heiligen Vaters über ihn am meisten beeindruckt und motiviert. Der erste, der sich der Herausforderung stellt, ist Miguel Lasso de la Vega aus Spanien, Professor für Architekturgeschichte. —

Padre
Alle können im heiligen Josef, diesem unauffälligen Mann, diesem Menschen der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher, Helfer und Führer in schwierigen Zeiten finden. (…)

Der heilige Paul VI. stellt fest, dass seine Vaterschaft sich konkret darin ausdrückte, dass er »sein Leben zu einem Dienst, zu einem Opfer an das Geheimnis der Menschwerdung und an den damit verbundenen Erlösungsauftrag gemacht hat; dass er die ihm rechtmäßig zustehende Autorität über die heilige Familie dazu benützt hat, um sich selbst, sein Leben und seine Arbeit ganz ihr hinzugeben; dass er seine menschliche Berufung zur familiären Liebe in die übermenschliche Darbringung seiner selbst, seines Herzens und aller Fähigkeiten verwandelt hat, in die Liebe, die er in den Dienst des seinem Haus entsprossenen Messias gestellt hat«.

Papst Franziskus, Patris Corde

 

Der tiefe Brief, in dem Papst Franziskus seine persönlichen Überlegungen zur Gestalt des heiligen Josef schreibt, ist für mich persönlich eine Herausforderung, mein Leben mit seinen Tugenden zu vergleichen: Wo stehe ich im Verhältnis zu diesem diskreten Alltagshelden, der still gearbeitet, gedient, sich aufgeopfert und geliebt hat, um den Willen Gottes zu erfüllen?

“Tägliche, diskrete und verborgene Gegenwart,” sagt der Papst, und doch mit einer unvergleichlichen Protagonistenrolle in der Geschichte unseres Heils. Denn Josef ist ein Scharnier, ein Schlüsselstück, das „das Alte und das Neue Testament“ miteinander verbindet, der Sohn Davids, der Ehemann Marias, der Vater Jesu. Aber ist es in unserer Welt legitim, scheinbar nichts zu sein, um nur für andere zu sein?

Was steht in Josefs Lebenslauf?

Wer war der heilige Josef? Was war sein familiärer Hintergrund, seine Ausbildung? Welche bürgerlichen Positionen hatte er in seiner Gemeinde inne? Waren seine Zimmermannsarbeiten in ganz Galiläa bekannt? War er der beste Zimmermann in Nazareth? Oder war er zumindest der einzige? Mit diesen und ähnlichen Parametern bewerten wir uns und andere heute. Ohne Ziele können wir vermeintlich nicht als Personen wachsen; Ziele, die wir uns selbst setzen oder die andere uns setzen; Ziele, die wir erfüllen müssen, weil von ihnen unsere übliche Zufriedenheit mit uns selbst abhängt.

In meinem Lebenslauf schreibe ich, was ich wo gelernt habe, was ich getan habe, was ich gesagt habe, was ich vorhabe zu sein, manchmal kurz meine zukünftigen Projekte und so hoffe ich, dass andere wissen können, wozu ich fähig bin. Aber in meinem Lebenslauf ist nicht das Wichtigste, nämlich ob ich allen, die mich umgeben, zugewandt bin, bevor ich um mich kreise. Ich fürchte, in meinem Fall würde es den Inhalt stark vereinfachen.

Deshalb hat mich immer das Leben der Heiligen Gottes angezogen, die seinem Willen folgen, indem sie handeln und große, außergewöhnliche Werke vollbringen, enorme Gründungen, wunderbare Wunder, Opfer bis zum Tod. Aber dieser Brief lässt uns über ein Leben nachdenken, das überhaupt gar nichts von all dem hatte und um einen Menschen, der von vielen dieser Heiligen als Vater verstanden wurde. Josefs Leben war ein Leben mit wenigen großen Dingen, und wenn ich es betrachte, sehe ich mich so, wie ich bin. Was bewegt mich? Wie viel Eitelkeit steckt da drin?

Wer die Jungfrau Maria mit unermesslicher Zuneigung umarmen und das Gotteskind mit Zärtlichkeit halten konnte, wer es angeschaut und angelächelt hat, der darf sich sicher nichts anderes wünschen und braucht auch nichts anderes.

Wie viel ich von Josef lerne!

Die Ängste und Zweifel, die wir als Eltern – und ich bin sicher, dass Josef sie auch hatte – über die Zukunft, die wir unseren Kindern geben können, haben, wurden in seinem Fall dadurch verstärkt, dass er nicht in der Lage war, einen würdigen Platz für denjenigen vorzubereiten, der im Begriff war, geboren zu werden, denjenigen, der die göttliche Herrlichkeit in dem zerbrechlichen Körper eines Kindes manifestieren würde. Josef sah Gott in dem Geschöpf, das in Marias Schoß wuchs, im Blick des neugeborenen Jesus, und er bittet mich, auch im Blick meiner Kinder den Blick des Vaters zu sehen, denn in der Zärtlichkeit, die er in uns weckt, liegt seine Zärtlichkeit uns gegenüber.

Wie viel lerne ich von Josef! Er glaubte, er vertraute, er wusste, wie man Gottes Willen liest und annimmt und wie man seinen Glauben bekräftigt. Er war mutig und hat nicht klein beigegeben. Wie hätte ich in Josefs Rolle gehandelt? Vertraue ich meiner Frau, wenn häusliche Probleme auftauchen? Respektiere ich ihre Zeiten? Ergreife ich die Initiative bei wichtigen Entscheidungen oder bleibe ich lieber am Rande?

Die Welt braucht Väter

“Die Kirche heute braucht Väter, die Welt braucht Väter”, erinnert uns der Papst, und gerade in Schönstatt wissen wir um die Bedeutung des Prinzips der Väterlichkeit, aber es zu kennen ist nicht dasselbe wie es im täglichen Leben anzuwenden oder sich bewusst zu werden, dass ich mit meinen Kindern oder denen, die mir anvertraut sind, nur ein demütiges Transparent der Väterlichkeit Gottes bin, ein Werkzeug, um andere zu ihm zu führen.

In dieser Stunde der Bedrängnis stellt sich uns das Leben des heiligen Josef auch zwanzig Jahrhunderte später als geheimnisvoll gültig dar, als ein Beispiel, dem ich folgen soll, als ein Modell, das mich leitet. Deshalb bitte ich in meinem Gebet um den Schutz von dir, dem Hüter des Erlösers, für meine Familie, für Schönstatt, für die Kirche.

 

San José padre

Heiliger Josef – Foto: iStock Getty Images   © WichitS Parkled, Thailand

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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