Economy of Francesco

Veröffentlicht am 2020-11-19 In Kirche - Franziskus - Bewegungen, Laudato Si, Neue Gesellschaftsordnung

The Economy of Francesco: Für eine neue, auf die Menschen zugeschnittene Wirtschaft

ECONOMY OF FRANCESCO •

The Economy of Francesco, die internationale Veranstaltung, die junge Ökonomen und Unternehmer aus der ganzen Welt zusammenbringt, beginnt am heutigen Donnerstag, den 19. November, und wird live auf dem Portal francescoeconomy.org übertragen. Papst Franziskus hat seine „virtuelle“ Teilnahme mit einer Videobotschaft an die jungen Teilnehmer, die über das Internet mit der Basilika des Heiligen Franziskus von Assisi verbunden sind, bestätigt. Zu diesem Anlass wird am 21. November um 23.00 Uhr (italienische Zeit) das Christus-Erlöser-Statue in Rio de Janeiro mit den symbolischen Farben der Economy of Francesco beleuchtet: grün, braun und gelb. —

Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr (italienische Ortszeit) mit Listen​ to the cry of the poorest to transform the earth​, einem Video, das von der Internationalen Bewegung ATD Found World geschnitten wurde, der Botschaft des Präfekten des Dikasteriums für den Dienst der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung, Kardinal Peter Turkson, und der Begrüßung durch das Organisationskomitee. Eröffnet werden die Konferenzen vom Ökonomen Jeffrey Scachs mit “Perfecting Joy: three proposals to let life flourish”.

„Dank des hl. Franziskus und Papst Franziskus ist auf internationaler Ebene die größte Bewegung von Ökonomen entstanden. Es sind diese Nachrichten, die die Gesellschaft und die Kirche heute brauchen“, sagte der wissenschaftliche Direktor von The Economy of Francesco, Luigino Bruni.

Zweitausend junge Menschen vernetzt

El evento, en versión en línea, hará que todos los jóvenes inscritos (2000 de 120 países) participen en el encuentro en las mismas condiciones, compartan la experiencia vivida, el trabajo, las propuestas y las reflexiones adquiridas en estos meses. El programa del evento digital será innovador, participativo y global. Habrá 4 horas al día de retransmisión en directo y un maratón de 24h horas (el 20 de noviembre), gracias a los enlaces y a las aportaciones de jóvenes conectados en 20 países distintos y Asís albergará la “dirección” del evento y los enlaces en directo desde los lugares históricos franciscanos: Basílica de San Francisco de Asís, Iglesia de San Damián, Santuario de Rivotorto, Basílica Santa Clara, Santuario del Despojamiento, Palacio Monte Frumentario.

In der Online-Version der Veranstaltung werden alle angemeldeten Jugendlichen (2000 aus 120 Ländern) unter den gleichen Bedingungen an dem Treffen teilnehmen und ihre Erfahrungen, Arbeiten, Vorschläge und Überlegungen, die sie in diesen Monaten gesammelt haben, austauschen. Das Programm der digitalen Veranstaltung wird innovativ, partizipatorisch und global sein. Es wird täglich 4 Stunden live übertragen und dazu ein 24-Stunden-Marathon (am 20. November), dank der Verbindungen und Beiträge von Jugendlichen aus 20 verschiedenen Ländern, und Assisi wird die „Regie“ der Veranstaltung und die Live-Verbindungen von den historischen franziskanischen Stätten aus beherbergen: Basilika des hl. Franziskus von Assisi, Kirche San Damiano, Heiligtum von Rivotorto, Basilika S. Klara, Palazzo Monte Frumentario.

Die Initiative geht auf eine Einladung zurück, die der Heilige Vater am 1. Mai 2019 anlässlich des Festes des heiligen Josef des Arbeiters an Wirtschaftswissenschaftler, Studenten, Geschäftsleute unter 35 Jahren gerichtet hatte. Tatsächlich möchte Papst Franziskus zusammen mit jungen Menschen und einer qualifizierten Gruppe von Experten einen Prozess des globalen Wandels in Gang setzen, damit die Wirtschaft von heute und morgen gerechter, brüderlicher, integrativer und nachhaltiger wird und niemanden zurücklässt. Das nächste Treffen in Anwesenheit findet in der Stadt des hl. Franziskus statt und ist für den Herbst 2021 geplant, wenn die Corona-Bedingungen die Teilnahme aller erlauben.

Die Organisation liegt in den Händen der Diözese Assisi, des Seraphischen Institutes, der Stadt Assisi, der Wirtschaft in Gemeinschaft der Fokolar-Bewegung und wird unterstützt vom Dikasterium für Ganzheitliche Menschliche Entwicklung, sowie der Franziskanischen Familie.

Aus der Schönstatt-Bewegung nehmen eine Handvoll Jugendlicher aus Spanien, Argentinien und Chile teil.

Teilnahme

Um an der Veranstaltung teilzunehmen, genügt es, sich mit francescoeconomy.org zu verbinden und auf die Seite zu klicken, die ab heute ganz der Live-Übertragung gewidmet ist. Die 12 Themengruppen, die in Online-Arbeitssitzungen umgewandelt wurden und die die Jugendlichen in diesen Monaten eingebracht haben, sind: Arbeit und Pflege; Verwaltung und Spenden; Finanzen und Menschlichkeit; Landwirtschaft und Gerechtigkeit; Energie und Armut; Profit und Berufung, Politik für Glück; CO2 aus Ungleichheit; Handel und Frieden; Wirtschaft ist weiblich; Unternehmen im Wandel; Leben und Lebensstile. Geplant sind Konferenzen mit international renommierten Rednern, darunter: Nobelpreisträger Muhammad Yunus und weiter unter anderem Ökonomen und Experten wie Kate Raworth, Jeffrey Sachs, Vandana Shiva, Stefano Zamagni, Mauro Magatti, Juan Camilo Cardenas, Jennifer Nedelsky, Cécile Renouard, sowie viele erfahrene und qualifizierte Unternehmer. Alle Rednerinnen und Redner stehen den Jugendlichen zur Verfügung, um ihnen zuzuhören, unter anderem durch persönliche Interviews sowie in interaktiven Sitzungen begrenzter Teilnehmergruppen.

Das vollständige Programm ist auf der Website francescoeconomy.org (Konferenzsprachen: Englisch und Italienisch) zu finden.

Live

„Was kann ich für eine Wirtschaft im Sinne von Franziskus tun?“

„Am 1. Mai 2019 lud Papst Franziskus junge Menschen auf der ganzen Welt ein, „eine Wirtschaft aufzubauen, die Leben bringt, und nicht Tod; die inklusiv ist und nicht exklusiv; menschlich und nicht entmenschlichend; eine, die für die Umwelt Sorge trägt und sie nicht ausbeutet”: So beginnt das Dokument, dessen Titel „Was kann ich für eine Wirtschaft im Sinne von Franziskus tun?“ keinen Zweifel daran lässt, dass es zum Nachdenken und – ja auch das – Nachahmen anregen will.

Das von Jean Fabre, Mitglied der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für die Sozial- und Solidarwirtschaft (UNTFSSE), verfasste Dokument listet konkrete Erfahrungen in den fünf Kontinenten auf, von denen man lernen und sich inspirieren lassen kann. Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und Lebensbereichen haben dazu ihre Erfahrungen beigesteuert: Arbeiter, Studenten, Forscher, Bürgermeister, Regierungsbeamte, Ordensleute, Ökonomen, Unternehmer, Banker und Freiwillige.

„Unser Ziel ist es, Menschen, Bürgergruppen, Verbänden, Unternehmern und lokalen Behörden aufzuzeigen, was sie konkret tun können“, stellte Projektkoordinator Flavio Lotti bei der Vorstellung in Assisi klar. Das Dokument sei „eine Einladung zur Reflexion, Kreativität und Zusammenarbeit“. Um auf die wirtschaftlichen Probleme zu reagieren, die durch die Coronakrise nun noch gravierender geworden seien, bräuchte man nämlich nicht nur gute Ideen, sondern müsse auch verstehen, wie man sie in die Praxis umsetzen kann.

„Durch die Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen, spielen wir alle eine Rolle bei der Neugestaltung unserer Lebens-, Produktions-, Handels- und Konsumgewohnheiten – als Einzelpersonen, Unternehmer, Verwalter oder politische Entscheidungsträger. Und so müssen wir uns alle fragen: Was kann ich tun?,“ stellen die Verfasser fest – und listen dazu auch konkrete Beispiele auf.

So sei in Pantin, in der Nähe von Paris, das Restaurant „Le Relais“ ein Beispiel dafür, was Unternehmer tun könnten, die nicht nur auf Profit setzen. „Hier werden Langzeitarbeitslosen reguläre Berufsausbildungsverträge angeboten. In den mehr als 30 Jahren seines Bestehens hat das Restaurant schon vielen Menschen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt ermöglicht.“

Und dass auch in Dubai nicht alles Gold sein muss, was glänzt, das sehe man an Abdullah Al Atrash, wird in dem Dokument weiter ausgeführt. Als der saudische Unternehmer die Wandmalereifabrik „MAS Paints“ übernahm, habe er sich von dem Motto „Wirtschaft in Gemeinschaft“ leiten lassen, das er während seines Studiums in Italien durch die Fokolar-Bewegung kennengelernt hatte. „Damit seine 200 Arbeiter – die meisten Gastarbeiter aus Indien oder den Philippinen – keine Kredite zu Wucherzinsen mehr aufnehmen mussten und lebenslange Verschuldung riskierten, gründete er kurzentschlossen eine firmeneigene Bank, die Kredite zu Negativzinsen vergibt. Ein Teil des von der Fabrik erwirtschafteten Gewinns wird zur Deckung der Arztkosten für die Belegschaft und der Schulgebühren ihrer Kinder zurückgestellt. Darüber hinaus engagiert sich Abdullah Al Atrash auch für die Sicherheit am Arbeitsplatz, hat Masken zum Schutz vor Chemiestaub gekauft und seine Arbeiter mit Arbeitsschuhen, Helmen und Schutzbrillen von höchster Qualität ausgerüstet. Und das Ergebnis? Die Lebensqualität seiner Arbeiter hat sich verbessert und sie sind natürlich deutlich motivierter, so effizient wie möglich für die Firma zu arbeiten.“

In Afrika dagegen haben sich lokale Spargruppen organisiert, um ihren Mitgliedern zu einem bestimmten Zeitpunkt größere Geldmengen zur Verfügung stellen zu können. Diese so genannten „Tontine“ gehen auf den italienischen Bankier Lorenzo de Tonti zurück, der im 17. Jahrhundert lebte. Ursprünglich als eine Art Lebensversicherung gedacht, können diese lokalen Spar- und Kreditgruppen beispielsweise Menschen helfen, die ein eigenes Unternehmen gründen wollen, oder den Kauf von Produkten sicherstellen, die eine Gemeinschaft benötigt: „Sie dienen auch dazu, gemeinsame Probleme zu lösen, wie die Betreuung von Kindern berufstätiger Eltern: In diesem Fall legen die Mitglieder ihr Geld zusammen, um die Person zu bezahlen, der man die Kinder anvertraut. Es gibt viele Formen von „Tontine“, aber sie basieren alle auf gegenseitigem Vertrauen. Sie sind keine spekulativen Kreditmechanismen, sondern folgen der Logik der Solidarität zwischen den Mitgliedern einer Gemeinschaft.,“ stellt das Dokument heraus.

Konkrete Beispiele dafür also, wie es möglich ist „die Abwärtsspirale umzukehren, die eine Wirtschaft des Wettbewerbs geschaffen hat, die zwar den Wohlstand vermehrt, den Menschen und die Umwelt aber im Stich gelassen hat.“

Die Umgestaltung der Wirtschaft erfordere eine eingehende Reflexion über die Werte, die unsere Gesellschaften zusammenhalten. Und dabei könne man sich an Verhaltensegeln halten, die auch Franziskus immer wieder vorlege, schließt das Dokument zur vom Papst angestoßenen Nachhaltigkeitstagung. Abzulehnen sei beispielsweise „die Konkurrenz zwischen den Menschen; das Ausnutzen der Notlage von anderen im Namen des Profits; die Erhöhung von Lebensmittelpreisen im Falle einer Hungersnot; die Erhöhung der Preise für Medikamente im Falle einer Pandemie: das Patentieren von und Spekulieren mit Medikamenten und Impfstoffen.“ Fördern dagegen müsse man „Solidarität und Fürsorge, Gemeinwohl, individuelle und kollektive Verantwortung und die Aufmerksamkeit für die Schwächsten“.

Erst dann würden wirklich wieder der Mensch und unser gemeinsames Haus, die Erde, in den Mittelpunkt gestellt – und nicht der Profit.

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