Ven y lo verás

Veröffentlicht am 2020-10-04 In Kirche - Franziskus - Bewegungen, Schönstätter vernetzen

Komm und sieh

María Fischer •

Dies ist das Thema, das der Heilige Vater Franziskus für den 55. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel 2021 gewählt hat:“Komm  und sieh (Joh 1,46). „Kommunikation durch Begegnung mit Menschen, wie und wo sie sind.“ —

„Komm und sieh.“ Diese Worte des Apostels Philippus sind zentral für das Evangelium: Die christliche Verkündigung besteht vor den Worten aus Blicken, Zeugnissen, Erfahrungen, Begegnungen, Nähe. Mit einem Wort: aus Leben. Genau diese Worte, die im Johannes-Evangelium (1, 43-46) zitiert werden, hat Papst Franziskus als Thema für die Botschaft zum 55. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel gewählt, der im Mai 2021  begangen wird.  Der Untertitel lautet: „Kommunikation durch Begegnung mit Menschen, wie und wo sie sind.“ Die Botschaft selbst wird traditionell am Fest des Heiligen Franz von Sales, Patron der Journalisten, veröffentlicht.

Die Bibelstelle lautet:

Am Tag darauf wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus, den Sohn Josefs, aus Nazaret. Da sagte Natanaël zu ihm: Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen? Philippus sagte zu ihm: Komm und sieh!

In dem geschichtlichen Moment, in dem wir leben, in einer Zeit, die uns wegen der Pandemie zu sozialer Distanz zwingt, kann Kommunikation die Nähe ermöglichen, die notwendig ist, um das Wesentliche zu erkennen und den Sinn der Dinge wirklich zu verstehen. Wir kennen die Wahrheit nicht, wenn wir sie nicht erfahren, wenn wir den Menschen nicht begegnen, wenn wir nicht an ihren Freuden und ihren Sorgen teilhaben. Das alte Sprichwort „Gott trifft dich dort, wo du bist“ kann ein Leitfaden für diejenigen sein, die in den Medien oder in der Kommunikation in der Kirche arbeiten. In dem Ruf der ersten Jünger, in dem Jesus ihnen entgegenkommt und sie einlädt, ihm nachzufolgen, sehen wir auch die Einladung, alle Medien in all ihren Formen zu nutzen, um die Menschen so zu erreichen, wie sie sind und wo sie leben.

Komm und sieh: ein  Leitfaden für unsere Arbeit bei schoenstatt.org

Wie auch Thema und Botschaft zum diesjährigen Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel (Damit du deinem Sohn und deinem Enkel erzählen kannst“ (Ex 10,2). Das Leben wird Geschichte), bestätigt, ermutigt, motiviert und fordert das von Papst Franziskus gewählte Motto uns als Redakteure, Kolumnisten und Mitarbeiter von schoenstatt.org.

Komm und sieh: Nicht jeder der Schönstätter und Freund der Schönstatt-Bewegung kann die Wirklichkeit Schönstatts und der Kirche in Chile und Nicaragua, in Burundi und Indien, in Deutschland und Costa Rica, in Argentinien und Brasilien, in El Salvador und Mexiko sehen. Und zwar nicht nur wegen der Entfernung, sondern auch wegen der Sprache.

Noch weniger kann jeder hingehen und in die Gemeinschaften schauen. Oder sich vor Ort ansehen, was in unseren politischen, sozialen und Bildungsprojekten getan wird, ob es sich nun um Schulen in gefährdeten Vierteln wie Puente Alto in Chile, Casa del Niño in Cipoletti, Villa Ballester und Florencio Varela in Argentinien, Casa Madre de Tuparenda, Re-inventate Ciudad del Este oder Dequeni in Paraguay oder Sunshine Village in Indien handelt. Aus diesem Grund arbeiten wir mit unserem Team von mehr als 70 Mitarbeitern und Hunderten von Korrespondenten zusammen.

Wir gehen hin und sehen. Wir machen Fotos, wir reden, hören zu, machen Interviews vor Ort, mit den Beteiligten selbst. Danach übersetzen, veröffentlichen, teilen wir auf schoenstatt.org und in unseren sozialen Netzwerken Facebook, Twitter, Instagram (danke unserer neuen “Social Media Managerin” Luciana Rosas aus Curitiba, Brasilien), schicken wir jede Woche einen Newsletter per Mail (dank Monina Crivelli aus Buenos Aires, die das seit über 15 Jahren macht, ohne auch nur einen Montag auszusetzen), darum bieten wir Fotos auf Flickr und  Videos auf Vimeo und YouTube an.

Deshalb laden wir Sie ein, Ihre Erfahrungen und Geschichten zu teilen, indem wir denen danken, die es tun, und diejenigen, die wir auf schoenstatt.org noch vermissen, bitten, es zu tun. Deshalb laden wir zur Mitarbeit ein – zur Zeit vor allem Menschen, die in der Lage sind, ins Englische und Italienische zu übersetzen, da es uns an Übersetzern fehlt, um mit dem Qualitätsanspruch, den wir stellen, weil Sie ihn stellen dürfen, mit  den englischen und italienischen Ausgabe von schoenstatt.org weitermachen zu können.

Als wir 1999 ganz klein mit dem angefangen haben, was heute schoenstatt.org ist, sagte der damals für dieses verrückte und – nicht nur technisch – so neue Wagnis Verantwortliche, Pater Tilmann Beller: „Das ist ein Paradigmenwechsel für Schönstatt. Bis jetzt war die Bewegung in ihrer Information über Schönstatt – richtig, vollständig, verdreht, gekürzt, angepasst – auf die Zentrale angewiesen und auf die, die wegen Sprachkenntnissen, Kontakten oder Reisen „Wissende“ waren, und man lebte von der Information, die man gnädigerweise zugeteilt bekam oder nicht. Jetzt brechen wir die Sprachbarrieren, jetzt verschwinden die Entfernungen, jetzt bricht das Informationsmonopol – und jetzt ist dann eben jeder selbst verantwortlich für seine Information, denn die steht jetzt allen frei zur Verfügung. Ach das wird anstrengend! Aber so gehört es sich für den freien, eigenständigen Menschen in der freien, eigenständigen Gemeinschaft.“

Und darum freuen wir uns über jede neue Webseite, jeden neuen Kommunikationskanal, der den Horizont weitet.

Auch 20 Jahre später nutzt nicht jeder die Gelegenheit, sich aus eigener Initiative zu informieren, und wartet lieber darauf, dass die Informationen von „oben“, als Fundstück irgendwo auf Facebook oder von dem berühmten „Jemand“, der ihnen etwas über WhatsApp weiter-weiter-weitersendet, verbreitet werden. Ob es sich um Informationen über Schönstatt handelt oder über Ereignisse in der Kirche. Freiheit.

Für alle anderen machen wir mit der gleichen Freude und Begeisterung weiter,  „pro bono“, professionell und unabhängig, Tag für Tag reale Geschichten aus dem Leben im Bündnis und einen freien Meinungsaustausch anzubieten.

Komm und sieh. Kommunikation kann die Nähe ermöglichen, die notwendig ist, um das Wesentliche zu erkennen und den Sinn der Dinge wirklich zu verstehen. 

 

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