Veröffentlicht am 9. März 2020 In Dilexit ecclesiam, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Meine Geschichten und Schlussfolgerungen des Laienkongresses

SPANIEN, Juan Zaforas •

In diesem Kongress hatten wir die Gelegenheit, eine einzigartige Erfahrung zu machen, vor allem in dem, was wir von anderen gelernt und erhalten haben, verbunden mit der Hoffnung, auch etwas von uns beigetragen zu haben; wir hoffen vor allem, dass in Zukunft viele andere diese Erfahrung machen und uns den Weg zeigen, auf dem wir gemeinsam weitergehen. —

Wie viele sicher schon wissen bzw. auf schoenstatt.org gelesen haben, fand Ende Februar in Madrid (Spanien) der Kongress der Laien 2020 statt, an dem mehr als 2.000 Vertreter von Pfarreien, Verbänden und Bewegungen teilnahmen. An dem von der spanischen Bischofskonferenz organisierten Treffen nahmen auch zahlreiche Priester und etwa 70 Bischöfe teil.

Die Schönstatt-Bewegung war mit 16 Teilnehmern aus Katalonien und Madrid aus verschiedenen Gemeinschaften innerhalb der Schönstatt-Bewegung gut vertreten, darunter Pater José María García, seit Anfang des Jahres Leiter der Bewegung in Spanien.

Ich habe einige Erfahrung in der Organisation von Kongressen und Großveranstaltungen und muss gestehen, dass mich die Aspekte der Organisation und Logistik sehr angenehm überrascht haben. Es ist nicht einfach, 2.000 Menschen zu organisieren und zu mobilisieren, und sie haben es geschafft. Herzlichen Glückwunsch.

Einige der anwesenden Schönstätter

Ein Laienkongress … organisiert von den Bischöfen

Was die Einladung betrifft, so fällt auf, dass ein Laienkongress von der Bischofskonferenz organisiert werden sollte, aber ich schätzte, dass dies die einzige Möglichkeit war, da es – anders als etwa in Deutschland mit dem ZdK – hier in Spanien noch keinerlei Strukturen gibt, die die Laien, ihre Pfarreien, Vereine und Bewegungen zusammenbringen. Hoffen wir, dass sich die Laien aus dieser Erfahrung heraus in diese Richtung bewegen werden, und wie sich während der drei Tage bei vielen Gelegenheiten gezeigt hat, beginnen, gemeinsam und in Gemeinschaft zu arbeiten, um das zu suchen, was uns verbindet und uns in der Vielfalt bereichert.

Was den Inhalt des Kongresses anbelangt, so wurde er durch die vorangegangene, fast zwei Jahre dauernde Arbeit in vier sogenannten Itinerarien oder Routen konkretisiert, nämlich: „Erstverkündigung“, „Begleitung“, “ Bildungsprozesse“ und „Präsenz im öffentlichen Leben“, mit jeweils einem Vortrag, zu dem der Anfangs- und Schlussvortrag hinzugefügt wurden. Das gesamte Material ist auf der Website des Kongresses verfügbar (in Spanisch).

Die Itinerarien wiederum hatten thematische Linien, Zeugnisse und bis zu 80 Reflexionsgruppen. Ihre Schlussfolgerungen wurden zur Ausarbeitung des Abschlussvortrages und -dokumentes verwendet.

Synodalität und Unterscheidung – roter Faden der drei Kongresstage

Die Worte „Synodalität“ und „Unterscheidung“ erklangen während des gesamten Kongresses stark, und genau wie es in der ersten Präsentation gesagt wurde, geht es bei Synodalität darum, unter der Führung des Heiligen Geistes zu gehen, d.h. zusammen und mit der ganzen Kirche unter seinem Licht, seiner Führung und seinem Einbruch zu gehen, um zu lernen, zuzuhören und den immer neuen Horizont zu erkennen, den er uns geben will. Denn Synodalität setzt das Eindringen des Heiligen Geistes voraus und erfordert dieses Eindringen. Unterscheidung erfordert, von der Bereitschaft zum Zuhören auszugehen: auf den Herrn, auf andere, auf die Realität selbst, die uns immer wieder auf neue Weise herausfordert. Nur diejenigen, die bereit sind, zuzuhören, haben die Freiheit, auf ihre eigene teilweise oder unzureichende Sichtweise, ihre Gewohnheiten und ihre Pläne zu verzichten.

Persönlich konnte ich an der thematischen Linie „Auf dem Weg zu einer transformierenden Präsenz in den Medien und sozialen Netzwerken“ innerhalb des Programms „Präsenz im öffentlichen Leben“ teilnehmen, wo ich die Gelegenheit hatte, das Zeugnis von Javi Nieves zu hören, einem Schönstätter, Moderator einer Radiosendung auf Kanal 100 der Cope Gruppe und einem Vertreter des Projektes iMission. Evangelisieren aus den Netzwerken.

Beide Zeugnisse waren für mich sehr nützlich und haben Fragen von Interesse beigesteuert, die ich jetzt mit allen Lesern von schoenstatt.org teilen möchte.

 

Ein Schönstätter, der die Art und Weise der Kommunikation neu denkt

Javi Nieves erzählte uns von seiner Erfahrung mit der Leitung eines Radioprogramms, das sich in wenigen Jahren von einem sehr modernen Programm zu einem alten Zopf entwickelt hat, und das liegt an der Geschwindigkeit des Wandels in unseren Gesellschaften. Sie befinden sich inmitten eines Analyseprozesses, um ihre Inhalte zu überprüfen und zu sehen, wie sie an die Anforderungen der Gesellschaft angepasst werden können, ohne ihr Wesen zu verändern. Diese Überlegung führt mich zu dem Gedanken, ob wir nicht alle etwas Ähnliches tun müssen. Wenn wir mit den gleichen Formeln und Botschaften weitermachen, ist es sehr wahrscheinlich, dass uns niemand zuhören wird. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um die Vortragenden der Schlussrede zu beglückwünschen, einen Bischof und einen Journalisten, die eine Botschaft auf eine ganz andere Art und Weise vermittelt haben, als wir es innerhalb der Kirche gewohnt sind, und die zweifellos die Zuhörer erreicht haben.Mein erstes Fazit lautet daher: Überprüfen wir, was wir machen und welche Botschaften wir sagen, um sie an die heutige Gesellschaft und ihre Fragen anzupassen.

Javi Nieves gab uns auch einige Ratschläge. Wir dürfen nicht diskriminieren, wir müssen versuchen, jeden zu erreichen. Markiere kein Territorium und kommuniziere mit gutem Beispiel. Zusammenfassend und als Schlussfolgerung dieses Teils: Mehr denn je sind in der Gesellschaft, in der wir leben, Dialog und Vorbild des Lebens die besten Werkzeuge, die uns zur Verfügung stehen.

Er sprach mit uns auch über die Veränderung des Familienmodells. Sein Programm war auf ein gutes, bewährtes Familienmodell ausgerichtet, aber in sehr kurzer Zeit und mit Hilfe sozialer Netzwerke verändert sich dieses Modell, und die Gesellschaft nimmt es mit großer Geschwindigkeit an. Das ist so, ob wir es mögen oder nicht, das Familienmodell ändert sich, und wenn wir diese Realität nicht berücksichtigen, sind wir nicht in der Lage, dazu beizutragen und auch nur mitzureden.

Weniger guter Wille und mehr Professionalität beim Missionar der digitalen Welt

Das Zeugnis von iMision ist vollständig in die Welt der sozialen Netzwerke eingedrungen, ihre Chancen, ihre Herausforderungen, ihre Gefahren, … Sie sprachen zu uns über die Figur des professionellen digitalen Missionars und erinnerten uns daran, dass es notwendig ist, diese Aufgabe innerhalb der Kirche zu professionalisieren. Es gibt viel Ehrenamtlichkeit, viel guten Willen und viel blindes Drauflosarbeiten, was sehr riskant ist, weil man das Medium nicht gut kennt oder falsch benutzt. Deshalb müssen wir alle einen Schritt in diese Richtung gehen und die Professionalität unserer Kommunikatoren einfordern, insbesondere im Internet-Umfeld und in sozialen Netzwerken. Wenn ein Bischof auf Facebook über Personen im Vatikan schreibt und meint, dass da nur eine Handvoll guter Freunde lesen, dann ist an den Folgen nicht die Presse schuld…

Von iMision aus wird die Ausbildung von Kommunikatoren im Netzwerk durch den Online-Kurse Conecta gefördert. Diejenigen, die an den Kommunikationsaufgaben ihrer Pfarreien, Vereine oder Bewegungen mitarbeiten, sollten mit iMision oder mit anderen Initiativen, die es gibt, ausgebildet werden, um Risiken zu vermeiden und die iin unserer Kommunikationeffizient zu sein, um die größte Anzahl von Menschen erreichen zu können. In diesem Sinne wurden auch segmentierte Daten darüber, wo die Gesellschaft, die wir ansprechen wollen, ist, weitergegeben. Keine große Überraschung: sie sind meist in den sozialen Netzwerken unterwegs.

Schließlich gaben sie uns Richtlinien und Ratschläge, wie ein Social-Media-Plan aussehen sollte, welche Art von Inhalten am attraktivsten ist und wie digitale Sprache aussieht. Wir müssen mit einer christlichen Haltung kommunizieren, immer die Wahrheit wählen, Videos verwenden, aber gut durchdacht und gut gemacht. Fazit: Wir müssen unsere Kommunikation trainieren und professionalisieren.

 

 

Webseite des Laienkongresses 2020: www.pueblodediosensalida.com

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

 

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