P. Alejandro José Puiggari, Buenos Aires, Argentinien – 27/03/2020 •

Danke, Papst Franziskus.

Niemals so allein, niemals so begleitet…
Niemals so Petrus, niemals so Franziskus… —

Heute wie nie zuvor haben wir dich als Stein, als Vater, als Bruder erlebt…
Heute wie nie zuvor fühlen wir uns in unseren Ängsten, in unserer Ratlosigkeit begleitet…

Heute wie nie zuvor haben wir aufgehört, über dich zu urteilen, um dich uns helfen zu lassen, den Meister aufzuwecken, denn an diesem Abend der Menschheit haben wir alle das Gefühl, unterzugehen…

„Der Sturm legt unsere Verwundbarkeit bloß und deckt jene falschen und unnötigen Gewissheiten auf, auf die wir bei unseren Plänen, Projekten, Gewohnheiten und Prioritäten gebaut haben“

„Mit dem Sturm sind auch die stereotypen Masken gefallen, mit denen wir unser „Ego“ in ständiger Sorge um unser eigenes Image verkleidet haben; und es wurde wieder einmal jene (gesegnete) gemeinsame Zugehörigkeit offenbar, der wir uns nicht entziehen können, dass wir nämlich alle Brüder und Schwestern sind.“

Danke, Franziskus, dass du uns geholfen hast, Jesus unsere Ängste darzulegen, damit wir gemeinsam rufen können: „Wach auf, Herr!“

Danke, Franziskus, dass du uns geholfen hast, zu erkennen, dass „wir mit voller Geschwindigkeit weitergerast (sind) und hatten dabei das Gefühl, stark zu sein und alles zu vermögen. In unserer Gewinnsucht haben wir uns ganz von den materiellen Dingen in Anspruch nehmen und von der Eile betäuben lassen. Wir haben vor deinen Mahnrufen nicht angehalten, wir haben uns von Kriegen und weltweiter Ungerechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden.“

Danke, Franziskus, dass du uns daran erinnert has: „Der Anfang des Glaubens ist das Wissen, dass wir erlösungsbedürftig sind. Wir sind nicht unabhängig, allein gehen wir unter. Wir brauchen den Herrn so wie die alten Seefahrer die Sterne. Laden wir Jesus in die Boote unseres Lebens ein. Übergeben wir ihm unsere Ängste, damit er sie überwinde. Wie die Jünger werden wir erleben, dass wir mit ihm an Bord keinen Schiffbruch erleiden. Denn das ist Gottes Stärke: alles, was uns widerfährt, zum Guten zu wenden, auch die schlechten Dinge. Er bringt Ruhe in unsere Stürme, denn mit Gott geht das Leben nie zugrunde.“

Danke, Franziskus, dass du uns eingeladen hast, auf den Anker zu schauen, das Ruder aller Hoffnung: das Kreuz des Herrn.

 

 

„Inmitten der Isolation, in der wir unter einem Mangel an Zuneigung und Begegnungen leiden und den Mangel an vielen Dingen erleben, lasst uns erneut die Botschaft hören, die uns rettet: Er ist auferstanden und lebt unter uns. Der Herr ruft uns von seinem Kreuz aus auf, das Leben, das uns erwartet, wieder zu entdecken, auf die zu schauen, die uns brauchen, und die Gnade, die in uns wohnt, zu stärken, zu erkennen und zu ermutigen. Löschen wir die kleine Flamme nicht aus (vgl. Jes 42,3), die niemals erlischt, und tun wir alles, dass sie die Hoffnung wieder entfacht.“

Danke, Franziskus, denn wir sind vom Petersplatz anders zurückgekommen. Mit erneuertem Geist und dem Wunsch, „Räume zu öffnen, in denen sich alle berufen fühlen, und neue Formen der Gastfreundschaft, Brüderlichkeit und Solidarität zuzulassen.“

Danke, Franziskus, dass du uns unter den Schutz unserer Mutter, dem „Meerstern auf stürmischer See“  gestellt hast und uns den felsenfesten Glauben des Petrus spüren lässt, der uns daran erinnert, keine Angst zu haben, denn der Herr ist mit uns.

Danke, Franziskus… einfach, weil wir heute deine tröstende Umarmung gespürt haben und du uns zusammengerufen hast, um uns als geeinte Kirche zu ermutigen, unsere Augen auf Jesus, unseren einzigen Herrn, zu richten. Und das Gebet wurde viralisiert, die Entfernungen wurden kürzer und der leere Platz verwandelte sich in ein großes Coenaculum.

Danke, Herr… Wir gehen gelassener nach Hause. Deine Worte klingen in unseren Herzen wider. „Habt keine Angst“ …
Und am Abend dieses Freitags fühlen wir uns alle getröstet, weil „wir alle unsere Last auf euch gelegt haben, denn du sorgst für uns“ (vgl. 1 Petr 5,7).

Amen.

 


Quelle: https://www.facebook.com/alejandro.puiggari/posts/10219927923221813

Mit Erlaubnis des Autors („Vielen Dank für Ihre freundliche Nachfrage, und natürlich haben Sie meine Erlaubnis. Ich danke Gott, dass er selbst uns dient, um das „dilexit ecclesiam“ zu leben.“)

P. Alejandro Puiggari war Rektor der Kathedrale von Buenos Aires und ist derzeit Rektor des argentinischen Höheren Instituts für Katechese. Er arbeitete viele Jahre lang mit Isabel Mugica in der Schulkatechese.

 

 

 

Fotos: Screenshots Vatican Media, Osservatore Romano

 

 

 

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