Veröffentlicht am 6. September 2019 In Franziskus - Botschaft, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Mosambik kann dauerhaften Frieden finden, wenn es in das „Spiel Christi“ eintritt – Papst Franziskus

PAPST FRANZISKUS IM SÜDEN AFRIKAS, Sarah-Leah Pimentel •

Papst Franziskus besucht vom 4. bis 10. September das südliche Afrika. Er begann in Mosambik, wo er die Messe in einem überfüllten Zimpeto-Stadion in Maputo feierte. Er reist nun nach Madagaskar und Mauritius, wo er sich mit religiösen, zivilen Führern und den christlichen Gläubigen, insbesondere den Jugendlichen, trifft.  —

In seiner Predigt am Freitagmorgen, dem 6. September, bei einer großen Messe in Maputo, sagte Papst Franziskus, dass Liebe der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden ist. Er sprach zu einer Nation, die noch immer die Narben eines Bürgerkriegs trägt, der zwischen 1974 und 1992 tobte und in dem sich Frieden oft eher wie „die Abwesenheit von Krieg“ anfühlt.

Liebt eure Feinde

Papst Franziskus begann die Predigt mit einem Aufruf an die Gläubigen, „eure Feinde zu lieben“. Er sagte, dass dies keine abstrakte Theorie ist, sondern die persönlich gelebte Erfahrung Jesu. Jesus wählte seine Jünger zu Beginn seines Dienstes. Einige dieser Jünger verrieten ihn später und übergaben ihn sogar in die Hände von Mördern.

Er sprach über den Bürgerkrieg und sagte: „Viele von euch können immer noch aus erster Hand über Geschichten von Gewalt, Hass und Zwietracht berichten.“ Der Papst stellte fest, dass angesichts der Flut von bewaffneten Angriffen in der Provinz Cabo Delgado viele Menschen befürchten, dass „die Wunden der Vergangenheit sich wieder öffnen werden“ und dass diese „die bereits zurückgelegten Wege des Friedens auslöschen werden“.

Er gab zu, dass es schwierig ist, über Versöhnung zu sprechen, wenn die über so viele Jahre hinweg entstandenen Wunden noch offen sind. Er sagte auch, dass Vergebung und Versöhnung „nicht bedeuten, das Leiden zu ignorieren“. Aber er wies auch darauf hin, dass eine „Auge-um-Auge“-Haltung niemals dauerhaften Frieden bringen wird. Stattdessen stellte der Heilige Vater fest, dass „die Überwindung von Gewalt und Krieg mehr ist als ein Akt der Versöhnung oder die Abwesenheit von Konflikten“.

Tu gerne Gutes

Der Papst forderte das Volk von Mosambik auf, dem Weg Jesu zu folgen: „Tut gerne Gutes.“

Das sei „viel mehr als dem Menschen zu vergeben, der uns geschadet hat, oder es so einzurichten, dass sich unsere Lebenswege nicht kreuzen. Der Auftrag Jesu zielt vielmehr auf ein aktives, uneigennütziges und außergewöhnliches Wohlwollen gegenüber jenen, die uns verletzt haben. Doch Jesus genügt das noch nicht; er bittet uns auch, sie zu segnen und für sie zu beten“.

Diese Haltung lehnt Rache ab und strebt stattdessen danach, „neue Bindungen zu schaffen, die zum Frieden führen“. Der Papst fügte hinzu, dass diese Entscheidung für Liebe und Güte eine „tägliche Verpflichtung“ ist, bei der jeder Mensch den anderen „mit der Barmherzigkeit und Güte behandelt, mit der wir behandelt werden wollen“.

Papst Franziskus stellte fest, dass es Menschen gibt, die behaupten, den Armen zu helfen, aber „andere Interessen haben“. Dies war ein indirekter Hinweis auf die Korruption auf hoher Ebene, insbesondere die Ergebnisse des jüngsten Kroll-Berichts, der zeigte, dass Minister der Regierungen und internationale Finanzinstitutionen öffentliche Gelder zur Finanzierung eines aufwändigen globalen Betrugs verwendeten. Er warnte davor, dass es nicht sein sollte, dass „Korruption der Preis ist, den wir zahlen müssen, um ausländische Hilfe zu erhalten“.

Lasst in euren Herzen Frieden regieren

Der Heilige Vater schloss seine Predigt mit einem Hinweis auf Kolosser 3,15: „Lasst den Frieden in euren Herzen regieren“. Er wies darauf hin, dass wir in Momenten der Unentschlossenheit und angesichts zweier widersprüchlicher Entscheidungen Christus den „Schiedsrichter“ unserer Herzen sein lassen und in das „Spiel Christi“ eintreten sollten, damit wir den Weg der Barmherzigkeit wählen können.

„Wenn Jesus der Schiedsrichter zwischen den widersprüchlichen Gefühlen unserer Herzen und der komplexen Situation des Landes ist, dann ist Mosambik eine Zukunft der Hoffnung garantiert“ und das „Land wird dankbar zu Gott singen“.

Dies ist eine schöne Botschaft der Hoffnung, während Mosambik sich auf die Wahlen im Oktober vorbereitet.

 

 

Vollständiger Text der Ansprache in Deutsch

Programm und alle Texte der Reise von Papst Franziskus nach Mozambik, Madagaskar und Mauritius

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